Europäisches Jahr

Thüringer Generationenbeauftragter zieht positive Bilanz zum Europäischen Jahr für aktives Altern

Generationenbeauftragter Michael Panse: „Impuls des Europäischen Jahres 2012 weitertragen“

Der Beauftragte der Thüringer Landesregierung für das Zusammenleben der Generationen, Michael Panse, hat zum Ende des Europäischen Jahres für aktives Altern und mehr Solidarität zwischen den Generationen eine positive Bilanz gezogen.  

Michael Panse sagte: „Mit dem Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012 wurde der Blick auf die vielen Möglichkeiten der aktiven Teilhabe, des Dialogs, des Ausgleichs und der Solidarität zwischen den Generationen gelenkt. Ich konnte selbst an 76 Veranstaltungen im Europäischen Jahr 2012 teilnehmen bzw. diese initiierten. Sie zeigten die ganze Bandbreite des Themas auf, von Tagen oder Wochen der Generationen vor Ort in Kommunen bis hin zu wissenschaftlichen Fachtagungen.“

Laut Generationenbeauftragten gilt es nun den Impuls des Europäischen Jahres weiterzutragen. „Den Herausforderungen des demografischen Wandels kann nur begegnet werden, wenn alle Altersgruppen ihre Potentiale ausschöpfen können und das gemeinsame Interesse aller Generationen am Zusammenhalt in unserer Gesellschaft in den Vordergrund des Handelns gestellt wird. Ich denke, dass mit diesem EU-Themenjahr die Diskussion zu unseren Bildern vom Altern und zur Solidarität zwischen den Generationen stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden konnte“, sagte Michael Panse.

Nach Ansicht von Michael Panse stellt sich zukünftig verstärkt die Frage, wie sinnvoll und praktikabel Altersgrenzen in Bezug auf ehrenamtliches Engagement sind. „Im Zusammenhang mit dem Thema aktives Altern stellen wir gerade bei Älteren eine gestiegene Bereitschaft fest, sich ehrenamtlich zu engagieren. Thüringen fällt auch im Bundesfreiwilligendienst durch einen sehr hohen Anteil älterer Jahrgänge auf, die sich hier engagieren. Auch an den Handlungsempfehlungen der von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes einberufenen Expertenkommission gegen Altersdiskriminierung kann man ablesen, dass die Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Altersgrenzen intensiver werden wird“, sagte Michael Panse.

„Der Begriff Ruhestand gehört abgeschafft – schlimmer ist ja nur noch die Ruhelage“

Im Sommer 2011 hat die EU einer Initiative Sloweniens folgend das Jahr 2012 zum Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen ausgerufen. Das Themenjahr ist eine Maßnahme der Öffentlichkeitsarbeit, um auf die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen hinzuweisen, die sich aus der demografischen Entwicklung ergeben.

Innerhalb der EU altert kein Land so schnell wie Deutschland. Italien und Griechenland folgen, aber auch für alle anderen europäischen Länder ist das Thema eine Herausforderung. Mehr als 350 verschieden Projekte und Initiativen haben sich in Deutschland für das ej2012 mit Ideenkonzeptionen beworben. 45 wurden ausgewählt und von vom Bund mit insgesamt 900.000 Euro gefördert, vier Thüringer Projekte waren darunter.

Am 6. Februar 2012 fand die Auftaktveranstaltung in Berlin und kurze Zeit später unsere Thüringer Auftaktveranstaltung in Erfurt statt. Seitdem gab es allein in Thüringen über 50 Veranstaltungen bei denen ich für das Anliegen des Themenjahres geworben habe, oder Veranstaltungen die ich als Generationenbeauftragter unterstützt, bzw. mit meinem Team organisiert habe.

