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Aktive Gleichstellungspolitik oder überholtes Rollenverständnis?

Anfrage nach § 9 (2) der Geschäftsordnung für den Stadtrat der Landeshauptstadt Erfurt zur Stadtratssitzung am 28. April 2010 und Antwort des Oberbürgermeisters

Im Amtsblatt der Landeshauptstadt Erfurt, vom 19. März 2010 wurde im nichtamtlichen Teil eine Stellenausschreibung des Jugendamts veröffentlicht, in der Erzieher/innen für maximal 32 Wochenstunden gesucht werden.

Am Ende der Ausschreibung wurde darauf hingewiesen: „Die Stadt Erfurt will ihren Beitrag zur beruflichen und gesellschaftlichen Gleichstellung von Frauen leisten und fordert Frauen deshalb nachdrücklich zur Bewerbung auf.“.

In den Kindertagesseinrichtungen der Stadt Erfurt werden insbesondere bei freien Trägern männliche Erzieher gesucht, um modernen Anforderungen im Bereich der Frühkindlichen Bildung zu entsprechen und einem überholten Rollenverständnis entgegen zu wirken. Diese Auffassung wird offensichtlich von der Stadtverwaltung bzw. dem Jugendamt in Bezug auf die kommunalen Kindertageseinrichtungen nicht geteilt. Nach meinem Informationsstand sind nahezu 100 Prozent der Personalstellen von Erzieherinnen in kommunalen Krippen, Kindertageseinrichtungen und Horten (pädagogisches Personal) in Erfurt mit Frauen besetzt.

Vor diesem Hintergrund bitte ich um Beantwortung nachfolgender Fragen:

 

  1. Wie viele Frauen und Männer arbeiten jeweils im pädagogischen Bereich in kommunalen Kinderkrippen, Kindertagesstätten und Horten der Stadt Erfurt (bitte einzeln nach den Betreuungsformen auflisten) und gibt es nennenswerte Unterschiede zu den freien Trägern?
  2. Ab welcher prozentualen Aufteilung zwischen Frauen und Männern in Kinderkrippen und Kindertageseinrichtungen sieht die Erfurter Stadtverwaltung die „berufliche und gesellschaftliche Gleichstellung von Frauen“ geleistet?
  3. Welche fachlichen Begründungen hat die Stadtverwaltung Erfurt und das Jugendamt nicht wie freie Träger gezielt nach männlichen Erziehern für Kinderkrippen, Kindertageseinrichtungen oder Horten zu suchen und falls es hierfür keine Begründung gibt, welche Aktivitäten wird das Jugendamt entwickeln, um das beschrieben überholte Rollenverständnis zu überwinden?

Antwort des Oberbürgermeisters:

Bezugnehmend auf Ihre Fragen zur aktiven Gleichstellungspolitik oder überholten Rollenverständnis folgend die Beantwortung:

zu 1. Kinderkrippe: 75 Erzieherinnen, Kindergarten: 122 Erzieherinnen und 3 Erzieher, Horte: 117 Erzieherinnen und 8 Erzieher

Nach Kenntnis der Verwaltung gibt es hinsichtlich des Anteils von Frauen und Männern im pädagogischen Bereich zu Einrichtungen in freier Trägerschaft keine nennenswerten Unterschiede (betrifft Kindergarten und Kinderkrippe).

zu 2. Wie aus der Beantwortung der Frage 1 ersichtlich, ist zweifelsohne im Bereich der pädagogischen Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen und auch im Bereich der Erzieher der Grundschulen das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten nicht ausgewogen. Grundsätzlich wurden in der Vergangenheit bei Ausschreibungen der Stadtverwaltung für die in Rede stehenden Bereiche alle männlichen Bewerber, die dem fachlichen Anforderungsprofil entsprachen, zum Bewerbergespräch eingeladen. Die Erzieher/innenstellen sind mit 32 Stunden in der Entgeltgruppe S6 für Männer, jedoch unabhängig von Formulierungen in der Ausschreibung, nur bedingt attraktiv.

zu 3. Ich habe die Stadtverwaltung beauftragt, die gegenwärtige Ausschreibungspraxis zu überprüfen. Über das Ergebnis werde ich Sie in einer der nächsten Stadtratssitzungen informieren.

 

Mit freundlichen Grüßen

A. Bausewein

 

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