Mehrgenerationenhäuser

Pavillion als Ort der Begegnung im MGH Königsee

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Vor dem sanierungsbedürftigem Pavillion

„Liebeserklärung an eine Dame“ so ist die Beschreibung eines Pavillions auf dem Gelände des Mehrgenerationenhauses in Königsee. Über 100 Jahre ist der Fachwerkpavillion, der einst für die Geliebte eines Fabrikanten gebaut wurde.

Leider ist der Pavillion in die Jahre gekommen und benötigt eine Runderneuerung. Diese Runderneuerung wird Dank der Werner und Gretchen Neumann Stiftung Wiesbaden möglich.

Der Vorsitzende der Stiftung Werner Rödel und seine Stellvertreterin Hannelore Rönsch, die von 1991 bis 1994 Bundesfamilienministerin war, überreichten gestern einen Scheck in Höhe von 15.000 Euro.

MGH Königsee (11)Gerhard Günther, örtlicher Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des DRK Thüringen hatte Hannelore Rönsch, die in Hessen DRK-Chefin ist, von dem Projekt erzählt und ihr Interesse geweckt.

Beim Besuch im MGH Königsee konnten wir gestern sowohl über die Arbeit des Mehrgenerationenhauses als auch über die Pflegesituation ausgiebig diskutieren. In Königsee wird beides miteinander verbunden, weil das MGH im Pflegeheim der AWO zu Hause ist. Der Pavillion soll künftig als Ort der Begegnung fungieren und den großen Spielgarten für Alt und Jung ergänzen – eine gute Idee. Nach Vorstellung des Trägers soll sich der Park zum Generationengarten entwickeln. Viel Erfolg dabei!

Vielen Dank an Hannelore Rönsch für die Unterstützung des Projektes.

Bilder vom MGH Königsee

Netzwerk der Thüringer Mehrgenerationenhäuser gegründet

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Gemeinsam mit Antje Lindenberger und Gundula Bomm

In Gotha trafen sich heute die Vertreter der 30 Thüringer Mehrgenerationenhäuser, um ein gemeinsames Netzwerk zu gründen. Ziel des Netzwerks soll der Erfahrungsaustausch und die gemeinsame Lobbyarbeit sein. Bei der Tagung habe ich unter anderem die Eckpunkte zur weiteren Arbeit und zum Folgeprogramm für die Mehrgenerationenhäuser vorgestellt und mit den Mitarbeiterinnen und Trägervertretern die Perspektiven diskutiert.

Erfreut war ich heute so viele bekannte Gesichter bei den Kolleginnen und Kollegen wieder zu sehen. In den letzten Wochen war ich in 16 Häusern zu Besuch und für acht weitere habe ich heute gleich feste Besuchtermine in den nächsten vier Wochen vereinbart.

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Die Mehrgenerationenhäuser gibt es flächendeckend in Thüringen

Gewählt wurde heute darüber hinaus ein fünfköpfiger Sprecherrat und die Vertreterin der Bundesagentur erläuterte die begleitende fachliche Arbeit für die Häuser. Tamara Wedel, Cornelia Bähringer-Bergner, Markus Edom, Gundula Bomm und Antje Lindenberger werden künftig die Arbeit koordinieren. Der Oberbürgermeister von Gotha Herr Kreuch und der 2. Beigeordnete des Landrats Herr Fröhlich lobten die Arbeit der MGHs im kommunalen Netzwerk.

Ich bin sehr optimistisch, dass die allermeisten der Thüringer Häuser erfolgreich im Folgeprogramm ab 1.1.2012 weiter arbeiten werden. Eine Herausforderung auch für das Netzwerk ist es nun schon langfristige Fördermöglichkeiten zu finden. Als ständiger Gast der Netzwerktagungen werde ich als Landesbeauftragter für das Zusammenleben der Generationen dies nach Kräften unterstützen.

