Städtepartnerschaft

Städtepartnerschaft mit Shawnee

Die Nationalhymne von Kansas
Die Nationalhymne von Kansas

Diese Woche bestand mehrfach die Gelegenheit, unsere Städtepartnerschaft mit Shawnee zu pflegen. Seit vielen Jahren gibt es mit der Stadt in Kansas eine gute Partnerschaft, genau vor einem Jahr waren wir mit einer Delegation in Shawnee zur Einweihung des dortigen Erfurt-Parks.

Zum Gegenbesuch waren unsere amerikanischen Freunde in dieser Woche in Erfurt. Unter Leitung ihrer Bürgermeisterin Michelle Distler absolvierten unsere amerikanischen Freunde ein interessantes kommunalpolitisches Programm – u.a. aber auch ein herausforderndes Programm 😉

Bei der Erfurter Feuerwehr absolvierte die Bürgermeisterin in Schutzausrüstung den Hindernisparcour erfolgreich. Sowohl beim Begrüßungsabend am Montag, bei der Eintragung in das Goldene Buch der Stadt am Dienstag, als auch beim gestrigen Abschiedsabend im EBZ bestand viel Gelegenheit über Kommunal- und die große Politik zu diskutieren. Ich habe mich gefreut viel mit Stadtratskollegen Brandon Kenig reden zu können. Bei Facebook sind wir schon länger befreundet, aber das direkte Gespräch macht immer mehr Spaß. Insbesondere die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA – und die Schwierigkeiten die die Republikaner mit ihrem Kandidaten waren ein heiß diskutiertes Thema. Ich bin sehr gespannt, wie das am 8. November ausgeht…

Bei der gestrigen Verabschiedung haben uns unsere amerikanischen Freunde wieder nach Shawnee eingeladen – in zwei Jahren 2018 steht dann auch schon das 25jährige Städtepartnerschaftsjubiläum an 🙂

Bilder vom Besuch in Erfurt

 

Besuch aus Kati

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Issiaka Coulibali und Bernward Credo

Besuch aus unserer Partnerstadt Kati ist derzeit in Erfurt zu Gast. Issiaka Coulibali ist aus dem westafrikanischen Mali für zehn Tage nach Erfurt gekommen und ich habe mich heute Abend in der Kleinen Synagoge gefreut. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Freundeskreises Kati, Bernward Credo, hielt er einen Vortrag über die Lebenssituation in Mail.

Nicht nur weil bei der Bilderpräsentation viele Bilder von mir von unserem Besuch im Januar/Februar dabei waren, sondern weil auch die halbe Reisegruppe zu Gast war, waren sofort wieder alle Erinnerungen da. Auch die damaligen Auszubildenden (inzwischen haben sie ausgelernt), die im Waisenhaus in Kati eine Solaranlage instaliert haben, berichteten von ihrem Projekt. Gut, dass die Partnerschaft so funktioniert, dass man in Kontakt bleibt und gut, dass sich 30 Besucher für das Leben in Mali interessierten. Issiaka werde ich in den nächsten Tagen noch einige Male in Erfurt treffen. Unter anderem auch am Dienstag beim Spiel RWE – Werder Bremen.

Partnerschaftserklärung Erfurt – Kati unterzeichnet

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Gespräch mit den Vertretern der "Landespressekonferenz"

„Man kann arm sein, aber man muss ehrlich sein!“ so begann Bürgermeister Hamala Haidara seine Rede vor den rund 60 Kommunalvertretern Katis, denen er am Dienstag Vormittag die Partnerschaftserklärung erläuterte. Der Vertrag, der schließlich am Abend feierlich unterzeichnet wurde, hat für die Vertreter Katis eine sehr große Bedeutung. Jeder Vertreter einer Einrichtung, die wir in den letzten Tagen besucht haben, danke in bewegten Worten für die Hilfe – Frauenzentrum, Kindergarten, Verein der Witwen und Fußballverein.

Haidara ist gewillt, die Chancen für seine Stadt zu nutzen und das kombinierte er auch mit einer klaren Ansage an seine Mitbürger: „Wer nicht mitarbeiten will, soll Kati verlassen!“ und „Wenn man nicht glaubt, kann man nicht gewinnen.“. Im Anschluß an den Gedankenaustausch stand ein Gespräch mit Medienvertreter Katis. Es gibt zwar Pressefreiheit, aber es werden kaum Zeitungen gedruckt. Seit 2000 werden Journalisten nicht mehr mit Gefängnisstrafen bedroht, aber die Frage „Werden in Deutschland Journalisten auch bestraft, wenn sie schlecht über die Regierung schreiben, lies uns aufhorchen.  – Nein, auch wenn die Versuchung groß wäre, darüber denkt in Deutschland keiner nach. Erklärung zur Frage: In Mali gibt es heute „nur noch“ Geldstrafen bei unliebsamer Berichterstattung,

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Bürgermeister Haidara und Oberbürgermeister Bausewein

Am Nachmittag besuchten wir das Waisenhaus von Kati, wo derzeit drei Erfurter Mitarbeiter die Solaranlage montieren. Zwar geht es den Kindern dort deutlich besser, als auf der Straße, aber es ist noch ganz viel zu tun.

