MOSAIK

Horizonterweiterung

Aus der Mosaik-Fanszene Erfurt

Bildungsarbeit, die bildet – so ist unser Anspruch als Landeszentrale für politische Bildung Thüringen. Allerdings passiert es häufig, dass die Veranstaltungen und Publikationen, die wir vorstellen und verlegen, auch den eigenen Horizont erweitern.

Mir ist es jetzt so mit unserer jüngsten Broschüre in der Reihe „Die Geschichte hinter dem Bild“ so gegangen. Durch das Video, was ich dazu erstellt habe, habe ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigt und inzwischen mit mehreren Menschen Kontakt gehabt, die sich in der Comic-Szene stark engagieren. Unsere Broschüre ist inzwischen über 1000 Mal bestellt worden und es ist absehbar, dass in zwei Wochen die Erstauflage vergriffen sein wird (schnell bestellen, wer noch eins haben will). Auch das Video wurde 450 Mal bei YouTube aufgerufen. Beides sind für die LZT ausgesprochen erfreuliche Zahlen.

Heute habe ich zudem von einem Erfurter Sammler ein Päckchen mit mehreren Ausgaben der Broschüre MOSAIKER, das Mosaik-Fanzine aus Erfurt bekommen. Herzlichen Dank dafür. Ich wusste vorher nicht, dass es so eine hochmotivierte Fanszene in Erfurt gibt und habe die Hefte aufmerksam gelesen. Das Mosaik war zu DDR-Zeiten Kult und es steckte viel mehr dahinter, als nur tolle Zeichnungen und Bilder. Die Beschäftigung mit dem Thema hat mir auch deshalb viel Spaß gemacht, weil ich dabei gemerkt habe, dass politische Themen uns überall begegnen können. Für die LZT ist es wichtig, dass wir auch Themen aufnehmen, die uns neue Zielgruppen eröffnen.

Einmal Leipzig und zurück für ein Video über die Digedags

Das Titelblatt der ersten Digedags 1955

Dieses Mal war meine Dienstreise nach Leipzig so ein klein wenig auch eine Reise in Kindertage. Kindertage von praktisch jedem in der DDR aufgewachsenen Kind. Mit Prof. Bernd Lindner habe ich ein Videointerview zu seiner Broschüre „Das MOSAIK von Hannes Hegen – Comic in der DDR“. In unserer LZT-Reihe „Die Geschichte hinter dem Bild“ hat Prof. Lindner die Geschichte der populären Digedags und ihres Schöpfers nachgezeichnet.

Im Dezember 1955 erschien die erste Ausgabe von 223 folgenden. Die Digedags waren als Gegenstück zu westlichen Comics konzipiert und wurden zu einem Selbstläufer. 200.000 Exemplare zu Beginn und am Ende 1975 660.000 gingen weg wie „warme Semmeln“. Die viel zu wenigen Abos wurden vererbt und allen Sammlern blieb nur der regelmäßige Gang an den nächstgelegene Kiosk. Inzwischen sind die Digedags Sammlerexemplare von hohem Wert. Das erste Heft erzielt Preise von mehreren tausend Euros – selbst in gebrauchtem Zustand. Auch die Nachfolger der Digedags, die ab 1976 erscheinenden Abrafaxe, erreichten noch Kultstatus und sie gibt es heute noch. Somit ist das Mosaik die am längsten erscheinende Comic-Reihe.

Das Gespräch mit Prof. Lindner war ausgesprochen informativ und ich konnte viele seiner Unikate bewundern. Im fertiggestellten Video gibt es viele Hintergrundinformationen zu den Digedags. Bis jetzt ist unsere Broschüre „Die Simpsons“ unser Quotenrenner, mit den meisten Bestelllungen. Ich habe so das Gefühl, das „Mosaik von Hannes Hegen – Comic in der DDR“ könnte daran heran kommen.

Zu bestellen ist die Broschüre kostenfrei (lediglich Versandkosten) über die Homepage der LZT oder direkt abzuholen in unserer Publikationsausgabe in der Regierungsstraße in Erfurt.

Video-Buchvorstellung

Online-Bestellung der Broschüre