In Berlin war heute die offizielle Abschlussveranstaltung bei der die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) vor über 150 Teilnehmern eine positive Bilanz zog. Die BAGSO-Vorsitzende und frühere Bundesministerin Prof. Dr. Ursula Lehr stellte zu Beginn klar: „Der Begriff Ruhestand gehört abgeschafft – schlimmer ist ja nur noch die Ruhelage“. Senioren wollen aktiv sein, dies habe nicht nur der Seniorentag im Hamburg in diesem Jahr überdeutlich gezeigt. Positiv sei auch, dass es gelungen sei, das Verhältnis der Generationen zueinander in den Fokus der medialen Wahrnehmung zu rücken, ergänzte Prof. Dr. Gerhard Naegele, Direktor des Instituts für Gerontologie an der TU Dortmund. Allerdings sei es schwierig Benachteiligte zu erreichen. Menschen die isoliert oder im ländlichen Raum leben, Menschen die sozial benachteiligt sind oder Menschen mit Migrationshintergrund seien schwerer für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen.

Ursula Lehr, die in solchen Foren die Teilnehmer oft mit den Worten begrüßt „liebe Jungen von gestern und liebe Alten von morgen“, erläuterte, dass das Ehrenamt sich oft durch die Generationen trägt. Anders gesagt, wer sich im Alter engagiert hat es oft schon immer gemacht. Aber es sei auch nie zu spät mitzumachen – „Höre nie auf, anzufangen!“. Der Bürgermeister für Soziales der Stadt Leipzig Prof. Dr. Thomas Fabian forderte eine Anerkennungskultur für das Ehrenamt. Die Mehraufwendungen, die sich aus dem Engagement ergeben sollten erstattet werden. Derzeit sind schon mehr Familien in Deutschland (häufig die Frauen) mit der Pflege eines Angehörigen beschäftigt, als mit der Betreuung eines Kindes unter sechs Jahren. Die Pflegeinfrastruktur muss sich darauf einstellen und die Arbeitsplatzgestaltung auch, betonten gleich mehrere Teilnehmer der Podiumsdiskussion.

Mit Bill Mockridge

Prof. Naegele forderte die Trennung in Jugend-, Alten- und Familienpolitik perspektivisch aufzugeben und durch Generationenpolitik zu ersetzen. Matthias Petschke, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, und Dieter Hackler, Abteilungsleiter Ältere Menschen, Wohlfahrtspflege und Engagementspolitik im BMFSFJ, zogen jeweils Bilanz und gaben einen Ausblick. Die Beschäftigungsquote steigern (auch und gerade von Älteren) ist ein Ziel in der EU. In Deutschland soll sie von 68 Prozent auf 75 Prozent steigen und bei den über 55-Jährigen liegt sie derzeit immerhin schon bei über 50 Prozent und damit europaweit an zweiter Stelle. Dieter Hackler verwies darauf, dass Altersgrenzen nicht mehr primär als Schutzfunktion gesehen, sonder oft diskriminierend empfunden werden. Ein Thema was mich auch schon seit geraumer Zeit umtreibt und zu dem ich letzte Woche der Internetplattform Care TRIALOG ein Interview gegeben habe.

Einen ausgesprochen gelungenen Schlusspunkt unter die Tagung setzte der Schauspieler und Kaberettist Bill Mockridge (der die ganze Tagung aufmerksam verfolgt hatte). Bisher hatte ich ihn nur als Erich Schiller in der Lindenstraße erlebt. Als Kaberettist beschrieb er heute seinen persönlichen Alterungsprozess. Sein jüngstes Buch „Je oller, je doller – so vergreisen sie richtig“ werde ich mir besorgen. Seine Programme beschäftigen sich schon seit Jahren mit dem Altern und in Comedian-Manier nennt er sie schon mal „Leise rieselt der Kalk“ oder „Ihr Zipperlein kommet“. 

Sein jüngstes Programm „Was ist Alter“  hatte er heute dabei und betonte bei seinem Auftritt die fünf L, die Voraussetzung sind, um im Alter noch einmal so richtig loszulegen. Laufen, Laben, Lieben, Lachen und Lernen. Genau so ist es!