Auf dem Handwerkermarkt erlebten wir danach ein unglaubliches Gewussel. Bei jedem vorsichtigen Blick in eines der Straßengeschäfte, waren sofort mindestens drei „Einkaufsberater“ zur Stelle. Viele Holzskulpturen und Masken werden den Weg nach Thüringen antreten und von der Handwerkskunst Malis Zeugniss ablegen.

Ich habe neben einigen Kleidungsteilen auch eine Nachbildung eines Tuareg-Schwertes erstanden. Ob es allerdings tatsächlich den Weg nach Deutschland und dort zu MDR-Fasching findet, war allerdings zu dem Zeitpunkt noch offen. Mit Mühe hat es in den größten Koffer gepasst und letztlich hat es auch die Einreisekontrolle überstanden.

Feierlich wurde es am Abend auf dem Hof des Bürgermeisteramtes in Kati. Im Beisein des Deutschen Botschafters unterzeichneten Andreas Bausewein und Hamala Haidara die Partnerschaftserklärung und dies wurde danach gefeiert.

Malis Frauen (8)Ein knappes Dutzend junger Damen übernahmen den Catteringservice. So wie sie sich zurecht gemacht hatten, hätten sie an dem Abend auch die „Miss Kati“ wählen können…

Mehr Bilder von den Damen des Abends gibt es hier.

Und natürlich finden sich hier auch allen Bilder von der Unterzeichung der Partnerschaftserklärung.

Mali – ein Land voller Gegensätz

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Grundstein für das Frauenzentrum in Kati

In Bamako, der Hauptstadt von Mali sind die Gegensätze offensichtlich. Am Morgen mussten wir ersteinmal wieder umziehen. Nachdem wir im ursprünglichen Hotel bei der Anreise nicht die reservierten Zimmer beziehen konnten (eine westafrikanische Delegation war „schneller“), verbrachte die Hälfte unserer Gruppe die Nacht im Azalai Hotel Salam. Sowohl mit den Hotelpreisen, als auch mit der Ausstattung kann das Hotel mit westeuropäischen Standarts mithalten. Pool, gepflegter Garten, am Niger gelegen und vis a vis dem Regierungsviertel.

Ganz anders sieht es in den umliegenden Stadtbezirken aus. Dichter Verkehr, vor allem Mopeds und einfachste Hütten, neben alten Kolonialbauten. Der deutsche Botschafter Karl Flittner gab uns einen guten Einblick in Geschichte und Gegenwart von Mali. Seit 1960 ist die ehemalige französische Kolonie ein eigener Staat. Aber die französische Klüngelpolitik prägte das Land fast drei Jahr Jahrzehnte. Die gegenwärtigen Konflikte in mehreren benachbarten Ländern sind aber dennoch in Mali nicht zu spüren.

2. Tag Bamako (140)Bereits 1991 fand in Mali ein großer Umbruch mit Demokratisierung und Dezentralisierung statt. Seit dem ist Mali in 8 Regionen plus den Hauptstadtdistrikt Bamako gegliedert. Mali hat in Afrika einen guten Ruf, es gibt eine Demokratie mit mehreren Parteien (allein drei sozialdemokratisch geprägte Parteien) und einer freien Presse – dies ist in Afrika nicht selbstverständlich. Die Hauptstadt Bamako ist explosionsartig gewachsen von ehemals 200.000 auf 2 Millionen ist die Einwohnerzahl gestiegen. Damit einher gehen die zentralen Probleme des Landes Wasser, Entsorgung und Transport. Ebenfalls schwierig gestaltet sich das Bildungswesen und die medizinische Versorgung.

Gute Schulen gibt es nur als Privatschulen und die meisten Krankenhäuser entstanden durch andere Länder wie China, Deutschland und Holland. Die Hauptkranheiten sind immer noch HIV, TBC und Malaria, wobei bei HIV die Prävalenz unter 2 Prozent liegt, wie uns der Botschafter erklärte. Bei der dynamischen Bevölkrungsentwicklung im moslimisch geprägten Land ist nach den Worten des Botschafters die größte Menschenrechtsverletzung die Armut der Bevölkerung. Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Ländern ist die Repression durch Staat und Polizei kein wirkliches Problem in Mali. Zu den wichtigste Exportgütern gehört Baumwolle und Gold. Mit 50 Tonnen Gold jährlich ist Mali eines der bedeutensten Goldländer.