Bilder der Tagung

Bund verlangt von Kommunen mehr Mitverantwortung für Mehrgenerationenhäuser

Generationenbeauftragter Michael Panse: „Mehrgenerationenhäuser längst Teil der kommunalen Infrastruktur“

Der Thüringer Landesbeauftragte für das Zusammenleben der Generationen, Michael Panse, hat beim heutigen Treffen der 30 Thüringer Mehrgenerationenhäuser in Gotha das „Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II“ des Bundes erläutert. Dieses Programm wird am 1.1.2012 beginnen und auf die Dauer von drei Jahren angelegt sein. Es soll ein Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro haben und die dauerhafte Verankerung der Mehrgenerationenhäuser im sozialen Gefüge der Kommunen in Deutschland ermöglichen. Der Generationenbeauftragte sagte dazu:

„Mit dem Folgeprogramm bekennt sich der Bund zu seiner Verantwortung, die entstandenen Strukturen zu sichern und dauerhaft tragfähig zu machen. Die Aufgaben, die die Mehrgenerationenhäuser erfüllen, gehören zweifellos zur sozialen Daseinsfürsorge vor Ort. Sie gehören deshalb in die kommunale Zuständigkeit. Wenn der Bund jedoch, wie ursprünglich geplant, das Projekt nach fünf Jahren nicht weiter mitfinanzieren würde, würde dies auch für die große Mehrheit der Thüringer Häuser das Aus bedeuten. Bei meinen Besuchen in über der Hälfte der Thüringer Einrichtungen konnte ich in den vergangenen Wochen erfahren, dass kaum eine Kommune bereit und in der Lage ist, unmittelbar nach dem Auslaufen der ersten Förderperiode, in der die Häuser 40.000 Euro jährlich erhielten, nun die alleinige Fortfinanzierung zu übernehmen. Ich begrüße es daher ausdrücklich, dass der Bund mit der nun zugesagten Förderung von 30.000 Euro jährlich pro Haus einen hohen Anteil der Kosten weiter trägt. Es ist allerdings auch richtig, dass der Bund im Gegenzug dazu ein klares Bekenntnis und die Mitfinanzierung auf kommunaler Seite einfordert.“

Laut Michael Panse sind die Mehrgenerationenhäuser Teil der kommunalen Infrastruktur, sie schließen bestehende Angebotslücken und verknüpfen zahlreiche bestehende Angebote von Seniorenbüros über Freiwilligenagenturen bis hin zu Jugendeinrichtungen. Eine direkte Verlängerung des Modellprogramms ist seitens der Bundeshaushaltsgesetzgebung nicht möglich. Bis zum Juli können sich aber die Häuser in einem Interessenbekundungsverfahren mit dem befürwortenden Votum der Kommune bewerben. Zukünftig sollen rund 450 Mehrgenerationenhäuser bundesweit gefördert werden. Damit bestünde in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein Mehrgenerationenhaus. Michael Panse erläuterte zum nun geplanten Verfahren:

„Bei der Bund-Länder-Beratung am Montag dieser Woche in Berlin haben wir mit dem Bundesministerium die Eckpunkte des Bewerbungsverfahrens besprochen. Wichtig ist, dass die Träger bei der Bewerbung eine Sozialraumanalyse vorlegen sowie auf regionale Bedarfe und Kooperationen eingehen. Darüber hinaus müssen sie mit der Kommune eine Erklärung über die 10.000 Euro Kofinanzierungsmittel oder entsprechende geldwerte Leistungen – wie Mietkostenerlass oder Projektkostenzuschüsse – für die Jahre 2012 bis 2014 vorlegen. Die Kommunen sollen zudem Aussagen zur längerfristigen Perspektive für das Mehrgenerationenhaus treffen. Zu letzterem sehe ich allerdings auch das Land mit in der Pflicht gemeinsam mit den Kommunen ein Konzept für den Fortbestand nach 2014 zu entwickeln, wenn die Bundesförderung ausläuft. Erfreulich finde ich, dass es künftig eine Kooperationsgruppe beim Bund geben wird, in der alle Bundesländer mitarbeiten und das Projekt fachlich begleiten werden.“

Hintergrund:

Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser des Bundes war während der Regierungszeit von CDU/CSU und SPD im Herbst 2006 aufgelegt worden. Bis zum Beginn des Jahres 2008 wurden deutschlandweit insgesamt 500 Mehrgenerationenhäuser etabliert. In Thüringen gibt es 30 Mehrgenerationenhäuser flächendeckend in allen kreisfreien Städten und Landkreisen. Die ursprüngliche Förderperiode war zunächst auf fünf Jahre begrenzt. Mit dem planmäßigen Auslaufen des Bundesprogramms wäre auch die Förderung für einige der Thüringer Mehrgenerationenhäuser im Jahr 2011 zu Ende gegangen. Die Länder und die Bundestagsfraktionen der SPD und der CDU/CSU hatten in den letzten Wochen nachdrücklich ein Folgeprogramm eingefordert. Mit Erfolg, denn das Bundesfamilienministerium sicherte eine weitere dreijährige Förderung für das Folgeprogramm, das am 1.1.2012 starten soll, zu.

