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Rede zum Tag der Pflegenden beim bpa

Zu Gast beim bpa

In Thüringen sind aktuell über 32.000 Beschäftigte in der Pflege tätig, u.a. in den 311 Thüringer Pflegeheimen mit ihren über 24.000 Plätzen, oder in den über 400 ambulanten Pflegediensten, die rund ein Viertel der Pflegebedürftigen in Thüringen betreuen.

Durch die demographische Entwicklung, die sich abzeichnenden Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung, wird die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren auch und besonders in Thüringen weiter steigen.

Waren es Ende 2011 in Thüringen 82.322 Pflegebedürftige, so wird für das Jahr 2030 mit über 108.000 Pflegebedürftigen gerechnet. Dabei wird voraussichtlich der Anstieg im Bereich der stationären Pflege mit +40 % und der ambulanten Pflege mit +38 % höher sein, als im Bereich häuslicher Pflege mit +23 %. Also, kaum eine Beruf ist zukunftssicherer als der Pflegeberuf.

Aber es gibt noch weitere gute Argumente für den Pflegeberuf. Das wichtigste im Leben ist menschliche Zuwendung. Pflegende können täglich erfahren, wie erfüllend und schön es sein kann, ihre Zuwendung anderen Menschen zukommen zu lassen. Sie, die Pflegenden beweisen dabei in einem hohen Maß ihre mitmenschlichen Fähigkeiten, ihre Offenheit, Empathie und Teamfähigkeit.

In kaum einem anderen Beruf, kann man so das Gefühl haben, wirklich gebraucht zu werden und etwas sehr sinnvolles zu tun. Und in kaum einem anderen Beruf kann man so unmittelbar, eine Reaktion auf das eigene Handeln erleben.

Aber dennoch ist das Image des Pflegeberufes in der Öffentlichkeit verbesserungsfähig. Hier können u.a. Konzepte helfen, in denen schon Kindergartenkinder alten Menschen nicht nur punktuell zu einem kurzen Besuch begegnen, sondern bei denen durch längeren und intensiveren Kontakt falschen Altersklischees vorgebeugt wird.

Hier hilft, wenn ältere Kinder über kurze Praktika hinaus Pflegebereiche kennenlernen, z.B. wenn eine 15jährige hier einen Ferienjob macht. Helfen tut es sicher nicht, wenn leider vorkommende schlechte Zustände als typisch für den gesamten Pflegebereich erscheinen, wie es z.B. jüngst in einem Fernseh-Beitrag suggeriert wurde.

Zur Wahrheit gehört es aber auch, dass sich die Rahmenbedingungen in der Pflege insgesamt deutlich verbessern müssen, wenn sich das Image des Pflegeberufs verbessern soll. Dann würde sich auch die Berufsverweildauer, die z.B. bei  Altenpflegekräften derzeit durchschnittlich unter neun Jahren liegt, deutlich verlängern.

Hier hoffe ich, dass sich, u.a. auch im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes mit seinen fünf Pflegestufen, noch sehr viel tun wird, um zukünftig gute und gesicherte Arbeitsbedingungen in der Pflege zu gewährleisten.

Helfen würde u.a. sicher auch, wenn Bürokratie abgebaut, wenn der Dokumentationsaufwand reduziert werden könnte. Wir brauchen Veränderungen der politischen und der rechtlichen Rahmenbedingungen und nicht zuletzt der Finanzierungssituation.

Richtig ist, dass sich etwas bewegt im Pflegebereich. Ich wünsche mir nur, manches würde schneller geschehen. So hat meiner Meinung nach die bundeseinheitliche Regelung der Finanzierung des dritten Umschulungsjahres in der Pflege zu lange auf sich warten lassen.

Bei allem Verständnis dafür, dass sich Träger von Pflegeeinrichtungen und –diensten aneinander messen lassen sollten, darf ein entsprechender Wettbewerb nicht auf dem Rücken der Pflegebedürftigen und der Pflegenden ausgetragen werden.

Das bedeutet für mich auch, dass Veränderungen zum Besseren im Lohn- und Gehaltsgefüge der Pflegeberufe, insbesondere in der Altenpflege, unbedingt notwendig sind.

Ich hoffe, dass wir hier schneller vorankommen als mit einem Trabi, mit dem Sie nachher hier fahren dürfen. Wissen Sie übrigens, woran man einen gelernten Trabi-Fahrer von einem westdeutsch sozialisierten Autofahrer unterscheiden kann. Als Kfz-Elektriker, der ich in meinem ersten Beruf war, kann ich es Ihnen sagen. Der Trabi-Fahrer wusste, was ein Unterbrecher ist und konnte ihn notfalls selbst nachstellen. Er wusste, wie wichtig die richtigen Unterbrechungen dafür sind, dass der Motor rund läuft.

Ich wünsche Ihnen, dass die heutige Veranstaltung für Sie eine gute und angenehme Unterbrechung ist. Und ich wünsche Ihnen, dass ihrem Antriebmotor für Ihren schönen und wichtigen Beruf weder der Sprit ausgeht, noch dass er heißläuft.

Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen nicht nur heute und hier, sondern täglich und überall die Wertschätzung entgegengebracht wird, die Sie für Ihre Arbeit ohne jede Frage verdient haben.

 

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  1. Volles Programm zum Internationalen Tag der Pflegenden | Michael Panse, Ihr Stadtrat für Erfurt

    […] Rede zum Tag der Pflegenden […]

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