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Mit dem Bürgermeister von Kati

Die Rolle der Frau in der Gesellschaft befindet sich im Wandel. Wenngleich das Gesetz, welches bis zu vier Frauen erlaubt zwar parlamentarisch beschlossen, aber vom Präsidenten nicht unterzeichnet wurde, gibt es doch erhebliche Veränderungen. Unter anderem die Botschafterin Malis in Deutschland macht sich in ihrer Heimat für die Rechte von Frauen stark. Von Genitalverstümmelungen sind in Mali 85 Prozent der Frauen betroffen. Zwar ist dies nicht mehr erlaubt, wird aber starfrechtlich nicht sanktioniert.

Am Nachmittag fuhren wir in unsere Partnerstadt nach Kati. Leipzig hat schon seit DDR-Zeiten eine Partnerschaft mit Bamako, Chemnitz mit Timbuktu und wir nun mit Kati. Kati hat rund 40.000 Einwohner und ist eine Vorstadt von Bamako.

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Mopeds sind Transportmittel Nummer 1

Im Rathaus empfing uns der Bürgermeister Hamala Haidara mit der für das ganze Land typischen Freundlichkeit der Menschen. Quer durch Kati ging es danach in den Vorort Farada, wo uns eine große Menschenmenge erwartete. Rund 1000 farbenfroh gekleidete Frauen, Kinder und viele Offizielle wollten mit uns die Grundsteinlegung für das Frauenzentrum feiern. Traditionelle Musik und Tanz und etliche Reden von Stammes- und Dorfältesten sowie regionalen Abgeordneten und Kommunalpolitikern bildeten das Programm. Oberbürgermeister Andreas Bausewein konnte dabei den ersten Scheck aus Spenden in Erfurt in Höhe von 25.000 Euro übergeben. Noch einmal die doppelte Summe wird benötigt – wir werden als Partnerstadt die Summe sammeln.

Alle Bilder des Tages:

Vierzig Grad Temperaturdifferenz von Erfurt nach Mali

Winter
Das Bild werden wir in Mali nicht sehen...

Bei der Abreise am Erfurter Rathaus lag ein wenig Schnee. Aber nicht soviel, dass sich unser Oberbürgermeister Andreas Bausewein Sorgen um den Winterdienst machen müsste, und so konnten wir relativ beruhigt heute Morgen in ein Land aufbrechen, wo Schnee völlig unvorstellbar ist. Für die nächste Woche werde ich mit einer Delegation unter Leitung des OB mit Stadtratskollegen in Mali sein.

Die Städtepartnerschaft mit Kati werden wir dort besiegeln und konkrete Hilfeprojekte vor Ort besichtigen, bzw. anschieben. Unsere neue Partnerstadt hat 40000 Einwphner und ist 15 km entfernt von der Hauptstadt Bamako. Falls ich dort ins Netz komme, werde ich täglich hier auf der Homepage Bilder und Infos ins Netz stellen. Bereits vor Ort ist Wolfgang Reisen, ehemaliger Geschäftsführer der Erfurter Stadtwirtschaft. Es wäre eine tolle Sache, wenn der Aufbau eines Müllentsorgungssystems vor Ort gelingt. Hilfe zur Selbsthilfe soll über allen gemeinsamen Projekten stehen.

Wir werden unter anderem den Grundstein für ein dort zu bauendes Frauenhaus legen, eine von Erfurter Unternehmen gestiftete Solaranlage (hoffentlich) in Betrieb nehmen und natürlich viele Gespräche führen. Ich bin neugierig auf ein Land, von dem ich bis jetzt praktisch gar nichts wußte. In den letzten Wochen habe ich mich nach jeder Impfung zur Reisevorbereitung (insgesamt waren es sieben) etwas mehr im Netz und Gesprächen über Mali informiert. In Erfurt gibt es bereits einen Freundeskreis Kati. Vom Vorsitzende Bernward Credo habe ich eine große Kiste Wörterbücher für eine Schule in Mali im Gepäck. 

Zunächst sind wir aber noch auf dem Weg dahin. Mit zwei Kleinbussen geht es nach Leipzig, von dort mit dem Flieger nach Paris und dann direkt nach Bamako. Heute Abend gegen neun Uhr wollen wir dort sein. Die leicht verschneite Winterlandschaft mit Minusgrade entlang der Autobahn passt so gar nicht zu den Wetterprognosen der nächsten Tage. Gestern waren es in Kati 37 Grad und selbst in der Nacht bis zu 33 Grad…