CJD

Grundstein für die „Kleinen Europäer“

Kita CJD (2)Während im Erfurter Stadtrat und im Jugendhilfeausschuß derzeit über die Kita-Bedarfsplanung 2012/2013 diskutiert wird, gab es heute einen erfeulichen Lichtblick für die Kita-Situation. Das CJD feierte die Grundsteinlegung für die neue Kita der „Kleinen Europäer“. In der Warschauer Straße entsteht eine integrative Kita für 100 Kinder.

Für 20 Kinder unter 3 Jahren und 50 Kinder mit Förderbedarf wird dabei großzügig Platz geschaffen. Seit 2007 wird die neue Kita geplant und nun endlich für rund 3 Millionen Euro gebaut. Der alte Bau in der Berliner Straße befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand und hat als Kita leider keine Zukunft mehr, obwohl die Plätze gebraucht würden.

Unser Oberbürgermeister kündigte heute an, dass (dieses Mal nun wirklich) alle Kitas bis 2014 saniert sein sollen. Zugleich steigt aber der Bedarf an Plätzen. Den Rechtsanspruch für alle Kinder ab dem 1. Geburtstag soll ab dem 1. August 2013 – also zum letztmöglichen Zeitpunkt des KitaG – umgesetzt werden.

Kita CJDVerschwiegen wird dabei stets ganz gerne, dass es bereits jetzt einen uneingeschränkten Rechtsanspruch für Kinder ab dem 2. Geburtstag und einen eingeschränkten (wenn beide Eltern berufstätig, Ausbildung oder Studium bzw. Alleinerziehend und Arbeitssuchend) für alle Kinder darunter gibt. Zahlreiche Nachfragen in den Kitas belegen, dass derzeit schlichtweg Kita-Plätze in Erfurt fehlen und Eltern erst nach längerer Wartezeit einen Platz finden.

Ein weiteres Problem nimmt in Erfurt kontinuierlich zu. Inzwischen fehlen immer mehr Erzieherinnen. Herr Stellmacher, Leiter des CJD Erfurt, sate mir heute, dass allein beim CJD derzeit allein fünf Erzieherstellen in Vollzeit unbesetzt sind. Gleiches habe ich in den vergangenen Wochen von mehreren Trägern gehört, die zum Teil selbst für Leiterinnenstellen nur schwer geeignetes Personal finden.

Mit Christine Lieberknecht beim CJD

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Mit Axel Stellmacher und Christine Lieberknecht

Bevor unsere heutige Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, die Verantwortung für Thüringen übernommen hat war sie Sozialministerin und ich war während dieser Zeit sozialpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. In dieser Zeit haben wir gemeinsam viele soziale Einrichtungen im Freistaat besucht.

Bei unserem heutigen Besuch beim CJD musste ich daran denken, zumal wir nahtlos an etliche Diskussionsthemen aus dieser Zeit anknüpften. Der Leiter des CJD Erfurt Axel Stellmacher erläuterte uns die aktuellen Herausforderungen. Zahlreiche Einrichtungen betreibt das CJD in Erfurt. Von der interdiziplinären Frühförderstelle, über die integrative Kita und die Christopherusschule bis hin zu den Werkstätten und Wohnheimen betreibt das CJD alle Einrichtungen die sich um Menschen mit Behinderung kümmern.

Insbesondere die Veränderungen im schulischen Bereich machen dem CJD zu schaffen. Schulleiter Dr. Lochner, der seit vielen Jahren die Christopherusschule führt, skizzierte die erheblichen Kürzungen der Finanzmittel und die mangelnde Planungssicherheit. Niemand kann derzeit voraussagen, welche und wie viele Schüler künftig an die Schule kommen. Das Ziel der Inklusionsei zwar für alle Schüler richtig, aber da sich die Förderschulen nicht öffnen dürfen, ist deren Zukunft unklar.

CJD (49)Zunehmende psychische Erkrankungen, die problematische Situation in vielen Familien und Förderprobleme bei Schülern in Förderlehrgängen zur Erlangungen von schulischen Abschlüssen und der Berufsreife sowie die Situation älterer Behinderter haben wir intensiv diskutiert.

Bei Rundgang durch die Werkstätten konnten wir erfahren, wie wichtig der strukturierte Tagesablauf für die Menschen mit Behinderung ist. Viele Informationen und viel Motivation bald wieder beim CJD zu Gast zu sein!

Fotos vom Besuch beim CJD Erfurt