Autorenname: Michael Panse

Bürgergespräch gesucht und Genderdiskussion gefunden

Früher Vogel – 8 Uhr Domplatz

Derzeit ist kein Wahlkampf – aber gerade da ist das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern mindestens genauso wichtig. Die CDU Erfurt wird dazu in den nächsten Monaten wieder verstärkt mit Infoständen in der Öffentlichkeit präsent sein. Den Anfang hat unsere Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann am Mittwoch an der ehemaligen Jugendpost gemacht und gestern waren wir sowohl auf dem Domplatz (von 8 – 10 Uhr), als auch auf dem Anger (von 10 bis 13 Uhr).

Auf dem Domplatz gehörte schon etwas Wettkampfhärte dazu, schließlich waren es am Morgen noch 3 Grad, aber mit einem Kaffee geht das auch. Zwei Themen standen im Mittelpunkt der Gespräche. Zum einen ging es um die Energiekrise und die Handlungskonzepte der CDU dazu. Das zweite Thema war durch die Abstimmung am Donnerstag im Landtag gesetzt. Etliche Bürgerinnen und Bürger erkundigten sich, nach den Motiven und Auswirkungen des Antrags der CDU.

Das Thema wird seit Donnerstag auch ausgesprochen kontrovers in den sozialen Medien diskutiert und deshalb gehe ich auch gerne hier darauf ein:

Was war passiert? Die CDU Landtagsfraktion hat einen Antrag eingebracht, der öffentliche Stellen dazu auffordert das Gendern in Form von Sternchen zu unterlassen. man kann diesen Antrag populistisch nennen, aber es gibt auch gute Gründe für die diesbezügliche Positionierung sprechen. Fakt ist, dass der CDU Parteitag dazu einen Beschluss gefasst hat, den die Landtagsfraktion umgesetzt hat. Rot-Rot-Grün war dagegen, Bürger für Thüringen und die FDP-Gruppe dafür. Zum Politikum wurde es weil die AfD auch dafür war und ankündigte, für den CDU Antrag zu stimmen. Am Ende war es in einer namentlichen Abstimmung eine knappe Mehrheit für den CDU-Antrag.

Nicht unerwartet melden sich jetzt viele zu Wort, die darin einen ungeheuerlichen Vorgang sehen. Die CDU dürfe keine Anträge stellen, die nur mit AfD Stimmen eine Mehrheit finden – meinen sie. Leider dokumentieren sie aber damit wenig Ahnung von parlamentarischen Abläufen. Ihren Vorschlägen folgend kann keine Partei Anträge einbringen, da keine Partei sicher sein kann, dass Anträge nicht auch mit AfD-Stimmen beschlossen werden. Wenn die AfD gegen den CDU-Antrag (gemeinsam mit Rot-Rot-Grün) gestimmt hätte, wäre niemand auf die absurde Idee gekommen Linke und AfD machen gemeinsame Sache (obwohl es defacto so wäre).

Auf kommunaler Ebene provoziert die Erfurter AfD solche Situationen regelmäßig und stimmt auch mal für linke oder grüne Anträge – in einigen Fällen kommen dadurch auch Mehrheiten zu Stande. Ich bleibe dabei, keine Partei darf sich von der AfD abhängig machen. Aber die Parteien dürfen auch nicht ihr ureigenes Profil verlieren und die parlamentarische Arbeit einstellen. Es war kein Skandal am Donnerstag im Thüringer Landtag – Rot-Rot-Grün würde es aber gerne zum Skandal machen. Der derzeitige politische Umgang – für den Rot-Rot-Grün die Verantwortung trägt – lässt mich schwarz sehen für die Haushaltsberatungen, in Thüringen ebenso wie in Erfurt.

Bilder vom Infostand

Befreiungsschlag

Große Freude nach dem Spiel

Endlich! Der erste Saisonsieg ist für unsere Damen von Schwarz-Weiß Erfurt in der Kiste. Im Pokalachtelfinale haben wir gestern Abend mit 3:0 (25:22, 27:25 und 28:26) gegen NawaRo Straubing gewonnen und sind damit ins Pokalviertelfinale gegen (voraussichtlich) Aachen eingezogen. Am 26.11. findet die Partie um 19 Uhr in der Erfurter Riethsporthalle statt – falls nicht noch Borken gegen Aachen gewinnt, dann müssten wir nach Borken.

Unseren Spielerinnen, dem Trainer und den Fans ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, weil sich das Team endlich mit einem 3:0 Erfolg belohnt hat. Kommende Woche geht es dann in Neuwied darum auch Punkte für den Bundesligaspielbetrieb zu gewinnen. Ich werde mit nach Neuwied fahren und unser Team vor Ort anfeuern.

Nachfolgend der Spielrückblick von Stephan Siegl und der Beitrag des MDR-Thüringen-Journal:

Erfurt zieht ins Viertelfinale ein

Schwarz-Weiß Erfurt ist mit dem ersten Sieg der Saison ins DVV-Pokal-Viertelfinale eingezogen. Bis es soweit war, bedurfte es 88 Spielminuten, um nach hartem Kampf NawaRo Straubing mit 3:0 niederzuringen.

