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Immer wieder nach Wiesbaden…

Nach dem Spiel

Neben Dresden und Suhl habe ich die meisten Auswärtsspiele unserer Damen von Schwarz-Weiß Erfurt auch in Wiesbaden live vor Ort verfolgt. Gestern war mir das die Fahrt vom tiefverschneiten Winterberg ins sonnige Wiesbaden wert. Leider konnten wir aber auch im sechsten Spiel in Folge in Wiesbaden nicht gewinnen. Aber immerhin haben wir nach zwei gewonnenen Sätzen einen Punkt im Gepäck. Ich werde weiter mit nach Wiesbaden fahren 😉 Nachfolgend der Spielbericht von unserem Pressesprecher Stephan Siegl und Bilder vom Spiel:

Erfurt erkämpft ersten Auswärtspunkt

Schwarz-Weiß Erfurt hat das Duell am Sonntagnachmittag beim VC Wiesbaden mit 2:3 verloren, durfte aber nach einer couragierten Leistung zumindest den ersten Auswärtspunkt der Saison mit auf die Heimreise nehmen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge konnten die SWE-Spielerinnen am frühen Sonntagabend den Mannschaftsbus in Richtung Heimat besteigen. Einerseits hatten sie im sechsten Anlauf erstmals was Zählbares mit im Gepäck, andererseits hätten die Spielerinnen um Kapitänin „Toni“ Stautz nach einer 2:1-Satzführung gerne auch noch ein oder zwei Punkte mehr mitgenommen.

250 Zuschauer sind in Wiesbaden erlaubt – aber nur mit Maske

Denn die Erfurterinnen starteten gut ins Match und Erfurts Kapitänin war es, die mit gutem Beispiel voranging. Eine kleine Aufschlagserie zu Beginn und einige Angriffspunkte gegen einen großen gegnerischen Block ließen die Gäste die Schlagzahl bestimmen. Die mit dem Rückenwind des 3:2-Sieges in Dresden auflaufenden Wiesbadenerinnen blieben aber dran und es entwickelte sich ein spannendes Duell. Dass sich Erfurt dank der drei finalen Punkte von Mittelblockerin Jazmine White am Ende durchsetzte, zeigte, dass sie auch Finish-Qualitäten besitzen (25:22).

Nach einem guten Start in den zweiten Satz (8:7 für Wiesbaden) zeigte sich allerdings auch wieder die Anfälligkeit der Erfurterinnen. Ein paar Eigenfehler, zu wenig Durchsetzungskraft am Netz und eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung gegen sich: Wie schon gegen Stuttgart ließen sie sich auch hier im zweiten Satz verunsichern. Dass ein Wechselfehler dies verstärkte, passte ins Bild. Erfurt musste abreißen lassen und der VCW gewann deutlich (25:16).

Den besseren Start in den dritten Durchgang hatten diesmal die Gastgeberinnen (8:5). Doch auch ein Wesen im Spiel der Schwarz-Weißen ist es, sich nicht unterzukriegen zu lassen. Mit Lena Liegert am Aufschlag starteten sie eine 5-Punkte-Serie zum 10:8, die sie bis auf 19:14 ausbauten. Zwar wurde es zum Ende noch einmal eng, doch ein Aufschlagfehler der ansonsten guten VCW-Zuspielerin Kveta Grabovská entschied den Satz zu Gunsten der Gäste, die ihren ersten Auswärtspunkt nun in der Tasche hatten.

Dass es für Erfurt in diesem Spiel nicht mehr werden würde, hatte mehrere Gründe. Zu unausgewogen war die Leistung in den einzelnen Mannschaftsteilen. Im Angriff stellte Konstantin Bitter mehrfach um. So besetzten mit Hillary Hurley, Hanna Hellvig und Sindy Lenz drei Spielerinnen im Verlauf die zweite Außen-/Annahmeposition neben Antonia Stautz. Im Zuspiel wechselten sich beide Zuspielerinnen ab und auf der Mitte fehlte es gar an einer erfolgversprechenden Option. Hinzu kam, dass Erfurts Coach nach dem zweiten Satz Rica Maase auf der Bank lassen musste, weil diese sich mit lädierter Schulter nicht wie gewohnt in Szene setzen konnte.

Wiesbaden spulte jetzt sein Programm runter. Allen voran zeigte Laura Künzler ihre herausragende Stellung für die Hessen. Jeder zweite Angriff der Schweizer Nationalspielerin war erfolgreich und deshalb nahm sie nach 27 Punkten nach Spielende bereits zum achten Mal die MVP-Medaille entgegen. Sie war eine „Unterschied-Spielerin“ und führte ihr Team zum sicheren 25:18 im vierten Satz. Den entscheidenden Satz begann der Siebte mit einer 5:1-Führung. Diese konterte Erfurt zwar wieder, kam heran und ging mit einem Punkt Rückstand zum letzten Seitenwechsel, doch dann zogen die Gastgeberinnen ein letztes Mal an und bezeichnenderweise beendete ein Angriff von Laura Künzler das Match (15:8).

Während bei den Erfurter Spielerinnen die Enttäuschung sichtbar überwog, hielt sich diese bei Konstantin Bitter in Grenzen. „Wir haben hier einen Punkt gewonnen, den ersten auswärts in dieser Saison. Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wir haben nach den Siegen gegen Straubing und Neuwied jetzt zweimal verloren, aber uns entsprechend unserer Fähigkeiten und Möglichkeiten hervorragend präsentiert. Jeder Punkt ist für uns Gold wert und ein Gewinn“, war für ihn das Glas eher halbvoll als halbleer.

Somit war dieser eine gewonnene Punkt eine weiterer kleiner Schritt nach vorne, dem weitere in der Rückrunde folgen sollen. Vielleicht schon am kommenden Samstag, wenn Schwarz-Weiß Erfurt die Ladies in Black Aachen in heimischer Halle empfängt. (StS.)

 

 

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