Bilder von der Tagung

 

 

Europäischer Tag der Solidarität zwischen den Generationen auch an Thüringer Schulen

Generationenbeauftragter Michael Panse: „Junge Thüringer für mehr Solidarität zwischen den Generationen sensibilisieren“

Der Beauftragte für das Zusammenleben der Generationen Michael Panse hat die Thüringer Schulen zur Teilnahme am Europäischen Tag der Solidarität zwischen den Generationen aufgerufen. Ziel des Aktionstages ist es, die Bevölkerung für die Notwendigkeit einer Förderung der intergenerationellen Solidarität zu sensibilisieren. Michael Panse sagte:

„In diesem Jahr soll es am Europäischen Tag der Solidarität zwischen den Generationen besonders darum gehen, dass ältere Mitbürger und Schüler sich austauschen über das Altwerden und wie jüngere und ältere ihr Leben gemeinsam gestalten. Alle Schulen in Europa sind von der Europäischen Kommission aufgerufen, sich am ‚generations@school-Projekt‘ zu beteiligen. Vermutlich nicht am 29. April selbst, da er dieses Jahr auf einen Sonntag fällt. Aber in seinem Umfeld können in Veranstaltungen an Schulen die Verbindungen zwischen einem intensiveren Dialog der Generationen und einer besseren Bildung hergestellt werden. 2012 ist in der Bundesrepublik auch das Jahr gegen Altersdiskriminierung. Mit generationsübergreifenden Projekten an Schulen kann wirksam gegen Altersklischees angekämpft werden. Ich halte es daher für einen guten Anlass, sich rund um diesen Aktionstag einmal aktiver mit generationenübergreifenden Themen auseinanderzusetzen.“

Der Beauftragte für das Zusammenleben der Generationen, Michael Panse, unterstützt Thüringer Schulen bei der Teilnahme, vermittelt Gesprächspartner und hofft auf eine rege Teilnahme am generations@school-Projekt, damit möglichst viele junge Thüringer für das wichtige Thema der Solidarität zwischen den Generationen sensibilisiert werden.

Hintergrund:

Das Jahr 2012 wurde von der Europäischen Union zum Europäischen Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen erklärt. Dazu finden in Thüringen zahlreiche Veranstaltungen statt, die die Intensionen dieses Themenjahres befördern. Der 29. April ist zudem bereits seit 2009 der Europäische Tag der Solidarität zwischen den Generationen. Dieser Tag wurde 2008 in Slowenien auf einer EU-Konferenz zum demographischen Wandel ins Leben gerufen. Nähere Informationen zum generations@school-Projekt, auch zum von der Kommission ausgelobten Wettbewerb, sind unter http://www.historypin.com/gats/de/ zu finden. Pro Mitgliedsland der Europäischen Union wird es im Wettbewerb nur einen Sieger geben, aber jede teilnehmende Schule erhält ein Zertifikat.

Aktiv dabei sein…

Material zum Europäischen Jahr 2012
Material zum Europäischen Jahr 2012

…darum geht es im Europäischen Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen. Beachtlich ist dazu die lange Liste an bereits geplanten Veranstaltungen, sowohl in Thüringen, als auch deutschlandweit. Um sich darüber auszutauschen, bzw. abzustimmen gibt es eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die sich heute wieder zu einer Sitzung in Berlin getroffen hat.

Dieses mal klappte die Anreise mit der DB wunderbar – sowohl hinwärts, als auch rückwärts auf die Minute pünktlich! Das einzige was immer noch nervt, ist die schwankende Netzabdeckung, um während der zweieinhalb Stunden Zugfahrt virtuell arbeiten zu können. Prima, dass es im IC und ICE überall Netzsteckdosen gibt, weniger schön, dass man durch so viele Funklöcher fährt. Aber andere Mitglieder der Arbeitsgruppe hatten heute größere Problem, weil sie dank Flugstreik ihre Anschlüsse verpassten.

Nach der Auftaktveranstaltung des Bundes zum Europäischen Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen am 6. Februar in Berlin, sind jetzt die Bundesländer am Zug. In Thüringen haben wir allein bis September 12 Veranstaltungen geplant, von denen vier vom Bund gefördert werden. In den anderen Bundesländern werden u.a. der 10. Deutsche Seniorentag (3. – 5. Mai in Hamburg) große Kongresse wie die Ostseekonferenz (September in Kiel), Messen (Bayern) Zukunftswerkstätten und Regionalkonferenzen (Rheinland-Pfalz) und vieles andere mehr stattfinden. In vielen Bundesländern werden zudem (wie in Thüringen auch) Seniorenmitwirkungsgesetze und Aktionspläne diskutiert.

