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Armutsprävention diskutiert

Im Gespräch mit meiner Stadtratskollegin Carola Hettstedt

Riskante Kindheit? – Aufwachsen in sozialer Ungleichheit [1]“ war der Titel der nunmehr 9. Veranstaltung zum Thema Armut bzw. Ungleichheit in Thüringen. Veranstalter waren auch dieses Mal wieder die Fachhochschule, der Deutsche Kinderschutzbund und das IKPE. Das Interesse an der Veranstaltung war enorm. Prof. Fischer verwies dazu bei seiner Einführung auf 180 Anmeldung und nur 145 die an der Tagung teilnehmen. Bedauerlich fand ich allerdings, dass dieses wichtige Thema, welches fachliche und politische Antworten liefern sollte, in einer Tagesveranstaltung mitten in der Woche behandelt wurde. Ehrenamtlichen Stadträten (die durchaus die richtigen Adressaten der Forderungen sind) ist dadurch die Teilnahme nicht möglich. Lediglich Carola Hettstedt von den Linken konnte neben mir dabei sein und wir waren beide auch dienstlich und nicht in kommunalpolitischer Mission dabei.

Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster von der Uni Gießen spannte den Bogen von der Armuts- über die Migrationsfrage bis hin zur demografischen Entwicklung und verwies zudem darauf, dass der Generationenkonflikt dabei eher ein intergenerativer Konflikt sein. Häufig ginge es um die Frage, wie der eigene Status auf die Kinder weitergebenen wird. Um Armut wirksam zu begegnen benötige es Aneignungsgelegenheiten, aber auch Aneignungsfähigkeiten und ein unterstützendes System. Prof Dr. Melanie Kuhn von der PH Heidelberg stellte Befunde der 4. World Vision Kinderstudie vor. Dabei wurde vor allem die Lebenssituation von Kindern beleuchtet und deren Bedürfnisse erfragt.

Prof. Dr. Marcel Helbig lenkte den Blick auf Soziale Ungleichheiten bei Kindern aus dem Blick räumlicher Entwicklung in Thüringen. Wie bereits bei seinem Vortrag bei der CDU-Stadtratsfraktion letzte Woche erläuterte er warum Erfurt auf Platz 2 (hinter Rostock) bei der bundesweiten Auswertung der Segregation von Kindern aus unterschiedlichen Schichten bzw. mit unterschiedlichem Armutsrisiko landet. Die Handlungsoptionen sind diesbezüglich aber eher ernüchternd. Kurzfristige Rezepte dazu gibt es nicht. Wohnungsbau und Städteplanung brauchen viele Jahre, bis sie sozialräumlich Wirkung zeigen. Kurzfristig dringend geboten ist die bessere sächliche und personelle Ausstattung von Kitas und Schulen in den betroffenen Stadtteilen. Leider ist dazu auch das rot-rot-grüne regierte Erfurt nur sehr eingeschränkt bereit, insofern wäre es schon gut gewesen, wenn Kommunalpolitiker der Stadtratsfraktion oder die Stadtverwaltung die Gelegenheit gehabt hätten, an der Fachtagung teilzunehmen.

Bilder der Tagung [2]