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Süßes aus Saalfeld

Karin Hartewig bei der Buchvorstellung

„Wandel oder Verschwinden“ dieses Fazit zog Karin Hartewig heute Abend in der Villa Bergfried in Saalfeld zur 120jährigen Firmentradition der Schokoladenproduktion in Saalfeld. Während der Markenname verschwand, hat die Firma eine wechselhafte Geschichte die bis heute erfolgreich ist. Für die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen hat Karin Hartewig ein Buch darüber geschrieben, welches sie vor 50 hochinteressierten Gästen (viele von ihnen ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mauxion/Rotstern/Stollwerk) vorstellte. Auch zwei Enkelsöhne des langjährigen Firmenchefs Ernst Hüther waren extra angereist.

Für die LZT durfte ich den Abend moderieren und war beeindruckt von der Detailgenauigkeit mit der Frau Hartewig die Firmengeschichte und den sie prägenden Firmenchef Ernst Hüther bis 1948 nachzeichnete. Die zweite Epoche begann mit der Enteignung der Firma nach dem Krieg und der Etablierung als VEB Rotstern. Bis zur Wende entwickelte sich der Betrieb zum Monopolanbieter von Schokolade in der DDR. Die legendäre Schlagersüßtafel (von 1970 bis 1990 produziert) war ein Beispiel. In den 80ger Jahren kamen 95 Prozent aller Tafelschokoladen der DDR aus den TSW bzw. Rotstern und es gab schon Vorzeichen für das dritte Kapitel. In den 80ger Jahren begann die Gestattungsproduktion für Stollwerck und so kam manche Schokolade nach der Lieferung in den Westen im Weihnachtspaket wieder zurück in den Osten.

Mit dem Einigungsvertrag begann dann die nächste Ära. Als einer von 1.100 (der ehemals über 8.000) VEB gelang für Rotstern früh der Verkauf und damit durch den Wandel der Erhalt des Standorts. Für 3,5 Millionen DM wechselte das Unternehmen zu Stollwerck und über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind heute noch mit modernen Maschinen für Süßes aus Saalfeld zuständig.

Bei der Begrüßung hatte ich das Lied von Trude Herr „Ich will keine Schokolade“ von 1965 zitiert und eine Zeitreise mit dem Buch von Karin Hartewig angekündigt. Ausgesprochen gelungen war diese Reise durch 120 Jahre und Schokolade ist heute genauso gefragt wie 1901, 1948 und 1990. Ein großes Dankeschön für die Organisation des Abends auch an Frau Almut Wagner, die als ehemalige Geschäftsführerin der Thüringer Schokoladewerk Beteiligungsgesellschaft mbH. absolute Kennerin der Materie ist und heute für den Museumsverein Saalfeld den geschichtlichen Teil bewahrt. Natürlich lag für jeden Gast ein kleines Schokoladentäfelchen auf dem Platz, denn schließlich will zwar jeder einen Mann (oder Frau) aber eben auch Schokolade 😉

Bilder aus der Villa Bergfried [1]

Zur kostenfreien Bestellung des Buchs [2]