Am 29. April findet der Europäische Tag der Solidarität zwischen den Generationen statt. Geplant ist dazu Schüler und ältere Menschen zusammenzubringen. Schulen sollen dazu ihre Türen öffenen und Senioren mit ihren Lebensgeschichten zu Wort kommen lassen. Ich werde dazu  kommende Woche einen Aufruf an Thüringer Schulen starten. Mitgebracht habe ich heute aus Berlin eine Menge Impulse und neue Ideen und darüber hinaus viel Infomaterial. Letzteres wird garantiert schon morgen an die richtige Adresse kommen, wenn ich bei der Gesundheitsmesse zwei Stunden am Stand der Landesregierung für das Jahr des aktiven Alterns werben werde.

Forum der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen

KAS-BZG (1)Das Bewusstsein dafür schärfen, wie Seniorinnen und Senioren aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, ist für mich eines der vordringlichen Ziele beim EU-Jahr 2012.

Im gut gefüllten Johann-von-Staupitz-Saal des Erfurter Augustinerklosters entspann sich nach den Vorträgen der beiden Referenten, Hermann Binkert, Leiter des Instituts für neue Soziale Antworten (INSA), und mir, eine durchaus lebhafte Diskussion zur Situation der Älteren in der Gesellschaft und zum Verhältnis der Generationen untereinander.

Herman Binkert stellte die Studie 50+ seines Institutes vor, die intensiv die Einschätzungen der Thüringer zur Fragen der Lebenswirklichkeit älterer Mitbürger untersucht hat. Aus den Fragen zu Themen wie u.a. Selbsteinschätzung, Leistungsfähigkeit, ehrenamtlichem Engagement, Gesundheit, Rentensystem, Mobilität, Demokratie ergab sich ein sehr differenziertes Bild des Alters, dass bei aller realistischer Einschätzung von Problemen aber auch zeigte, dass mit zunehmenden Alter bei den Befragten mehrheitlich die Lebenszufriedenheit steigt.

Ich unterstütze eine solch positive Sicht auch die vielfältigen Möglichkeiten der aktiven Teilhabe der Seniorinnen und Senioren am gesellschaftlichen Leben, auf die das Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen  den Blick lenken will. Aktives Altern bedeutet, dass man älteren Menschen noch bessere Möglichkeiten bietet, länger gesund zu bleiben, weiterhin einen Beitrag für die Gesellschaft, z.B. durch ehrenamtliche Arbeit, zu leisten und, sofern sie dies wollen und können, länger im Erwerbsleben zu verbleiben.

In Thüringen ist das durchschnittliche Lebensalter der Menschen in den letzten 20 Jahren erfreulicherweise um sechs Jahre gestiegen. Zugleich sind allerdings viele junge Menschen abgewandert und es wurden deutlich weniger Kinder geboren.

KAS-BZG (2)Vor dem Hintergrund dieses demografischen Wandels bietet das Europäische Jahr 2012 eine gute Chance, dass öffentliche Bewusstsein in Thüringen weiter dafür zu schärfen, wie Seniorinnen und Senioren aktiv am gesellschaftlichen Leben – von der Gestaltung des Wohnumfeldes über die Nutzung von Bildungsangeboten bis hin zu vielfältigen freiwilligen Engagement – teilnehmen können und wie damit Altersbilder positiv verändert werden.

Angesichts der Herausforderungen des demografischen Wandels u.a. an die Bereiche der Wirtschaft, der Kommunen oder der Finanzen sei absehbar, dass allein staatliches Handeln nicht in der Lage sein wird, die anstehenden Probleme zu bewältigen. Den demografischen Wandel positiv zu gestalten werde nur gelingen, wenn diese Herausforderungen als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden, die das gesellschaftliche Engagement möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger und aller Generationen verlangen. Hierfür sei es erforderlich, in einen verstärkten Dialog einzutreten, wofür die Veranstaltung in Kooperation mit dem Bildungswerk Erfurt der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. einen guten Beitrag leistete.

„Europäisches Jahr 2012 für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“

Redebeitrag bei der Regierungsmedienkonferenz am 17. Januar 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Seniorenmitwirkungsgesetz wurde heute von der Landesregierung beschlossen. Über das wichtige Signal zum Beginn des Jahrs des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen freue ich mich. Es zeigt, dass es tatsächlich um aktive Mitwirkung geht und nicht nur um Angebotsgestaltung für Seniorinnen und Senioren geht.