Mehrgenerationenhaus von Blitz e.V. und der Volkssolidarität

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Garten der Generationen in Zeulenroda

Keines der Mehrgenerationenhäuser gleicht dem anderen. Bei meinem Besuch gestern in Zeulenroda und Stadtroda ist mir dies wieder überdeutlich geworden. In Zeulenroda ist die Volkssolidarität Träger der Einrichtung. Untergebracht sind die Räume in einem Haus in dem auch zahlreiche Wohnungen für Senioren sind und so sind auch viele der Angebote darauf ausgerichtet. Sportliche Angebote des MGH finden in verschiedenen anderen Einrichtungen der Stadt statt. Die größten Synergieeffekte erreicht die Einrichtung mit der benachbarten Kita. Sowohl von den Senioren, als auch von den Kindern werden die generationsübergreifenden Angebote gut angenommen, wie uns die Leiterin der Kita beim Besuch der Einrichtung erklärte.

Der Träger Blitz e.V. legt hingegen den Schwerpunkt der Arbeit in die offene Jugendarbeit und dies auch im Mehrgenerationenhaus in Stadtroda. Gerade in dieser Woche feierte der anerkannte Bildungsträger sein 20jähriges Bestehen.

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Das Modell des MGH in Stadtroda

Mit 32 Mitarbeitern hat sich der Träger zu einem großen Träger entwickelt und bringt die notwendige Fachlichkeit mit. Das altehrwürdige Haus wurde in den letzten Jahren gut saniert und bietet nahezu optimale Möglichkeiten.

Viele noch offene Fragen, wie es in den Mehrgenerationenhäusern weiter geht, werden sich hoffentlich nächste Woche klären. Am Montag werde ich Thüringen bei der Bund-Länder-Gesprächsgruppe im Bundesministerium in Berlin vertreten. Am Donnerstag treffen sich dann die Vertreter der 30 Thüringer MGHs in Gotha. Ziel ist es sich landesweit besser zu vernetzen und Lobbyarbeit zu leisten. Bei beiden Sachen helfe ich gerne.

Mehrgenerationenhaus Weimar-Schöndorf

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Das Mehrgenerationenhaus in Weimar-Schöndorf

Heute ging es zum Besuch in das Mehrgenerationenhaus nach Weimar-Schöndorf. Am Rand der Klassikerstadt liegt das MGH mitten in einem Plattenbaugebiet. Deshalb sind auch dort vor allem Angebote der Jugendsozialarbeit gefragt. Der Träger der Einrichtung ist der Förderkreis Jul.

Die Projektleiterin Felicitas Fehling führte mich durch das Haus und erläuterte die Angebote. Zahlreiche Arbeitsgelegenheiten werden im MGH organisiert und über die Agentur vermittelt. Einige der ehemaligen Mitarbeiter wurden in den letzten Jahren danach in sozialversicherungspflichtige Jobs gebracht.

Als Jul e.V. das Mehrgenerationenhaus vor drei Jahren übernommen hat, war es eine stark sanierungsbedürftige ehemalige Platten-Kita, wie es sie in nahezu jedem Neubaugebiet der ehemaligen DDR in gleicher Bauweise gab.

Projektleiterin Felicitas Fehling
Projektleiterin Felicitas Fehling

Eines ist allerdings all diesen Einrichtungen heute gemein, sie sind „rum“. In Weimar-Schöndorf konnte der Förderkreis Jul mit eigenen Mitteln und den Jugendlichen, die sich beim Träger in Ausbildung oder Berufsorientierungslehrgängen befinden, die Sanierung voran treiben. Jetzt erstrahlt das Haus in frischen Farben und energetisch saniert mit neuen Fenstern.

In dem Mehrgenerationenhaus ist auch das Tizian und das TIBI-Projekt integriert, beides Angebote deren Entstehung ich aktiv mit begleiten konnte und die auch in Erfurt zu finden sind. Ein Näh-Service der Thüringer Arbeitsloseninitiative, Hausaufgabenbetreuung gibt es ebenso wie zahlreiche Kurse. Ausgesprochen gut finde ich, dass der Träger frühzeitig einen Beirat gebildet hat der fachlich berät. In dem Beirat sind zahlreiche Projektpartner und die kommunale Seite vertreten. Damit ist eine gute Vernetzung und Akzeptanz vor Ort gegeben.