Ein auf dem ersten Blick klares Spielergebnis, das den knappen Verlauf, mit zwei Sätzen, die erst in der Verlängerung entschieden wurden, so nicht wiedergibt. Dass Schwarz-Weiß Erfurt die Sätze zwei und drei mit 27:25 und 28:26 für sich entschied, war für Erfurts Coach ein wichtiger Fakt, der belegt, dass sich seine junge Mannschaft auf dem richtigen Weg befindet. „Gerade im zweiten Satz, als wir 23:20 führten, um beim 24:25 Satzball gegen uns zu haben und dann trotzdem mutig weitergespielt haben, das erfüllt mich mit Stolz“, zeigte sich Konstantin Bitter sehr zufrieden. Auch im dritten Satz, als seine Mannschaft lange einem bis zu fünf Punkten großen Rückstand (11:16, 16:21) hinterherlief, zeigte sie Nervenstärke. Zwei Satzbälle der nie aufsteckenden Gäste wehrten sie ab, um nach ihrem zweiten Matchball jubeln zu können, als Straubings letzter Angriff im Aus landete.

Da war der Auftaktsatz, den Erfurt erst mit dem vierten Satzball durch Vera Mulder eintütete (25:22) längst vergessen, obwohl auch hier die Gastgeberinnen cool blieben, ohne nervös zu werden. Mit dieser Entwicklung könnte Erfurt auch in der Bundesliga bald den ersten Sieg landen. Die nächste Chance hierzu besteht am nächsten Samstag beim VC Neuwied. StS

Bilder und Videos vom Spiel

Die neue Saison eröffnet

Unsere drei neuen Ministerinnen

Traditionell starten wir beim MKC in Marbach genau sieben Stunden nach 11.11 Uhr am 11.11. jeden Jahres in die neue Saison. Der Grund dafür ist einfach. Wir wollen den vielen Kindern und Jugendlichen in unseren Garden und auch den Berufstätigen die Gelegenheit geben, live dabei zu sein.

Nachdem es im letzten Jahr noch zur Eröffnung Corona-Auflagen gab, ging es in diesem Jahr wieder (fast) normal. Etwas war auch beim MKC gänzlich neu. Mit gleich drei Ministerinnen im Elferrat haben wir uns nicht nur deutlich verjüngt, sondern auch erstmals das starke (Tanz-) Geschlecht nicht nur zu den Garde- und Showtänzen auf der Bühne. Ich freue mich darüber, weil unser Karneval in Marbach damit zeigt, dass wir uns weiter entwickeln wollen.

In der kommenden Saison wird erstmals wieder das volle Programm, also drei Frühschoppen, zwei Kostümbälle, Kinderfasching und Rosenmontag stattfinden. Was mit dem Umzug wird, ist derzeit offen. Die drohende Insolvenz der GEC könnte dazu führen, dass der Umzug nur als Fuß-Umzug, also ohne Wagen stattfindet. Ich fände das ausgesprochen schade – noch sind wir als Vereine dazu aber nur Gerüchtehalber informiert.

Bilder der Eröffnung in Marbach

Ausblick auf die neue Saison

 

Kein Satzgewinn gegen Potsdam

Der Hallenboden bleibt gleich liegen

Leider! Dabei wäre eine Satzgewinn durchaus verdient gewesen. Unser Team hat gekämpft und im zweiten Satz bis zum 19:15 sogar gut vorne gelegen. Aber schließlich setzte sich die Klasse des aktuellen Supercup-Siegers durch. Jetzt gilt es sich schnell zu regenerieren – sowohl für unser Team, als auch die Fans.

Der Hallenboden kann gleich liegen bleiben und so spart unser Aufbauteam einmal das Auf- und Abbauen. Morgen Abend geht es schon weiter, dann im wichtigen Achtelfinalspiel des Pokals. Nachfolgend der Spielbericht von gestern Abend – wie immer von unserem Pressesprecher Stephan Siegl:

Bravourös gekämpft und dennoch verloren

Schwarz-Weiß Erfurt hat auch das zweite Heimspiel der Saison mit 0:3 verloren. Nach Schwerin zeigte sich auch der SC Potsdam als zu stark für die Erfurterinnen. Dennoch boten die Thüringerinnen dem Supercup-Gewinner in Teilen einen großen Kampf.

Rhythmus aufnehmen, Erfahrung sammeln, sind immer wieder die Schlagworte, die Konstantin Bitter seit Saisonbeginn in den Mund nimmt, wenn er gefragt wird, wie er und seine Mannschaft die Spiele in Angriff nehmen. Gemessen daran, liegen die Schwarz-Weißen im Soll, auch wenn sich das nach den beiden Heimpartien gegen die nationalen Schwergewichte noch nicht in positiven Ergebnissen ablesen lässt. Doch nach dem knapp verlorenen Spiel beim USC Münster bewiesen seine Damen nicht nur Kämpferherz, sondern forderten die Gäste über weite Strecken. Diese boten ihren Stammsechser auf und wollten keineswegs Luft an ein standesgemäßes Resultat lassen.