Aktives Altern ist laut Weltgesundheitsorganisation ein Prozess, in dem die Möglichkeiten im Hinblick auf Gesundheit, Teilhabe und Sicherheit optimiert werden, um die Lebensqualität der alternden Personen zu verbessern. Durch aktives Altern können die Menschen ihr Potential für ihr physisches, soziales und geistiges Wohlergehen im Laufe ihres ganzen Lebens ausschöpfen und am Gesellschaftsleben teilhaben, und gleichzeitig werden sie in angemessener Weise geschützt, abgesichert und betreut, sollten sie dies benötigen. Daher erfordert die Förderung des aktiven Alterns einen mehrdimensionalen Ansatz sowie Mitverantwortung und dauerhafte Unterstützung aller Generationen.

Das Europäische Jahr 2012 für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen baut auf dem Vermächtnis des Europäischen Jahres 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung und des Europäischen Jahres 2011 der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft auf, und dem entsprechend sollten die Synergien zwischen diesen Europäischen Jahren gefördert werden. 2013 wird das Jahr der Bürgerinnen und Bürger sein.

An die Themen „Bekämpfung von sozialer Ausgrenzung“ und „Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft“ knüpfen besonders die Akzentsetzungen in den neuen Bundesländern an. Wir haben hier Jahrgänge, in denen nicht wenige bereits aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind, ohne vor Erreichen des Rentenalters voraussichtlich noch einmal den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu schaffen. Aber gerade sie dürfen sich nicht abgeschrieben fühlen, sondern müssen in das gesellschaftliche Leben eingebunden werden. Freiwillige Übernahme von ehrenamtlichen Aufgaben kann hier sehr hilfreich sein und das Europäische Jahr des aktiven Alterns ist geeignet dafür einen zusätzlichen Motivationsschub zu leisten. Selbstverständlich sind wir auch in den neuen Bundesländern daran interessiert, dass ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre letzten Berufsjahre sowie den Übergang in das Rentenalter bei guter Gesundheit bewältigen, in den alten Bundesländern wird dies allerdings vielfach als der Hauptschwerpunkt des europäischen Jahres gesehen. Beiden Schwerpunktsetzungen, Gesundheit und Teilhabe, ist jedoch gemeinsam, dass sie nicht nur bei den Seniorinnen und Senioren im höheren Lebensalter ansetzen, sondern davon ausgehen, dass für ein aktives Alter bereits die Einstiegsphase in das Rentenalter von hoher Bedeutung ist und bereits hier die Weichen richtig gestellt werden müssen.

Morgen wird die europäische Auftaktveranstaltung in Kopenhagen sein und am 6. Februar in Berlin die bundesweite Auftsaktveranstaltung. Die geplante Thüringer Eröffnungsveranstaltung Ende März hat Frau Ministerin Walsmann bereits erwähnt. Daran werden sich noch viele Veranstaltungen auf verschiedenen Ebenen anschließen.

In der ersten Jahreshälfte werde ich eine Fachtagung gemeinsam mit der Liga der Wohlfahrtspflege ausrichten, die sich mit den Chancen des Bundesfreiwilligendienstes insbesondere für die Vorruheständler und Senioren beschäftigt. Darüber hinaus wird es einen Fachkongress zum Thema Gesundheit im Seniorenalter geben, der für die zweite Jahreshälfte geplant ist. Bereits im Februar wird es zum Europäischen Jahr 2012 in Erfurt und in Nordhausen zwei Veranstaltungen zur Vielfalt des Alterns und des gesellschaftlichen Engagements geben.

Insbesondere die Entwicklung im ländlichen Raum vor dem Hintergrund der demografischen Veränderungen einschließlich der Land-Stadt-Wanderungs-bewegungen wird ein Themenschwerpunkt von Veranstaltungen mit Blick auf die ältere Generation sein. Vorgesehen sind weiterhin Veranstaltungen zum Fachkräftebedarf und der Einbeziehung älterer Arbeitnehmer. Zu deren Vorbereitung gibt es Kooperationsgespräche mit Wirtschaftsverbänden. Die ESF-Jahreskonferenz im Sommer 2012 wird ihren Schwerpunkt auf ältere Beschäftigte legen, voraussichtlich unter dem Motto: „Ältere Beschäftigte – zu jung um alt zu sein“.