Weiteres Entwicklungspotential bietet sich in der bereits jetzt bestehenden Zusammenarbeit mit der benachbarten Kita. Ich kann mir dort gut eine Entwicklung hin zu einem Eltern-Kind-Zentrum vorstellen.

Ort der Vielfalt – MGH in Bad Salzungen

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Gesprächsrunde im MGH

Das Mehrgenerationenhaus in Bad Saltzungen ist zweifellos eineder größten Einrichtungen dieser Art in Thüringen. Beim gestrigen Besuch reichten zweieinhalb Stunden nicht aus, um alle Angebote umfassend darzustellen. In Trägerschaft des Sozialwerks des Demokratischen Frauenbundes vereinigt das MGH Angebote von vielen Trägern und für viele Zielgruppen im Gebäude des ehemaligen Krankenhauses Bad Salzungen.

Zum Gespräch in der Einrichtung waren neben den Vorstandsvertretern auch die Projektverantwortlichen, der Landtagsabgeordnete Gustav Bergemann, die Fraktionsvorsitzenden von CDU und Linken im Stadtrat, Vertreter von Stadt und Landkreis, sowie Sponsoren und Projektpartner wie die Sparkasse gekommen.

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Unterstützung vor Ort

Die Geschäftsführerin des Trägers Hannelore Walz erläuterte mir, Julia Heidekrüger (Referentin Frauen und Familie Der Paritätische Thüringen) und Norbert Scheitz (Referatsleiter im TMSFG) die vielen Angebote.

In der Einrichtung ist das Frauen- und Familienzentrum Louise ebenso integriert, wie das Seniorenbüro des Wartburgkreises und die Integrative Begegnungsstätte Sonnenblume. Die Beratungsstelle „Wohnen im Alter“ findet sich ebenso vor Ort wie der ambulante Hospiz- und palliative Beratungsdienst. Letztere leisten einen  wichtigen Teil ihrer Arbeit in den Räumen des ehemaligen Kreißsaals. Rund 150 Seniorinnen und Senioren sind regelmäßig ehrenamtlich aktiv – Respekt!

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Computerkurs im MGH

Begeistert hat mich das Angebot Senijung bei dem Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse im Ehrenamt in einen Erfahrungsaustausch mit Seniorinnen und Senioren der Senioren- und Pflegeeinrichtungen der Stadt treten.

Vor zwei Jahren startete das Projekt mit vier Schülern und vier Mentoren, letztes Jahr waren es 15 Schüler und 8 Mentoren, jetzt sind es 47 Schüler und 10 Mentoren. Begleitet wird das Projekt von zahlreichen Schulen und erfreulicherweise auch von der Schulsozialarbeiterin der SBBS mit den BVJ-Klassen. Insbesondere bei den Schülern für Hauswirtschaft wird so auch das Interesse für Berufe im Pflegebereich geweckt.

Internetcafe 50plus, PC-Kurse für Senioren, Spielenachmittag, Kinderbetreuung, Sportgruppen, Kinonachmittage… die Liste der Aktivitäten im Hause lässt sich noch beliebig verlängern. Neben dem Engagement des Trägers lebt das Haus vor allem auch von der hohen Akzeptanz und Unterstützung vor Ort.

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Die Mehrgenerationenbank

Landratsamt und Rathaus unterstützen die Arbeit. Die Sozialdezernentin Frau Döhring gehört zu den Unterstützern von Anbeginn und auch die örtliche Politik „kniet“ sich rein. Gustav Bergmann als Landtagsabgeordneter und Christian Hirte als Bundestagsabgeodneter sind ebenso regelmäßig zu Besuch wie Kommunalpolitiker.

Ich war begeistert von der Arbeit im MGH Bad Salzungen. Ein Leitspruch des MGH ist „Die Entwicklung von Angeboten, welche an den wirklichen Interessen der NutzerInnen orientiert sind, ist oberstes Gebot“. Er wird hervorragend umgesetzt.

Viel Erfolg auch weiterhin der Koordinatorin Peggy Schmidt und ihrem Team!