Im Auftaktsatz unterstrichen die Hernández-Schützlinge ihr Vorhaben, als sie nach einer bis dahin knappen 11:10-Führung ernst machten und den Aufschlagdruck erhöhten. Diesem waren die Gastgeberinnen in dieser Phase nicht gewachsen und nach Cekulaevs Einbeiner stand ein klares 14:25 auf der Anzeigetafel.

Konstantin Bitter beließ zum zweiten Satz die zuvor eingewechselte Jaidyn Blanchfield auf dem Spielfeld, was der Erfurter Defensive Stabilität brachte. Die erste SWE-Führung (3:2) überhaupt, bauten diese aus und waren beim 14:7 auf bestem Wege, den Satz zu gewinnen. Die spätere MVP auf Gastgeberseite, Demi Korevaar, war es, die mit einer Serie von Punkten ihr Team voranbrachte. Dann kam allerdings eine Phase, die typisch für die Unerfahrenheit der Schwarz-Weißen ist und von Mannschaften des Kalibers Potsdam gnadenlos ausgenutzt wird. Zwei Aufschlagserien von Potsdams späteren MVP, Sarah van Aalen, und Anastasia Cekulaev kippen den Satz, den die holländische Zuspielerin mit einem Leger zum 25:23 beendete.

Der verpasste Satzausgleich, schien den Thüringerinnen einen kleinen Knacks gegeben zu haben, die im dritten Satz gleich 2:8 zurücklagen. Ihr Kämpferherz brachte sie zunächst wieder ins Spiel (7:9), bevor sich der Favorit erneut deutlich absetzte (12:20). Ein letztes Aufbäumen brachte die beherzt kämpfenden SWE-Damen wieder heran, was den Gästecoach zur Auszeit zwang (18:22), danach machte der SCP jedoch endgültig den Deckel drauf.

Während die Brandenburgerinnen verdient drei Zähler mit nach Hause nahmen, durften die Erfurterinnen wichtige Erfahrungen sammeln. Sollten sie die starken Phasen ausbauen können und noch öfter mutig auftreten, dann wird sich das bald in positiven Ergebnissen widerspiegeln. Das DVV-Pokal-Achtelfinale am Freitag, 19 Uhr, gegen NawaRo Straubing in der Riethsporthalle böte eine Chance. StS

Bilder und Videos vom Spiel

Gedenken an die Opfer des Novemberpogroms 1938

Auf dem jüdischen Friedhof in Erfurt

Viele Sachen sind am 9. November geschehen. Der Mauerfall1989 und die Ausrufung der Republik 1918, sind zwei dieser markanten Ereignisse. Der 9. November ist zweifellos ein Schicksalstag der Deutschen.

Für mich steht aber in jedem Jahr am 9. November das Gedenken an die Opfer des Novemberpogroms von 1938 im Mittelpunkt, deshalb war ich auch in diesem Jahr, wie in vielen Jahren zuvor, beim Gedenken auf dem Jüdischen Friedhof in Erfurt dabei.

Vertreter aller demokratischen Parteien waren auf dem jüdischen Friedhof in Erfurt und alle Redner haben wichtige Gedanken zum Tag beigetragen. Besonders beeindruckend waren die vorgetragenen Gedanken einer Schülerin. Mit Reinhard Schramm, dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde habe ich danach noch eine Weile zusammen gesessen und über künftige gemeinsame Projekte gesprochen.

Bilder vom Gedenken

Personal muss Chefsache werden

Die angespannte Personalsituation in der Stadt muss dringend verbessert werden. Die Stadt hat hier aber noch Hausaufgaben zu erledigen. Die CDU-Fraktion fordert den Oberbürgermeister auf, das lange geforderte Personalentwicklungskonzept endlich vorlegen.

„Neben der Einstellung von mehr Personal ist es genau so wichtig, die Strukturen an sich auf den Prüfstand zu stellen. Welche und wie viele Mitarbeiter braucht die Stadt in Zukunft? Welche Fähigkeiten brauchen die Bediensteten? Diese Fragen hätten längst beantwortet sein können. Die CDU-Fraktion fordert seit Jahren ein umfassendes Personalkonzept. Oft wurde es versprochen, nie wurde es vorgelegt. Es wird Zeit, das Personal zur Chefsache zu machen.“, fordert Stadtrat Michael Panse.

Neben der Anzahl der Stellen und deren Aufgaben, müssen auch die Einstellungskriterien auf den Prüfstand gestellt werden. Viele Stellen werden mit starren Qualifikationsvorgaben ausgeschrieben.

