Verschiedenes

Familienpolitik als Zankapfel – Politische „Duftmarken“

Die Zeit zum Beginn Jahres ist traditionell für die Medien nicht ganz leicht mit Meldungen zu füllen. Jahresrück- und ausblicke sind gehalten und as politische Alltagsgeschäft läuft noch nicht wieder. Ausreichend Chancen also für Themen, die es sonst schwer hätten. Bei der täglichen Lektüre der Thüringer und überregionalen Zeitungen (dafür habe ich hier bei der Kur ausreichend Zeit) sind mir in den letzten Tagen einige Punkte aufgefallen. Die CSU und die FDP können mal wieder vor Kraft kaum laufen – OK, Dreikönigstreffen. 

Kita Alach (30)
Kita-Praktikum letzten Sommer

Aber der Ruf nach einem eigenen Vizekanzler für die CSU, wird wohl als politische Forderung die nächsten Wochen nicht überleben.

Sehr nachdenklich macht mich allerdings die Forderung der FDP auf die nächste geplante Kindergelderhöhung zu verzichten und stattdessen Bildungsgutscheine zu verteilen. Das Gutscheinmodell als Forderung, ob nun für Kita-Besuch oder Bildung, kennen wir in Thüringen sonst nur aus der linken Ecke. Dagegen haben sich CDU, Familienverbände und, welch Wunder, nun auch die Linken positioniert. Während Familienverbände und CDU auch in der Vergangenheit stets mehr direkte familienunterstützende (auch finanzielle) Leistungen gefordert haben, war die Linke bis jetzt regelmäßig am toben, wenn es um das Landeserziehungsgeld ging. Mich ärgert sehr, dass jetzt auch die Liberalen den Familien und Eltern misstrauen! Familien brauchen Unterstützung und Zuspruch, kein Misstrauen und Entmutigung.

 

Offensichtlich hat dies auch die Bischöfin Frau Käßmann aus dem Blick verloren, als sie gegen das Bundeseltern- bzw. Bundeserziehungsgeld argumentierte. Vorgestern erhielt sie dann noch einmal Applaus der Linken, als sie gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr argumentierte. Manchmal darf man da auch als evangelischer Christ mal sagen, dass man sich nicht in allen Positionen von evangelischen Kirchenvertretern direkt vertreten sieht (in Erfurt haben wir das ja schon mehrmals erlebt).

 

Heute nun eröffneten die meisten Zeitungen mit den Klagen der Kommunen zu ihrer Finanzsituation. Aus dem Erfurter Stadtrat kennen wir die Hiobsbotschaften des Oberbürgermeisters schon aus der letzten Stadtratssitzung. Einzelne Landkreise, wie der Unstrut-Hainich Kreis (SPD Zanker regiert dort) sind schon pleite. Diese Probleme lassen sich aber nicht mit unredlicher Argumentation lösen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund macht jetzt Front gegen den ab 2013 geplanten Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Sie behaupten, dass statt 750.000 Plätzen hierfür 1,3 Millionen benötigt würden. Der Hauptgeschäftsführer des Kommunalverbandes Gerd Landsberg behauptet, dass nicht 35 Prozent an Plätzen für die Kinder unter drei Jahren benötigt würden sondern zwei Drittel der Eltern mit Kindern unter drei Jahren einen Platz benötigen, im Osten sogar noch mehr.

Dies ist aber Unfug! Hilfreich wäre es für den Städte- und Gemeindebund gewesen, wenn man da mehr auf die Erfahrungen der ostdeutschen Bundesländer gesetzt hätte.

Falsch ist, dass 66 % der Eltern der Kinder unter drei Jahren einen Kita-Platz suchen. Richtig ist, und dies belegen die Zahlen aus Thüringen, dass bei einem bestehenden Rechtsanspruch 76 Prozent der zwei bis drei Jahre alten Kinder einen Platz in Anspruch nehmen. Bei den ein bis zwei Jahre alten Kindern sind es knapp über 50 Prozent, nach den Erfahrungen aus Sachsen-Anhalt. Bei den Kindern unter einen Jahr sind es lediglich 2 Prozent. Wenn man diese Zahlen zusammen zieht sind es sehr wohl rund 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren, aber eben keine 66 Prozent! Die Forderung des Städte- und Gemeindebundes an die Bundesregierung nach einer Einschränkung des geplanten Rechtsanspruchs ist nicht nur politisch falsch, sondern basiert auch auf einer fehlerhaften Argumentation.

Notwendig ist Beides – mehr Kita-Plätze mit einemn Rechtsanspruch und direkte finanzielle Unterstützung für die Eltern. Eine Ausweitung des Bundeselterngeldes bzw. ein Bundeserziehungsgeld gehört dazu. Ebenso notwendig sind Hilfeangebote für Familien. Vertrauen, Hilfe und Unterstützung für junge Eltern müssen das Gebot für Politik und Gesellschaft sein! Davon sollten sich Frau Käßmann, die FDP und der Städte- und Gemeindebund leiten lassen.

Die Zeit zum Jahresbeginn ist traditionell für die Medien nicht ganz leicht mit Meldungen zu füllen. Jahresrück- und ausblicke sind gehalten und das politische Alltagsgeschäft läuft noch nicht wieder. Ausreichen Chancen also für Themen, die es sonst schwer hätten…

Bei der Lektüre der Thüringer und Überregionalen Zeitungen (dafür habe ich hier bei der Kur genug Zeit) sind mir einige Punkte aufgestossen. Das CSU und FDP vor Kraft kaum laufen können – OK Dreikönigstreffen. 

Kurzurlaub in der Kristalltherme in Bad Klosterlausnitz

Therme (5)
Der Stuhl im Saunabereich wurde nur vom Schnee bedeckt...

