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Dreiklang im Einklang?

Im MFA-Konferenzzentrum

„Familie, Beruf und Pflege“ war das Thema der Fachkonferenz zur Vorstellung der Studie zur Vereinbarkeit von Sorgearbeit und Beruf. Das Fragezeichen in der Bewertung war bewusst gewählt, denn ein Einklang ist da noch nicht vorhanden.

Über 170 Teilnehmer waren zur Vorstellung der Studie in das Konferenzzentrum der Erfurter Multifunktionsarena gekommen. Sozialministerin Heike Werner hatte die Studie gemeinsam mit der Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller in Auftrag gegeben und ihre beiden Ministerien initiierten die Fachtagung. Neben mehreren Diskussionsforen und Impulsreferaten stellte das Zentrum für Sozialforschung e.V. (ZSH) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Studie und die daraus resultierenden Forderungen vor.

Ich finde nach wie vor, dass dieses Thema, (wie auch die Betreuung von Kleinstkindern) leider zu häufig nur aus dem Blickwinkel der Arbeitsmarktsituation gesehen wird. Wenn es um Vereinbarkeit mit dem Beruf geht, steht stets das Interesse der Arbeitgeberseite im Blickpunkt. Ich würde mir hingegen wünschen, dass die Bedürfnisse der zu pflegenden Personen und ihrer Angehörigen im Mittelpunkt des Interesses. Eine Freistellungsregelung bei der Akutpflege von Angehörigen darf nicht auf die 10 Tage (einmalig) beschränkt sein. Für die Beratung mittels Pflegestützpunkten sind die drei in Thüringen (in Jena und zwei in Nordthüringen) zu wenig und präventive Angebote für pflegende Angehörige sind meist leider auch kaum vorhanden.

Insgesamt bot die Konferenz gute Impulse, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. Dafür müssen sich aber mehr Akteure aus der Gesellschaft und auch mehr Arbeitgeber und Politiker an der Debatte beteiligen. Heute war zwar viel Fachpublikum aus der Pflegebranche und der kommunalen Verwaltung da, aber die eigentlichen Adressaten waren nur begrenzt vertreten.

Bilder der Tagung [1]