Michael Panse gibt zu bedenken: „Die Arbeitswelt hat sich in den letzten 20 Jahren stark geändert, die Einstellungskriterien der Stadtverwaltung kaum. Dass für fast jede Stelle eine spezifische Verwaltungsausbildung gefordert wird, entspricht nicht der Realität des Arbeitsmarkts. Wenn die Stadt ein attraktiver Arbeitgeber sein möchte, muss das Personalkonzept auch die geforderten Qualifikationen überarbeiten.“

Eishockey-Hallenpunkt geholt

Anbully in Herne

Leider ist das schon die positivste Nachricht vom Spiel unserer Black Dragons in Herne. Bei meiner NRW-Tour mit Volleyball in Münster und Banksy in Mülheim habe ich auch die Chance genutzt unsere Black Dragons in Herne zu unterstützen und nebenbei den nächsten Hallenpunkt zu „erbeuten“.

In Deutschland habe ich nun schon ein Dutzend Eishockeyhallen kennen gelernt und im Ausland immerhin auch schon ein halbes Dutzend in Kanada, Tschechien und den USA. Die Halle in Herne wird nicht zu meinen Favoriten zählen. Zu kalt, keine Stimmung und vor allem eine klare Niederlage.

Einen Erfurter Sieg hatte kaum einer erwartet, auch wenn Erfurt gerade erst gegen Tilbury überrascht hatte. Die Papierform sprach für Herne – Tabellen 2. Herne gegen den Tabellen 13. Erfurt. Wohl auch bedingt dadurch war ich der einzige Fan aus Erfurt in der Halle. Im ersten Drittel stand es schnell 0:2 für Herne und spätestens als es nach dem 2. Drittel 0:4 stand schien alles klar. Im Schlussdrittel raffte sich Erfurt auf uns kam auf 2:4 heran.

Leider gab es dann wieder eine der vielen Strafen für Erfurt und der Versuch über einen weiteren Feldspieler mehr Druck aufzubauen, endete mit dem 2:5 Treffer in das leere Erfurter Tor.

Bilder aus Herne 

Banksy in Erfurt, Bethlehem und Mülheim an der Ruhr

Banksy in Mülheim

Innerhalb des letzten Jahres habe ich die Ausstellungen mit Kunstwerken von Banksy in Erfurt, Bethlehem und nun heute auch in Mülheim an der Ruhr erleben können. Der bekannteste Street-Art-Künstler polarisiert mit seiner Kunst, aber er füllt vor allem die Ausstellungshallen mit Besuchern, selbst wenn durch seine selbstgewählte Anonymität nie ganz klar ist wie weit die Ausstellungen von ihm autorisiert sind.

Seine Werke sind nicht unumstritten. Insbesondere seine Israel-Kritik an der Grenze zum Antisemitismus teile ich nicht. Vor einigen Wochen waren wir in Bethlehem und ich habe mir im Schnelldurchlauf die Banksy-Ausstellung im Walled Off Hotel direkt an der Sperrmauer angesehen. Das dortige Hotel ist mit Banksy-Exponaten gefüllt und soll Touristen anlocken. Viele der Exponate habe ich heute in der Ausstellung in Mülheim wieder gesehen. Schwierig finde ich die ausgesprochen einseitige Kritik am Agieren Israels, ohne auch nur Ansatzweise den palästinensischen Terrorismus zu thematisieren.

…und das Venedig-Motiv

In der Ausstellung in Mülheim (mit sehr vielen identischen Exponaten aus Erfurt) gab es darüber hinaus viele Kunstwerke und Videoinstallationen die weltbekannt sind. Natürlich das halbgeschredderte Bild des Mädchens mit dem Luftballon, die Affen im Britischen Parlament und die U-Bahn, aber auch neuere Projekte mit dem Bezug zur Corona-Pandemie. Bis zum 15. Januar geht die Banksy-Ausstellung in Mülheim noch.

Bilder der Ausstellung

Nur einen Punkt im Gepäck

Fans und Team nach dem Spiel

Münster, und speziell die Halle am Berg Fidel, ist immer wieder ein Volleyballreiseziel. Nach Suhl, Wiesbaden und Dresden, war ich in Münster am häufigsten bei Auswärtsspielen unseres Bundesligateams dabei. Dies hat auch damit zu tun, dass wir nach Münster immer wieder mit berechtigten Hoffnungen fahren. Leider ist aber meist die Punktausbeute überschaubar.

Auch an diesem Wochenende habe ich mich auf die Tour nach NRW begeben. Dieses Mal passte es terminlich ganz gut, so dass ich morgen auch noch die Black Dragons in Herne anfeuern kann. In Münster waren wir dieses Mal nur vier SWE-Fans vor Ort, aber Dank Michael Jäckel immerhin mit einer Trommel – auf der Gegenseite über 1000 Münster-Fans. Wir erlebten gemeinsam ein Wechselbad der Gefühle. Nachfolgend, wie immer der Spielbericht von Stephan Siegl:

Sieg aus der Hand gegeben

Schwarz-Weiß Erfurt hat am Samstagabend beim USC Münster seinen ersten Punkt geholt, doch Jubel kam deshalb bei den Gästen nicht auf. Beim 2:3 ließen sie mindestens einen oder gar zwei Punkte liegen, was sehr schmerzlich war.

