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Siegeswille wird belohnt

Jubel!

Wahnsinnsspiel und erfolgreicher Ausgang und auch am Tag danach bin ich noch heiser. Nachfolgend unser Spielbericht:

In einem Spiel auf Augenhöhe behielt Schwarz-Weiß Erfurt am Ende die Oberhand und holte sich nach 133 hart umkämpften Spielminuten mit 3:2 (24, -22, -23, 18, 10) gegen den USC Münster seinen zweiten Saisonsieg. Elfter gegen Zehnter, wenn man es positiv meint oder Letzter gegen Vorletzter, wenn das Glas eher halb leer erscheint: Das war die Ausgangssituation vor der Partie Schwarz-Weiß Erfurt gegen USC Münster, in der die Gäste wegen ihres qualitativ breiter und besser ausgestatteten Spielerkaders und fünf Punkten mehr auf der Habenseite – als Favorit von beiden Seiten benannt – ins so wichtige Duell zum Hinrundenabschluss gingen.

Dass am Ende die bisher nur mit einem Sieg das Tabellenende zierenden Gastgeberinnen die Oberhand behielten, war sicher eine kleine Überraschung und eine ganz knappe Sache, aber am Verdienst des Triumphs gab es keinerlei Zweifel. Schade nur, dass das wenig erfolgsverwöhnte Erfurter Volleyball-Publikum diese Abwehrschlacht mit erfolgreichem Ausgang lediglich am Bildschirm verfolgen konnte.

Dirk Sauermann überraschte zu Spielbeginn mit einer Umstellung auf der Diagonalposition. Erstmals in dieser Saison durfte Rica Maase von Beginn an aufs Spielfeld – ein taktischer Zug, der sich als ein nicht unerheblicher Mosaikstein im letztendlich erfolgreichen Erfurter Spiel erweisen sollte. Die 21- Jährige war von Beginn an präsent, griff mutig und gewitzt an und war erfolgreich. Mit 45 % verwandelter Angriffe und insgesamt 24 Punkten war sie eine der Sieggaranten der Schwarz-Weißen, was ihr in ihrem bisher besten Spiel für die Thüringerinnen verdient die Ehrung als MVP einbrachte. Sie kam, sah und siegte, ein altbekanntes Sprichwort, das sich die Ex-Dresdnerin an diesem Abend über ihrem Bett einrahmen durfte.

Neben ihr hätte es eine weitere Erfurterin ebenso verdient gehabt, auch als MVP geehrt zu werden: Madeline Palmer. Die Außenangreiferin war die Spielerin für die wichtigen Punkte. Neben der Vielbeschäftigung in der Defensive, war sie für entscheidende Punkte zur Stelle, verbuchte drei Blockpunkte und hielt Schwarz-Weiß oft am Leben, wenn es eng wurde. Der Spielfilm an sich, hatte eine Dramaturgie, die hätte aufregender kaum sein können.

Schon der erste Satz hielt zigfache Führungswechsel parat. Keines der beiden Teams konnte sich absetzen und erst, als ein Münsteraner Angriff beim zweiten Erfurter Satzball die Antenne berührte, war der Durchgang mit 26:24 beendet. Der zweite Satz stand dem vorherigen an Spannungsgehalt kaum nach. Eine 6:4-Führung der Thüringerinnen, wandelte sich danach in eine Gästeführung, welche diese behaupten konnten. Münsters erneut in Topform auflaufender Anika Brinkmann war es vergönnt, den zweiten Satzball zum 25:22 zu verwandeln. Eben jene 34-jährige war es, die den Gastgeberinnen die meistens Probleme bereitete. Clever und variantenreich punktete die Außenangreiferin immer wieder und hielt ihre Mannschaft stets im Spiel. So auch im dritten Satz, der nach langem Hin und Her die Gastgeberinnen schon kurz vor der 2:1-Satzführung sah. Doch die 22:20-Führung in der Crunchtime sollte nicht reichen. Nele Barber verwandelte den Satzball zum 25:23 mit einem humorlosen Diagonalhieb. Sollten nun die favorisierten Gäste ihrer Rolle gerecht werden oder konnte Erfurt den Entscheidungssatz erzwingen?

Am Willen und an Kampfbereitschaft lag es im bisherigen Saisonverlauf nicht, dass Schwarz-Weiß nur einen Sieg einfahren konnte. Dass sie ihren Einsatz, um jeden Ball zu kämpfen und schier schon den Boden berührende Bälle kurz vor dem Aufprall noch zu kratzen steigern könnten, mochte man kaum glauben: aber sie taten es. Selbst eher, wegen ihrer Körpergröße für die Abwehr weniger prädestinierte Spielerinnen wie Sabrina Krause, hechteten nach jedem Ball. Nicht immer erfolgreich, aber mit Signalwirkung. Eine schnelle 8:4-Führung behaupteten die SWE-Damen, auch wenn es zwischendurch knapp wurde (9:8), und beendeten mit Sindy Lenz´ Angriffspunkt den vierten Satz zu ihren Gunsten (25:18).

Das Duell der Tabellennachbarn musste nun in den Entscheidungssatz. Eine 3:1-Führung wandelten die Gäste in ein 3:4 um, was Dirk Sauermann eine Auszeit nehmen ließ. Fortan bestimmten die Gastgeberinnen das Geschehen. Der Erfurter Block entschärfte einige Angriffe der Gäste und kam selbst zu entscheidenden Punkten. Vom 11:9 weg waren die Sauermann-Schützlinge nicht mehr zu halten. Als Rica Maase ihren letzten Aufschlag mit Wirkung servierte und Michelle Petter den „Dankeball“ zur Zuspielerin Meghan Barthel präzise servierte, war es der im Spiel sehr effektiv agierenden Jasmine Gross vorbehalten, den letzten Ball in der gegnerischen Spielhälfte zu versenken. Der Rest war Jubel allenthalben über den zweiten, sehnlichst erwünschten Saisonerfolg. Ein Sieg des Willens, mit unbändigem Einsatz aller Spielerinnen, die zeigten, dass sie es können. Sie kamen, sie sahen, sie siegten. (StS)

Bilder vom Spiel

 

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