Bilder des Besuchs

Kommunale Unterstützung diskutiert

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Diskussionsrunde in Neuhaus

Für die weitere  Arbeit der Mehrgenerationenhäuser ist die Unterstützung und Akzeptanz vor Ort unabdingbar. Am Dienstag diskutierte ich dazu im Mehrgenerationenhaus in Neuhaus mit der Sonneberger Landrätin Christine Zitzmann, dem Landtagsabgeordneten Henry Worm und der Bürgermeisterin von Neuhaus. Ein Finanzierungskonzept für das Haus der Volkssolidarität wird nicht einfach zu erstellen sein, aber es erscheint möglich. Im Haus spielt sich vieles im sozialen Leben der Stadt ab. Jugendclub, Seniorenbegegnungsstätte, Schuldnerberatung, Pflegestützpunkt -die Liste ist lang. Damit ist aber auch klar die Arbeit muss dort fortgeführt werden!

Heute habe ich mit den Sozialdezernenten und Amtsleitern der Landkreise bei einer Beratung des Landkreistages zu diesem Thema weiter diskutiert.

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Landkreistag in Erfurt

Dabei wurde auch deutlich wie groß die Erwartungshaltung an das Land ist. Eine landesweite Sozialnetzplanung ist nach meiner Meinung unbedingt notwendig. Bereits jetzt muss aber der Blick auch nach vorn gerichtet werden. In drei Jahren werden die MGHs in kommunale Verantwortung übergehen, da bleibt noch viel Lobbyarbeit zu tun. Für mich waren beide Termine hilfreich in Vorbereitung der Bund-Länder-Koordinierungsgruppe in Berlin Ende März.

Bummi, Krümel, Schlumpfenhausen – Besuch in Kitas der Stadt Gera

Das Mehrgenerationenhaus in Gera
Das Mehrgenerationenhaus in Gera

Ganz anders waren die Vorzeichen beim heutigen Besuch in drei Kindertageseinrichtungen in Gera, als bei meinem letzten Besuch dort vor zweieinhalb Jahren. Auf dem Höhepunkt der Diskussion um das damalige Kita-Volksbegehren hatte ich zahlreiche Diskussionsrunden um die Personalsituation an den Thüringer Kitas und insbesondere bei den Geraer Kitas der AWO und der Volkssolidarität wurde die Debatte sehr heftig geführt und ich war nicht zwingend bei allen Besuchen vor Ort herzlich Willkommen.

Mit meiner damaligen Landtagskollegin Margit Jung von den Linken hab ich in Podiumsdiskussionen heftig, aber sachlich fair gestritten. Heute war ich nun auf ihre Einladung in meiner neuen Funktion als Landesbeauftragter für das Zusammenleben der Generationen im Mehrgenerationenhaus in Gera Bieblach-Ost zu Besuch. Im Anschluss an das Gespräch im MGH besuchten wir die benachbarte Kita Bummi der AWO und die beiden Kitas Krümel und Schlumpfenhausen der Volkssolidarität.

Im Mehrgenerationenhaus reichte die Spannbreite der Angebote durch alle Altersgruppen von 0 – 87 Jahren. Pekip-Kurse für junge Eltern, Kleiderkammer, Jugendeinrichtung, Kurse, Computerclub, Sportangebote, Großeltern-Eltern-Kind-Kurse, Kochprojekte und der offene Tagestreff sind nur einige wenige Beispiele. Im sozialen Brennpunkt Bieblach-Ost werden die Angebote trotz, oder gerade wegen der schwierigen sozialen Lage sehr gut angenommen. Durch die Zusammenarbeit mehrerer Träger und eine gute Abstimmung mit der Stadt wir eine große Vielfalt an Angeboten organisiert. Wenngleich die Förderung für das Mehrgenerationenhaus in Höhe von 40.000 Euro/järlich nur einen Bruchteil der Finanzierung ausmacht, bin ich sehr froh, dass diese Bundesförderung in Höhe von 30.000 Euro für drei Jahre ab 1.1.2012 weiter geführt wird – gut angelegtes Geld!

Auf die benachbarte Kita Bummi strahlt das MGH aus und beide Einrichtungen ergänzen sich hervorragend. Gerade der niedrigschwellige Zugang ermöglicht den Eltern frühzeitig Hilfe anzunehmen und da treffen sich die Interessen mit dem Jugendamt. Schließlich geht es darum, Familien in Problemsituationen frühzeitig Hilfe anbieten zu können. 70 Prozent der Eltern sind von Gebührenzahlungen befreit, also im Bezug von Sozialleistungen, da ist es gut, dass Hilfe vor Ort erreichbar ist.