Hätte man nach der deutlichen Niederlage zum Auftakt gegen Schwerin den Erfurterinnen einen Punktgewinn im Münsterland prophezeit, so hätten man diese gerne angenommen. Doch nach 132 umkämpften Spielminuten am Berg Fidel war die Stimmung bei den Thüringern eine andere. Erfurt hatte schlicht weg einen Auswärtssieg verschenkt.

Doch der Reihe nach: Schwarz-Weiß musste ohne Zuspieloption antreten, da Margaret Speaks verletzt ausfiel. Dennoch starteten die Gäste mit einer 8:4-Führung, die nach einigen Wacklern in der Annahme verspielt wurde. Ein 14:6-Run der Unabhängigen brachte die Gastgeberinnen in Führung, die diese zum 25:21 ins Ziel brachten. Auch im zweiten Satz war Münster zunächst das bessere Team, das sich bis zum Beginn der Crunchtime einen 4-Punkte-Vorsprung erarbeitete. Jedoch erwehrten sich die SWE-Damen nun wieder ihrer Haut, glichen aus und hatten beim 23:24 Satzball zum Satzausgleich. Nach wirkungsvollem Aufschlag von „Toni“ Stautz verpassten es Demi Korevaar und Hanna Hellvig, die zu lang geratene Annahme zu blocken und ließen den „Notball“ von Zuspielerin Katerina Valkova passieren. Mit den zwei folgenden Punkten tütete Münster zur 2:0-Satzführung ein.

Wer nun dachte, das auf Bundesliganiveau auf vielen Positionen unerfahrene Team würde 0:3 untergehen, wurde getäuscht. Die folgenden beiden Durchgänge waren eine klare Sache der Schwarz-Weißen. Nach Wiederhereinnnahme zeigte beispielweise Hanna Hellvig ihr Potenzial, nahm sicher an und griff erfolgreich an. Die Holländerachse Korevaar/Mulder punktete immer wieder, zwei mit 25:19 gewonnene Sätze waren der Lohn für die auferstandenen SWE-Damen.

Das Momentum lag nun klar bei den Gästen, die mit einer 7:2-Führung in den Tiebreak starteten. Wer jetzt noch auf einen Heimsieg setzte, dürfte wohl als unverbesserlicher Optimist gegolten haben. Nach dem Spielverlauf war Münster eigentlich mausetot – eigentlich. Schwarz-Weiß Erfurt hatte den USC im Sack, band diesen aber nicht zu. Ausgerechnet die starke Hanna Hellvig schlug zwei Angriffe ins Aus, die Verteidigung kam ihrer Aufgabe nicht vorgabegemäß nach und letztlich holte sich der USC mit 15:13 den Entscheidungssatz. „Wir waren über das gesamte Spiel gesehen das dominante Team. Wir hätten hier 3:1 gewinnen können, ja müssen, das ist total ärgerlich“, war Erfurts Coach, Konstantin Bitter, nach Spielende frustriert. Er vermisste die notwendige Entschlossenheit in den entscheidenden Phasen bei seiner Mannschaft, was er der Unerfahrenheit seiner Spielerinnen zuschrieb. Zugleich war das ein Kriterium, woraus seine Mannschaft lernen muss.

Am kommenden Mittwoch um 18.30 Uhr ist der frisch gekürte Supercup-Gewinner, SC Potsdam, in Erfurt zu Gast. Eine schwere Aufgabe für Schwarz-Weiß Erfurt, aber ohne den Druck, etwas gewinnen zu müssen. StS

Bilder aus Münster

 

Hallennutzung auf ega prüfen

Der Bedarf an Hallenzeiten steigt im Winter, da auch Outdoor-Sportarten in die Hallen ausweichen müssen. Für den kommenden Winter könnten auch Hallen auf dem Gelände der ega genutzt werden.

„Die Mitnutzung von Hallen auf dem ega-Gelände kann einen drohenden Engpass in den Hallenzeiten entspannen. Auch wenn die Halle 1 keine klassische Turnhalle ist, können einige Sportarten dort ausgeübt werden. In besonderen Situationen müssen auch unkonventionelle Lösungen geprüft werden“, findet Stadtrat Michael Panse.

Erfurter Sportbetrieb und ega GmbH müssen in Gespräche eintreten, um die Möglichkeiten schnell auszuloten. Immer wieder müssen Sport- und Turnhallen vom Netz gehen. Das verschärft die Situation zusätzlich.

Michael Panse findet: „Im Winter dürfen keine Sporthallen mehr geschlossen werden. Die Hallenzeiten sind ohnehin schon knapp. Vielmehr müssen alle Möglichkeiten geprüft werden, wie man zusätzliche Hallenzeiten generieren kann. Der Sportbetrieb sollte daher die Halle 1 der ega schnell in Augenschein nehmen und im Ausschuss über das weitere Verfahren berichten.“

Netzwerken…

Viele engagierte Netzwerker

Erfreulich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich gestern beim Netzwerktreffen „Jüdisches Leben in Thüringen“. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Thüringen haben dabei diskutiert, welche Projekte 2023 angepackt werden sollen. Die LZT ist sowohl bei den jüdisch-israelischen Kulturtagen, als auch mit eigenen Veranstaltungen und nicht zuletzt mit den regelmäßigen Israel-Reisen aktiv dabei.

