Michael Panse bloggt

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Beeindruckende Tage in einem wunderschönen Land

Masada

Masada

Israel ist, seit ich dort im Jahr 1992 das erste Mal war, das Land, welches mich immer wieder beeindruckt und immer wieder zu neuen Reisen verführt. Zum nunmehr 14. Mal war ich nun im heiligen Land und werde wohl auch künftig immer wieder dorthin fahren.

Mich faszinieren das Land, die religiöse Intensität und Vielfalt und die Menschen in Israel. Und ich gebe zu: ich bin ein begeisterter Israel-Fan und auch voreingenommen was die Konfliktsituation im Nahen Osten angeht.

Viele neue Eindrücke konnte ich von der Reise der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen vom 4. bis 13. Februar 2017 nach Israel mit Exkursion in die Palästinensischen Autonomiegebiete mitbringen. Wichtige Gespräche haben wir führen können und zugleich das Land neu und wiederentdeckt. Zuletzt war ich vor fünf Jahren mit der Familie in Israel unterwegs und seitdem hat sich wieder viel verändert, aber vieles ist vertraut und schön. Dies gilt sowohl für die heiligen Stätten, die Altstadt von Jerusalem als auch Tel Aviv und Masada.

Unsere Gruppe setzte sich aus 26 politisch interessierten und engagierten Menschen zusammen. Darunter Landtagsabgeordnete aller Parteien. Schade fand ich dabei, dass insbesondere die Kolleginnen aus dem linken Spektrum mit einem durchaus „gefestigten Klassenstandpunkt“ angereist waren und die Reise im Wesentlichen nach verstärkenden Argumenten suchten. Einige merkwürdige Facebook-Posts („Schüsse und Artilleriefeuer“ am Golan und „unfassbar grausame Dinge“, die die zu sehen gewesen sein sollen) aber auch die Fragen an Gesprächspartner, waren Beleg dafür. In Ramalah, aber auch bei den vielen Gesprächen waren die Kolleginnen immer wieder verführt, sich in Außenpolitik zu versuchen.

Golan

Golan

Für mich hat sich bei den vielen Besuchen in Israel nichts daran geändert, dass ich Verständnis für die Konfliktsituation beider Seiten, also der Israelis und Palästinenser habe, aber niemals auf die Idee kommen würde, schlaue Ratschläge für den Friedensprozess zu erteilen.

Ich habe die vielen Erlebnisse der letzten 10 Tage wieder in über 1000 Fotos festgehalten. Das Reisetagebuch, das ich auch bei dieser Reise geführt habe gibt die Stationen wieder:

Die Anreise ging dieses mal mit dem Bus von Erfurt nach Leipzig, mit dem Flieger nach Frankfurt und schließlich nach Tel Aviv. Am Abend noch die Weiterfahrt per Bus an den See Genezareth, wo wir die ersten Tage im Nof Ginosar am See Genezareth verbrachten. Der erste Sonnenaufgang über den Golanhöhen (während einer Laufrunde am See) wies den Weg für den zweiten Tag, Der Berg der Seeligpreisungen, Kafarnaum, Migdal/Magdala und die Tauftstelle am Jordan Jardanit. Dazwischen ein Abstecher auf den Golan.

Der dritte Tag begann etwas verschlafen, weil ich das Superbowl-Finale im israelischen Fernsehen gesehen habe (bis 5 Uhr Morgens) – danach zum wach werden eine Runde in den See und los ging es per Bus in den Norden Israels in das Jeckes-Museum in Tefen. Akko, die Gedenkstätte Lohamei Hagetaot und das Benediktinerpriorat Tabgha prägten den Rest des Tages.