Für den September plane ich zusammen mit einem Seniorenverband eine Fachtagung zum Thema Generationenarbeit. In Zusammenarbeit der Serviceagentur Demografischer Wandel mit dem Thüringer Netzwerk Demografie ist eine Veranstaltung zur Bedeutung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der Installierung von betrieblichen Demografieberatern in kommunalwirtschaftlichen Unternehmen vorgesehen.

Für mich gehört es auch zum Jahr des aktiven Alterns möglichst vielen Thüringer Seniorinnen und Senioren die Möglichkeiten, die das neue Seniorenmitwirkungsgesetz bietet, näher zu bringen. Auch hierzu wird es mit Sicherheit eine Reihe von Veranstaltungen geben.

Anfang Oktober letzten Jahres habe ich sowohl öffentlich als auch durch direkte Ansprache mögliche Interessenten auf die Projektausschreibung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012 hingewiesen. Die Projektausschreibung stieß in Thüringen auf großes Interesse, in dessen Ergebnis 24 Anträge aus Thüringen gestellt wurden. Ausgewählt wurden schließlich deutschlandweit 46 Projekte. Ich freue mich, dass Thüringen unter den 16 Bundesländern mit vier ausgewählten Projekten überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat. Im Einzelnen sind dieses Projekte des AWO Landesverbandes Thüringen, der Fachhochschule Jena, des Offenen Hörfunkkanals Eisenach e.V. und des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes Thüringen e.V. ausgewählt, darunter auch die vier genannten aus Thüringen. Ich werde diese Projekte begleiten. Aber auch die Vorhaben der anderen Antragsteller werde ich mir näher anschauen und je nach Bedarf und Möglichkeiten prüfen, inwieweit eine Unterstützung auf Landesebene möglich ist.

2012 ist nicht nur das Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen, sondern durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wurde das Jahr 2012 zum „Jahr gegen Altersdiskriminierung“ erklärt. Ich denke, dass dies sehr gut zusammen passt, denn gerade die Betonung des aktiven Alterns wird dabei helfen, die leider sehr tief sitzenden Altersklischees, auch bei Älteren selbst, zu bekämpfen und zu positiveren Bildern vom Altern zu finden, als sie vielfach vermittelt werden.

Dafür ist es wichtig, dass die Solidarität zwischen den Generationen gelebt wird, dass verschiedene Generationen auch außerhalb der Familie zusammenfinden können. Ein gute Möglichkeit dafür sind die Mehrgenerationenhäuser. Informationen dazu können Sie einer von mir herausgegebenen Broschüre über die Thüringer Mehrgenerationenhäuser entnehmen, die ich Ihnen mitgebracht habe und die auch über die Homepage des Generationenbeauftragten zur Verfügung steht.

 

Vier Thüringer Projekte erfolgreich zum Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012

Generationenbeauftragter Michael Panse: „Unterstützung für die Bewältigung des demografischen Wandels wichtig“

Der Start Thüringens in das Europäische Jahr 2012 für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen ist mit einem ersten Erfolg verbunden. Der AWO Landesverband Thüringen, die Fachhochschule Jena, der Offene Hörfunkkanal Eisenach e.V. und der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Thüringen e.V. erhielten im Rahmen einer Ausschreibung Förderzusagen von der nationalen Koordinierungsstelle im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Diese hatte aus den mehr als 300 deutschlandweiten Bewerbungen 46 Projekte ausgewählt, darunter auch die vier genannten aus Thüringen.