Während in Israel gerade die Stimmen der Parlamentswahl ausgezählt werden, habe ich unser Reiseprogramm für den März 2023 fertig gestellt. Mit einer Gruppe von 35 Israel-interessierten Menschen, wird die LZT dann wieder unterwegs sein. Die Nachfrage nach den Plätzen war in den letzten Wochen so groß, dass die Gruppe auch locker 50 TN umfassen könnte. Aber es gibt ja dieses Jahr auch noch die Bürgerreise der Stadt Erfurt.

In dieser Woche werden die jüdisch-israelischen Kulturtage eröffnet. Auch dazu habe ich gerade die Vorbereitungen für unsere Veranstaltungen mit Arye Shalicar abgeschlossen. Er wird Ende November in vier Tagen neun Veranstaltungen in Thüringen durchführen. Ich freue mich darauf und auch auf das weitere Netzwerken.

Veranstaltungsdichte

Newsletter 18/2022

Traditionell finden im November viele Veranstaltungen statt – vor der Adventszeit wird noch viel abgearbeitet. Bei der Landeszentrale für politische Bildung haben wir in  diesem Monat nahezu jeden Tag eine öffentliche Veranstaltung. erstmals konnte ich daher nicht einmal die Hälfte unserer Veranstaltungen ausführlich im 14tägig erscheinenden Newsletter vorstellen. Der Newsletter 18 ist schnell voll gewesen und der nächste Newsletter erscheint daher schon in 10 Tagen. Viel Spaß bei der Lektüre!

Ihr habt gekämpft – wir haben es gesehen

Saisonauftakt

Wenn die Fans am Ende eines verlorenen Spiels beim Eishockey dies singen, ist dies unter den gegebenen Umständen die höchste Form der Anerkennung für das eigene Team. Gestern Abend wurde dies für unsere Volleyballdamen in der Erfurter Riethsporthalle gesungen. Die lag daran, dass über 50 Eishockeyfans in der vollen Riethsporthalle waren. Aber dies lag auch daran, dass unsere Spielerinnen sich nach Kräften gegen den vielfachen Meister Schwerin wehrten.

Im Gegensatz zum letzten Jahr gab es aber keinen Punkt, sondern eine klare 0:3 Niederlage. Nachfolgend der Bericht von Stephan Siegl zum Spiel:

Rekordmeister zu stark

Im ersten Spiel der neuen Saison unterlag Schwarz-Weiß Erfurt dem SSC Palmberg Schwerin mit 0:3. Damit untermauerten die Gäste ihre Ambitionen, um Titel mitspielen zu wollen, während die junge Erfurter Mannschaft die klare Überlegenheit der Mecklenburgerinnen anerkennen musste.

Die Gastgeberinnen begannen sehr nervös und kamen zunächst gar nicht ins Spiel. Erst nach der ersten Erfurter Auszeit (0:4), gelang Neuzugang Jaidyn Blanchfield der erste Punkt. Jedoch war es nicht der Knotenlöser für Schwarz-Weiß, die in der Annahme Probleme hatten. Am Ende des Satzes standen nur neun Punkte zu Buche.

Im zweiten Satz machte zwar Schwerin wieder den ersten Punkt, jedoch kämpften sich die jungen Thüringerinnen jetzt in die Partie. Bis zum 8:10 blieben sie dem Gast auf den Fersen, ehe sich dieser zum 14:21 entscheidend absetzte. Zwei Auszeiten von Konstantin Bitter konnten Schwerin nicht bremsen. Die knapp 800 Zuschauer feuerten die SWE-Damen trotzdem an und im Verbund mit Kapitänin „Toni“ Stautz, die zwei Satzbälle abwehrte, war das Satzende mit 19:25 aus Erfurter Sicht schon freundlicher.

Die spätere Erfurter MVP, Vera Mulder, eröffnete den dritten Durchgang mit einem erfolgreichen Angriff und in der Folge ging SWE, sehr zur Freude der lautstarken Kulisse, mit 7:4 in Führung. Doch der SSC korrigierte das postwendend mit vier Punkten in Serie. Das Agieren auf Augenhöhe gab es nur kurz, denn die effizient angreifenden Schwerinerinnen zogen kurz an, entfernten sich wieder in der Satzmitte (10:16) und beendeten nach 72 Spielminuten mit 25:17 das Spiel.

Auch wenn Schwarz-Weiß Erfurt dem Spiel gerne etwas mehr Spannung verliehen hätte, so werden sie die Niederlage schnell abhaken können. Die Partien, wo Punkte geholt werden müssen, kommen erst noch. StS

Bilder vom Spiel

Langjährige Verdienste um den Brandschutz

Zur Pensionierung von Mister Feuerwehr

Tobias Bauer war „Mister Brandschutz“ in Erfurt. Über 30 Jahren stand er an der Spitze des Amtes für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in der Landeshauptstadt. Am Freitag wurde er verabschiedet und zu seiner Pensionierung waren viele Wegbegleiter im Gefahrenschutzzentrum der Feuerwehr Erfurt.