Jerusalem

Jerusalem

Weiter ging es nach Tel Aviv in die deutsche Botschaft, nach Alt-Jaffa, Jerusalem ins Olive Tree, an die Klagemauer und Gespräch mit David Vitzthum im Hotel am vierten Tag. Natürlich ging es danach noch in die Stadt ins Cafe Rimon Himo (besten Granatapfelsaft der Stadt und ein langjähriger guter Bekannter als Betreiber) und danach an die Ben Jehuda.

Der fünfte Tag führte uns in die Palästinensischen Autonomiegebiete nach Ramalah in das KAS-Büro zum Briefing, an die Universität Bir Zeit mit einem Gespräch mit Jamil Salem (Direktor des Rechtswissenschaften Instituts), zum Mittagessen in das International Trade Center und am Abend wieder in die Altstadt (Sonnenuntergang vom Dach des Paulushauses am Damaskustor).

Donnerstag, der sechste Tag, führte uns zu den Beduinen nach Rahat, wo wir mehrere Projekte kennenlernten. Besonders beeindruckte die Schule, die wir besuchten. Nach dem traditionellen Mittagessen und einem guten Vortrag über die Stellung der Frauen bei den Beduinen, ging es nach Beer Sheva zu einem Gespräch mit dem Schriftstelle Chaim Noll in seine Haus. Das Abendgespräch mit dem ehemaligen Sprecher der israelischen Armee Arye Shalicar zu sicherheitspolitischen Aspekten holte einige Teilnehmer wieder auf den Boden zurück.

Freitag war der siebte Tag unserer Reise und wir begannen ihn mit einem Besuch in Yad Vashem, bevor es an das Grab von Rabin und Perez auf dem Mt. Herzl ging. Israelmuseum und Model der Stadt Jerusalem sowie ein Abstecher zur Knesseth folgten bevor es am Nachmittag in das österreichische Hospiz und danach auf die Via Dolorosa bis zur Grabeskirche ging. Den Beginn des Shabbat erlebten wir an der Klagemauer.

Knesset

Knesset

Samstag, der achte Tag, war temperaturmäßig der wärmste – Masada und Qumram sowie das Tote Meer (Kalia) standen auf dem Programm.

Sonntag, der neunte und vorletzte Tag, war noch einmal hochpolitisch. Am Gazastreifen erlebten wir die Grenzsituation und die Gefahrenlage für die dort lebenden 900 Mitglieder der Genossenschaft. Zwischenstopp in Sderot an der Polizeistation, bevor es zum Gespräch mit dem Gewerkschaftsdachverband Histratrut nach Tel Avi ging – natürlich auch zu einem kurzen Abstecher mit den Füssen ins Mittelmeer. Abschlussrunde war der Abend im österreichischen Hospiz und noch einmal der Gang zur Klagemauer.

Der zehnte und letzte Tag begann auf dem Ölberg in der Augusta-Viktoria-Kirche (genialer Blick über die Stadt) sowie dem berühmten Panoramablick über die Stadt. Danach blieben noch zwei Stunden zum Erkunden der Altstadt (inklusive der obligatorischen Widmung von Rimon ins Reisetagebuch) und dem besten arabischen Kaffee. Die Flughafen-Check-Inn war erstaunlich unkompliziert und der Flug zurück auch. Mindestens ebenso lange wie die Reise braucht nun die Verarbeitung der Eindrücke.

Neue Freunde und Israel-Fans habe ich gefunden, gute Gespräche mit alten Freunden geführt, Jogging am See Genezareth, ein Bad im See bei ca. 14 Grad, mit dem Mietwagen durch die Stadt gefahren, das Treffen mit Chaim Noll, der Besuch der Schule Al-Salam in Rahat und so viele andere Erlebnisse mehr prägten die zehn Tage.

Vielen Dank an unsere Reiseleiterin Daniela Epstein (seit 25 Jahren kennen wir uns und sind inzwischen gute Freunde) und an Franz-Josef Schlichting, den Leiter der LZT.

„Nächstes Jahr Jerusalem“ – keine Frage!

Die Bildersammlung

 

 

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