Fotogeschichten zwischen Lüge und Zorn

Vortrag in Hildburghausen

Fotografien erzählen Geschichten. Fotografien werden benutzt zur Propaganda. Heute sind Kameras durch Mobiltelefone omnipräsent und nahezu alles wird fotodokumentiert. Natürlich in der Regel, um das Fotomotiv ins rechte Licht zu setzen oder ein möglichst spektakuläres Bild zu schießen, welches in den sozialen Medien „viral abgeht“.

Ich fotografiere seit meiner Jugend leidenschaftlich gerne und viel. Zu DDR-Zeiten mit meiner EXA 1b und dem eigenen Fotolabor waren es selbstverständlich die schwarz-weißen Motive und die Freude die Bilder selbst entwickeln zu können. Heute sind es unzählige Aufnahmen, viele Familienbilder, Urlaube, Sportfotos  und auch beruflich/politische Motive geworden. In meinen über 1000 Flickr-Fotoalben sind es allein seit 2008 rund 80.000 Bilder geworden.

Gestern Abend ich bei einer Vortragsveranstaltung von Siegfried Wittenburg in Hildburghausen an die ganzen Foto-Geschichten gedacht, wie es bei mir angefangen hat. Auf der Fahrt nach Hildburghausen haben wir uns lange über die persönlichen Foto-Anfangsjahre unterhalten können. Siegfried Wittenburg leitete in der DDR einen Fotoklub und fotografierte Motive, die die real existierende DDR aufs Fotopapier brachten. Das hat nicht allen gefallen und so bekam er reichlich Konflikte mit staatlichen Stellen.

In der Wendezeit entstanden von ihm unzählige Bilder, die festhielten wie es aussah und was sich veränderte. Darüber, aber vor allem auch über den Wert der Meinungsfreiheit, hat er bei seinem Vortrag gesprochen. Der Blick für das richtige Motiv und das bewusste Abdrücken auf den Auslöser ist auch heute noch wichtig. Wir haben besprochen, dass wir mit der LZT im kommenden Jahr eine Veranstaltungsreihe organisieren, die jungen Menschen das Gefühl für die Bildsprache vermitteln soll.

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