Tobias ist es zu verdanken, dass wir eine gut funktionierende Berufsfeuerwehr haben und die Zusammenarbeit mit den zahlreichen Freiwilligen Wehren gut funktioniert. Zahlreiche Dezernenten haben die politische Verantwortung in den letzten 30 Jahren für die Feuerwehr gehabt. Tobias Bauer und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es zu verdanken, dass sich die Erfurterinnen und Erfurter sicher fühlen können. Mir war es ein Bedürfnis Tobias persönlich dafür Dank zu sagen. Die Zusammenarbeit mit ihm hat immer sehr gut funktioniert.

Brückenfreigabe noch in diesem Jahr

Die Brücke am Bastionskronenpfad

(Stadtrat) In der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses hat Michael Panse hat die Stadtverwaltung zum Fertigstellungstermin und zu den Fördermitteln des Bastionskronenpfads und dem Promenadendeck befragt. Beide Brücken, sowie die dazugehörigen Straßen, sollen noch in diesem Jahr für den Verkehr freigegeben werden. Auch die finanziellen Rahmen sollen eingehalten werden.

„Es wird Zeit, dass die Brücken freigegeben werden. Die Verkehrseinschränkungen durch die Bauarbeiten waren mitunter erheblich. Gerade die Freigabe des Lauentors als weitere Zufahrt zum Domplatz wird Entlastung für den Verkehrsfluss bringen. Am besten wäre es, wenn das Lauentor schon während des Weihnachtsmarkts wieder befahren werden könnte“, kommentiert Michael Panse den Sachstand.
An beiden Brücken werden im nächsten Jahr noch Schönheitsarbeiten fällig sein. Für diese wird aber keine große Baustelleneinrichtung mehr benötigt. Die Fördermittelgeber für beide Projekte haben dem Vorgehen zugestimmt.
„Uns ist wichtig, dass die Fördermittel abgerufen werden und die Kosten nicht noch weiter steigen. Beides scheint in Erfüllung zu gehen. Das ist ein gutes Zeichen. Jetzt geht es mit großen Schritten in Richtung Adventszeit, zu der die Straßen wieder voller werden. Die Brücken und ihre darunterliegenden Straßen müssen jetzt schnellstmöglich freigegeben werden“, fordert Michael Panse mit Blick auf das Jahresende.

Über sieben Brücken…

Hoffentlich noch vor dem Weihnachtsmarkt…

Zunächst würden uns zwei reichen, über die man gehen könnte. Seit mehreren Jahren wird an zwei Fußgängerbrücken in Erfurt gebaut. Die Panoramabrücke am Schmidstedter Knoten in Erfurt und die Brücke zum Bastionskronenpfad am Lauentor werden seit mehreren Jahren gebaut und sind inzwischen auch richtig teuer geworden.

Im Finanzausschuss habe ich mich gestern danach erkundigt, wann mit einer Fertigstellung zu rechnen ist und was der Spaß nun kosten wird. Fraglich war zudem, ob das Land die gestiegenen Kosten auch durch eine Erhöhung der Fördermittel begleitet.

Erfreulicherweise sagte die Stadtverwaltung zu, dass beide Brücken dieses Jahr noch übergeben werden und auch eine Verkehrsfreigabe für die Straßen erfolgt. Insbesondere am Lauentor ist dies dringend notwendig. Der Verkehr zum Weihnachtsmarkt wird zweifellos sonst eine erhebliche Belastungsprobe für die umliegenden Wohngebiete. Die Zufahrt zum Domplatz für Touristenbusse erfolgte in den Jahren vor der Sperrung der Straße stets über das Lauentor.

Die Verwaltung erklärte, dass im kommenden Jahr nur noch kleinere Restarbeiten zu erledigen sind und das Land für beide Brücken die entsprechenden Fördermittel zugesagt hat. Ich bin gespannt, wann wir die Eröffnung der Brücke haben werden.

Fotogeschichten zwischen Lüge und Zorn

Vortrag in Hildburghausen

Fotografien erzählen Geschichten. Fotografien werden benutzt zur Propaganda. Heute sind Kameras durch Mobiltelefone omnipräsent und nahezu alles wird fotodokumentiert. Natürlich in der Regel, um das Fotomotiv ins rechte Licht zu setzen oder ein möglichst spektakuläres Bild zu schießen, welches in den sozialen Medien „viral abgeht“.

Ich fotografiere seit meiner Jugend leidenschaftlich gerne und viel. Zu DDR-Zeiten mit meiner EXA 1b und dem eigenen Fotolabor waren es selbstverständlich die schwarz-weißen Motive und die Freude die Bilder selbst entwickeln zu können. Heute sind es unzählige Aufnahmen, viele Familienbilder, Urlaube, Sportfotos  und auch beruflich/politische Motive geworden. In meinen über 1000 Flickr-Fotoalben sind es allein seit 2008 rund 80.000 Bilder geworden.