Michael Panse sagte: „Die Thüringer Beteiligung, für die ich intensiv geworben habe, ist überdurchschnittlich. Ich freue mich, dass mit den dadurch möglich gewordenen Projekten, die ich auch gern fachlich begleite, Themen des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen noch stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden können. Gerade für uns in den neuen Ländern ist jede Unterstützung für die Bewältigung des demografischen Wandels wichtig. Jeder Baustein, der dazu beitragen kann, ist uns willkommen. Es gilt die Chancen herauszuarbeiten, die in der Entwicklung des aktiven Engagements im Alter liegen.“

Das Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012 wird auf europäischer Ebene mit einer Veranstaltung vom 18. bis zum 19. Januar 2012 in Kopenhagen und auf Bundesebene mit einer Veranstaltung am 6. Februar 2012 in Berlin eröffnet. Daran anschließend wird auf Landesebene im März die Eröffnungsveranstaltung im Rahmen einer Tagung auf Schloss Ettersburg stattfinden. Diese wird vom Beauftragten für das Zusammenleben der Generationen gemeinsam mit der Serviceagentur Demografischer Wandel durchgeführt. Zahlreiche weitere Veranstaltungen werden sich anschließen.

 

 

Europäisches Jahr für aktives Altern 2012

Generationenbeauftragter Michael Panse: „Chancen für Thüringen nutzen und Rahmenbedingungen weiterentwickeln“

Der Thüringer Beauftragte für das Zusammenleben der Generationen, Michael Panse, hat die Initiative des Europaparlaments für ein „Europäisches Jahr für aktives Altern – 2012“ begrüßt. Der Vorschlag für dieses Europäische Jahr trage dem demographischen Wandel Rechnung. Nach Ansicht des Generationenbeauftragten sei es folgerichtig, nach dem „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit – 2011“ nun den Fokus auf dieses Thema zu legen.

„Wir müssen uns stärker der Frage stellen, welchen aktiven und freiwilligen Beitrag die ältere Generation bei besserer Gesundheit und steigender Lebenserwartung für die Gesellschaft weiterhin zu leisten vermag. Die Älteren besitzen viele Potentiale. Seniorinnen und Senioren haben einen breiten Erfahrungsschatz. Davon ausgehend kann Thüringen im Jahr 2012 in diesem Bereich besondere Akzente setzen“, sagte Michael Panse.

Bei der Umsetzung des „Europäischen Jahres für aktives Altern“ komme es darauf an, bestehende Chancen vor Ort zu nutzen. In Thüringen gebe es gute Rahmenbedingungen, die es weiter zu entwickeln gilt. „Der in dieser Woche vorgestellte Thüringer Sozialstrukturatlas verweist auf den hohen und weiter steigenden Anteil älterer Menschen in Thüringen. Der 4. Thüringer Sozialgipfel belegte zum Thema Ehrenamt eindrucksvoll, dass Seniorinnen und Senioren sich aktiv einbringen wollen. Der Freistaat hat mit der Thüringer Ehrenamtsstiftung bereits jetzt bundesweit vorbildliche Voraussetzungen.

Der heute gestartete Bundesfreiwilligendienst und das Folgeprogramm für die Mehrgenerationenhäuser ab dem 1. Januar 2012 können ebenfalls neue Impulse geben“, sagte Michael Panse. Darüber hinaus steht laut Panse nach der Sommerpause die Beratung und Beschlussfassung zum Seniorenmitwirkungsgesetz auf der Tagesordnung des Thüringer Landtags. „Ich wünsche mir, dass dabei den aktiven Seniorinnen und Senioren tatsächlich Mitsprachemöglichkeiten eingeräumt und ihre Anregungen und Interessenvertretungen ernst genommen werden“, sagte Michael Panse.

Hintergrund:

Das „Europäische Jahr für aktives Altern“ soll den Blick nicht auf passiv zu erduldende Einschränkungen, sondern auf die vielfältigen Möglichkeiten der aktiven Teilhabe, des Dialogs, des Ausgleichs und der Solidarität zwischen den Generationen lenken. Aktives Altern bedeutet auch, dass man älteren Menschen mehr Möglichkeiten bietet, weiterzuarbeiten, länger gesund zu bleiben und auf andere Weise (zum Beispiel durch ehrenamtliche Arbeit) weiterhin einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.

Der Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten (EMPL) und der Ausschuss der ständigen Vertreter haben dem Europaparlament einen abgestimmten Beschluss für das „Europäische Jahr für aktives Altern 2012“ vorgelegt. Das Parlament wird diesen Vorschlag in der kommenden Woche beraten und abstimmen.