Auch in der nachfolgenden Kita Krümel der Volksolidarität sind die Zahlen ähnlich. Dort gibt es eine enge Kooperation mit der Ortsgruppe der Volkssolidarität. Die engagierten Senioren treffen sich regelmäßig in der Kita und helfen wo es geht. Geplant ist mit der Wohnungsgesellschaft Elstertal weitere Räume nutzbar zu machen und auch in der Kita gibt es genügend Platz auf dem Dach für weitere Räume. Erfreut war ich, dass alle Kita-Leiterinnen mir von deutlichen Personalverbesserungen berichteten. Inzwischen ist auch in Gera gutes Kita-Personal knapp geworden, wer hätte dies vor drei Jahren gedacht. In Gera hat sich durch die deutlich erhöhte Landesförderung auch kein Finanzierungsdefizit ergeben, wie es mir Frau Jung bestätigte.

In der Kita Schlumpfenhausen in Steinbrücken hat sich ebenfalls die Personalausstattung deutlich verbessert. Für die 47 Kinder sind zwei Erzieherinnen hinzugekommen. Fehlen tut allerdings der Platz. Ein Umbau im Haus und eine Erweiterung ist geplant und ich habe der engagierten Leiterin versprochen wiederzukommen, wenn das Haus fertig umgebaut ist. Insgesamt habe ich heute einen Berg guter Eindrücke aus Gera mitgenommen. Der Bericht dazu bei Deutschland Today:

Eckpunkte des BMFSFJ für die weitere Arbeit der Mehrgeneratioenhäuser (MGH) in einem Folgeprogramm

Inhaltliche/strukturelle Schwerpunkte:

Generationenübergreifender Ansatz bleibt prägend für die Arbeit und Querschnittsaufgaben für alle zukünftigen Mehrgenerationenhäuser. Darüber hinaus sollen sich in Umsetzung der Nationalen Engagementstrategie die

Mehrgenerationenhäuser als Knotenpunkte für bürgerschaftliches Engagement in der Kommune etablieren. Inhaltliche Schwerpunkte im Folgeprogramm sind:

„Alter und Pflege“, u.a. Etablierung von Unterstützungs- und Beratungsangeboten für ältere Menschen, Pflegebedürftige und Demenzkranke und ihre Angehörigen;

Vermittlung und Bereitstellung niedrigschwelliger Angebote bis hin zu pflegeergänzenden Hilfen; Systematischer Auf- und Ausbau von Kooperationen mit Pflegeberatungsstellen und Pflegestützpunkten;

„Integration und Bildung“, u.a. Etablierung integrationsfördernder Angebote in möglichst vielen Häusern; Auf- und Ausbau der Angebote im Bereich Betreuung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen;

„Haushaltsnahe Dienstleistungen“, u.a. nachhaltige Festigung der Mehrgenerationenhäuser als die Dienstleistungsdrehscheiben in der jeweiligen Standortkommunen Abbau von Hemmschwellen gegen und Werbung für haushaltsnahe Dienstleistungen, vor allem in Bezug auf eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Familie und Pflege;

„Freiwilliges Engagement u.a. Etablierung von Mehrgenerationenhäusern als Knotenpunkte des bürgerschaftlichen Engagements in den Kommunen unter Einbeziehung der Freiwilligendienste aller Generationen und des

Bundesfreiwilligendienstes; stärkere Vernetzung mit Einrichtungen und Initiativen – wie Freiwilligenagenturen, Seniorenbüros oder Jugendmigrationsdiensten;

Finanzvolumen (unter dem Vorbehalt der Bereitstellung entsprechender Finanzmittel):

450 Mehrgenerationenhäuser im Folgeprogramm

flächendeckende Verteilung: ein Mehrgenerationenhaus pro Landkreis und kreisfreier Städte, zusätzliche Standorte in Großstädten, Metropolenregionen und Flächenkreisen;

40.000 € pro Haus und Jahr (30.000 € Bundesmittel/Mittel des Europäischen Sozialfonds, 10.000 € durch Land oder Kommune als unmittelbarer Zuschuss oder geldwerte Leistung)

Meilensteine:

offenes Interessensbekundungsverfahren (Bewerbungsphase), auch für Einrichtungen, die bisher nicht über das Aktionsprogramm gefördert wurden: Start voraussichtlich Sommer 2011

anschließend förmliches Antragsverfahren;

dreijährige Laufzeit des Folgeprogramms von 1.1.2012 bis 31.12.2014

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