Gestern Abend ich bei einer Vortragsveranstaltung von Siegfried Wittenburg in Hildburghausen an die ganzen Foto-Geschichten gedacht, wie es bei mir angefangen hat. Auf der Fahrt nach Hildburghausen haben wir uns lange über die persönlichen Foto-Anfangsjahre unterhalten können. Siegfried Wittenburg leitete in der DDR einen Fotoklub und fotografierte Motive, die die real existierende DDR aufs Fotopapier brachten. Das hat nicht allen gefallen und so bekam er reichlich Konflikte mit staatlichen Stellen.

In der Wendezeit entstanden von ihm unzählige Bilder, die festhielten wie es aussah und was sich veränderte. Darüber, aber vor allem auch über den Wert der Meinungsfreiheit, hat er bei seinem Vortrag gesprochen. Der Blick für das richtige Motiv und das bewusste Abdrücken auf den Auslöser ist auch heute noch wichtig. Wir haben besprochen, dass wir mit der LZT im kommenden Jahr eine Veranstaltungsreihe organisieren, die jungen Menschen das Gefühl für die Bildsprache vermitteln soll.

Verfassungsgeburtstag

Verfassungsgeburtstag im Landtag

Leider weitgehend von der Öffentlichkeit unbemerkt und auch ohne breite Beteiligung der Verfassungsorgane wurde heute im Thüringer Landtag der Tag der Verfassung begangen. Vor 29 Jahren trat die Verfassung des Freistaats in Kraft und heute vor 32 konstituierte sich der Thüringer Landtag.

Warum dies nur für wenige Abgeordnete des Thüringer Landtags Grund zum Feiern war, kann nur spekulieren. Auffällig war schon, dass von den Fraktionen jeweils nur ein bis zwei Vertreter den Weg in den Plenarsaal gefunden hatten. Die AfD fehlte ganz, aber wurde auch nicht vermisst. Gefreut habe ich mich aber über ein Wiedersehen mit etlichen ehemaligen Landtagskollegen, die vor 29 Jahren bei der Verabschiedung der Verfassung auf der Wartburg dabei waren.

„Wie geht es unserer Demokratie? Zeit für eine Bestandsaufnahme.“ war die Podiumsdiskussion überschrieben. Klaus-Dieter von der Weiden, als Präsident des Verfassungsgerichtshofs, und Prof. Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde, bemühten sich die Vorzüge unserer Verfassung heraus zu stellen. Ralf-Uwe Beck verstand die Veranstaltung als Werbeveranstaltung für die Absenkung von Quoren in der Verfassung und Romy Arnold von Mobit zeichnete ein düsteres Bild der aktuellen Situation.

Geburtstagsstimmung oder gar Wertschätzung für unsere Verfassung wollte nicht so recht aufkommen. Das finde ich traurig. Vor 29 Jahren haben die Gründungsväter und Mütter unserer Verfassung viele wichtige Dinge aufgeschrieben und eine moderne Verfassung verabschiedet. Unsere wichtigen Grundrechte finden sich darin, insbesondere auch das Recht auf Meinungsfreiheit. Mir fehlt jegliches Verständnis, wenn Montag-Abend-Demonstranten lautstark beklagen, sie würden nicht zu Wort kommen und dürften nicht sagen was sie denken. Das Gegenteil ist der Fall. Unsere Verfassung schützt selbst diejenigen, die die Verfassung am liebsten abschaffen würden. Im nächsten Jahr ist der runde Verfassungsgeburtstag. Ich bin gespannt, wie dann die Bestandsaufnahme ausfallen wird.

Zu Besuch bei Barbarossa

Die perfekte Aussicht gibt es noch dazu

Unglaubliche 45 Jahre ist es her, dass ich zuletzt mit meinen Eltern am Kyffhäuserdenkmal war. Zu Vorwendezeiten waren wir oft in Sondershausen bei meinen Großeltern und auch am Stausee Kelbra zum zelten. Das altehrwürdige Barbarossa-Denkmal im Norden Thüringens habe ich aber seit dem nie wieder besucht. Da ich mit meinem Sohn zuvor in Nordhausen war, bot es sich an die Serpentinenstraße zum Denkmal zu erklimmen. Mit dem Motorrad hätte dies sicher noch mehr Spaß gemacht, aber dafür war das Wetter zu unsicher.

Das Denkmal ist nicht nur von beeindruckender Größe, es hat auch eine interessante Geschichte. Vor 125 Jahren wurde es zu Ehren von Kaiser Wilhelm gebaut und von 1994 bis 2014 aufwendig saniert. Zuvor hatte es beide Diktaturen überstanden – wenn auch zu DDR-Zeiten wegen der Vorgeschichte eher ungeliebt. Einen Abriss haben aber sowohl die Rissen, als auch die DDR-Führung auf Grund der gewaltigen Ausmaße des Denkmals nicht durchgezogen. Als Ausflugsort ist das Denkmal eine gute Empfehlung – wir kommen sicher bald wieder einmal zum alten Barbarossa.

Bilder vom Kyffhäuserdenkmal