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„Ein Freund ist ein Freund, ist ein Freund, ist ein Freund“

Mit dieser einfachen und griffigen Aussage kommentierte der Gesandte der Israelischen Botschaft Emmanuel Nahshon die Diskussion um Boykottaufrufe. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft, in der ich seit vielen Jahren Mitglied bin, hatte Nahshon zu einem Vortrag zur Siedlungspolitik und anschließender Podiumsdiskussion mit Bodo Ramelow, MdL sowie dem stellv. Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Prof. Reinhard Schramm eingeladen.

Anlass zu dieser gutbesuchten Veranstaltung in der Kleinen Synagoge war der Boykottaufruf bzw. die Aktion „Besatzung schmeckt bitter“ von Pax Christi. Dieser Aufruf wurde unter anderem von Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter unterschrieben, wofür er sich heftige Kritik der Jüdischen Gemeinde und der DIG einhandelte. Unbestritten ist das Engagement von Albrecht Schöter gegen Rechtsextremismus. Er engagiert sich zudem sowohl für Israel als auch für die Palästinenser. Aber auch gestern Abend erklärten einmütig alle Podiumsteilnehmer übereinstimmend, dass dies nicht die Rechtfertigung zur Unterschrift zu einem solchen Aufruf sein könne. Nach Gesprächen mit dem Vorstand der DIG und Bodo Ramelow, der sich zu dieser Frage auch früh positioniert hatte, relativierte Schröter zwar seine Aussage mit dem nachträglich formulierten Satz „Einen generellen Boykott von Produkten aus dem israelischen Staatsgebiet halte ich nicht für richtig“, aber hielt an seiner Unterschrift fest.

Gerne hätten gestern Abend viele Besucher dies mit Albrecht Schröter diskutiert, aber da er nicht da war, fehlten die Reibungspunkte die ersten beiden Stunden in der Veranstaltung. Emmanuel Nahshon machte deutlich, wie hoch er die DIG einschätzt, für ihn eine der wichtigsten Organisation für die Kontakte von Israel und Deutschland. Aber die Mitgliedschaft in der DIG dürfe auch kein Feigenblatt sein. Er unterschied klar zwischen Freunden Israels und Gesprächspartnern. Gegen Freunde könne man keine Boykottaufrufe starten. Er akzeptiere Kritik wie zum Beispiel an der Siedlungspolitik Israels. Kritik von Freunden ist wichtig und die muss man auch ertragen. Aber „Freunde sind Partner in Vergangenheit und Zukunft“ sagte er und machte deutlich, was er von Boykottaufrufen hält. Der einzige Boykottaufruf in der jüngeren Zeit richtete sich gegen Orangen aus Südafrika wegen der dortigen Apartheid.

Bodo Ramelow ergänzte, auch er halte Boykottaufrufe für falsch. In seiner eigenen Partei gab es Aktionen in Bremen, mit denen er sich kritisch auseinandergesetzt habe und auch die Beteiligung von Linken Bundestagsabgeordneten an Aktionen der sogenannten Gaza-Flotte hält er für ein fatales Signal. Da seine Meinung aber nicht dem generellen Meinungsbild seiner Partei entspricht, wird auch er wie seine Landtagskollegin Katarina König regelmäßig heftig kritisiert. Er setze sich in Israel der Position beider Seiten auseinander, aber statt genereller Kritik befördere er lieber gemeinsame Projekte, u.a. mit dem Leo Baeck Institut, wie zum Beispiel den Besuch von 40 Jugendlichen aus Haifa in Erfurt im Dezember. Da werden sowohl arabische als auch jüdische Jugendliche unter anderem mit Theaterprojekten zusammen arbeiten.

Prof. Schramm eröffnete dann die intensive Diskussion der dritten Veranstaltungsstunde mit der Schilderung seiner eigenen Familiengeschichte und dass es für ihn unerträglich sei zu erleben, wie gegen seine überlebenden Freunde und Verwandten in Israel zu Boykotten aufgerufen würde. Nahezu alle Wortmeldungen aus dem Publikum pflichteten ihm bei. So war zwar das Meinungsbild des Abends sehr klar, aber es fehlte der Meinungsstreit.

Bilder vom Diskussionsabend

 

 

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