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Diskussionsrunde zu Antisemitismus

Das Podium bei der KAS

Das Podium bei der KAS

Neben vielen fröhlichen und kulturellen Veranstaltungen gibt es bei den Thüringer Tagen für jüdisch israelische Kultur [1]immer auch Veranstaltungen, die nachdenklich und betroffen machen. Bei der gestrigen Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung war dies so.

Die KAS, als einer der Netzwerkpartner für Jüdisches Leben in Thüringen [2], lud zu einem Vortrag und anschließender Gesprächsrunde zum Thema „Neuer Antisemitismus in Deutschland – Ursachen, Ausprägung, Umgang und Prävention“ in das Kultur- und Bildungszentrum der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen ein.

Levi Salomon, Sprecher des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. [3] erklärte in seinem Vortrag den über 60 Gästen die neuen Ausprägungen des Antisemitismus, die an uralte Muster anknüpfen und zudem erschreckende Parallelen zur Nazi-Zeit aufweisen. Neben linken und rechtem Antisemitismus gewinnt der islamisch geprägte Antisemitismus in der öffentlichen Wahrnehmung an Bedeutung. Boykottaufrufe, tätliche Übergriffe auf Juden, Hassplakate auf Demonstrationen – dies alles sind inzwischen keine Ausnahmen mehr. Levi Salomon belegte an Bildern und Videomitschnitten, wie unbehelligt die Stimmung geschürt wird.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit dem Chef des Verfassungsschutzes Stephan J. Kramer, der Landtagsabgeordneten Marion Walsmann und dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Prof. Dr. Reinhard Schramm – moderiert vom ZDF-Leiter des Landesstudios Thüringen Andreas Postel – wurde vor allem diskutiert woher dieser erschreckende Zuwachs an Aggressivität kommt. Marion Walsmann verwies auf den Thüringen Monitor [4], der seit vielen Jahren die Einstellung der Thüringerinnen und Thüringer beleuchtet und auf eine hohen Prozentsatz von Menschen, die erklären „Juden passen nicht so recht zu uns“. Dies überrascht um so mehr, weil wir in Thüringen inzwischen ein vielfältiges und breites Spektrum an jüdischem Leben wieder vorweisen können. Die Kulturtage sind ein eindrucksvoller Beleg dafür. Immer mehr Veranstaltungen an 18 Orten erhalten großen Zuspruch. Allerdings sind die Teilnehmer die Interessierten und Aufgeschlossen. Die E-Mail-Schreiber, Stammtischredner und Gegen-Alles-Demonstrierer erreicht man damit ebenso wenig wie die linken und rechten Überzeugungstäter sowie Islamisten. Reinhard Schramm mahnte deshalb mehr Aktivitäten im Bildungsbereich an, um etwas gegen antisemitische Stimmungen der nächsten Generationen zu tun.