Ein Besuch im europaweit größten Sauna-Wellnessbad, der Kristalltherme in Bad Klosterlausnitz, ist wie ein Kurzurlaub. 16 verschiedene Saunen, die größte Dr. Eisenbarth-Sauna für bis zu 130 Saunagäste, Wellenbecken, Rutschen, Wirlpools,  Solariumliegewiese, Stömungskanal und großzügige Innen- und Außenbereiche sorgten auch heute wieder für einen Besucheransturm.

Alle Liegen waren belegt und nur wenige Stühle (allerdings im Außenbereich) waren frei. Die eigentlich auch nicht wirklich, weil darauf 20 cm Schnee lagen.

 

In den Saunen werden Honig-, Salz-, Eis-, Hafer-, Obst-, und viele andere Spezialaufgüsse angeboten und jede Sauna steht unter einem anderen Thema. Richtige Fangruppen pilgern hierher.

Das Konzept der Soletherme kombiniert mit einem großen Saunabereich funktioniert offensichtlich und lockt auch viele Kurgäste zum relaxen an. Auf dem Parkplatz konnte man aber auch Autonummernschilder aus Erfurt, Gera, Jena und ganz Thüringen sichten. Ich werde sicherlich in den nächsten Wochen auch noch einige Male zu den Besuchern der Kristalltherme zählen.

Therme (4)
So kalt war es nun auch nicht 😉

Zumindest an den Wochenenden bleibt ja in der Moritz-Klinik durchaus Zeit für Freizeitaktivitäten. Dem Gesundungsprozeß trägt das Wasser, die Bewegung und die Wärme sicher bei.

Leider sieht es in vielen anderen Freizeit-, Spaß- und Themenbädern in Thüringen ganz anders aus. Mit der Therme in Oberhof verbindet Bad Klosterlausnitz derzeit nur die Schneemenge. Dort wurde die Therme schon vor langer Zeit defizitär geschlossen und bis jetzt fehlt ein schlüssiges Konzept was dort nun werden soll.

Reha in Bad Klosterlausnitz

Bad Klosterlausnitz (1)
Kurze Pause vor der nächsten Sportanwendung

Seit knapp einer Woche bin ich in der Moritz-Klinik in Bad Klosterlausnitz zur Anschlussheil-behandlung bzw. Reha-Kur. Sowohl das Klinikumfeld, als auch die Physio-/Sporttherapie trägt dazu bei, dass ich mich schon nach einer Woche wieder richtig gut fühle. Lediglich die Rückenschmerzen nach dem langen liegen im Krankenhaus werden mich wohl noch eine ganze Zeit begleiten.

 

Die Moritz-Klinik ist spezialisiert als Fachklinik für Neurologie und Orthopädie sowie für Brandopfer. Über 300 Patienten finden hier gute Bedingungen vor. Umfängliche ärztliche Betreuung, viele Therapieräume, großer Fitnessbereich, ein Schwimmbad und eine großzügige Raumgestaltung sowie eine gute Küche lassen wenig Wünsche offen. 

Die üblichen Probleme der meisten Kurkliniken gibt es hier aber auch: Fernseher ist zuzahlungspflichtig, Handys eigentlich offiziell untersagt – dafür relativ teure Festnetzanschlüsse in jedem Zimmer, Internetzugang nur für 3 Euro/je Stunden (gut wenn das Laptop per Bluetooth das Handy als Modem nutzt – aber offiziell wäre das sicher auch verboten) und das Kultur/Freizeitprogramm ist „altersgerecht“. Dafür ist die Küche und die dazugehörige Ernährungsberatung Klasse. Aus Ausgangs- und Kurzurlaubsregelungen funktionieren relativ unkompliziert. Über Silvester/Neujahr war ich in Erfurt und wie in jedem Jahr mit meiner Mutter im Neujahrskonzert im Kaisersaal. Aber seit dem steht das Auto dick eingeschneit auf dem Klinikparkplatz.

 

Als erste Anwendungen hatte ich diese Woche Aquajogging und Wassergymnastik, manuelle Therapie, Massagen, Lipid (Ernährungsberatung), Körperwahrnehmung und MTT im Fitnessbereich. Im Fitnessbereich der Moritz-Klinik habe ich dann in den letzten Tagen auch Muskelgruppen an mir kennengelernt, von denen ich noch nicht wußte 😉 Der große Vorteil gegenüber jedem Studio ist, dass alles unter Anleitung von Therpeuten in Kleinstgruppen läuft.

In der Regel sind die Anwendungen täglich von 7.30 bis 17.30 Uhr, Samstag bis 12.00 Uhr. Samstag und Sonntag ist viel Freizeit, die mobilen Patienten fahren weg, die anderen bekommen Besuch.

Bad Klosterlausnitz (11)
Schnee ohne Ende beim Blick aus dem Fenster

Ich habe heute das Auto unter der Schneehaube stehen lassen und bin in die Kristalltherme (mit riesengroßer Saunalandschaft) durch den Kurpark schneegewandert. Wirlpool und etwas schwimmen, Sauna und etwas Solariumssonne – ich glaube morgen werde ich wieder dort sein.

Also bis jetzt läuft die Reha gut und die Entscheidung für Bad Klosterlausnitz war richtig. Manchmal jucken die Finger, wenn ich die Tageszeitungen oder das Internet verfolge. Die Diskussionen um das Betreuungsgeld, die Hausbesetzerszene in Erfurt und kommunalpolitische Themen reizen zu Kommentaren bei Twitter, Facebook und auf der Homepage. Ich werde mich aber noch zurückhalten… Zumindest etwas 😉

Fotos der Moritz-Klinik in Bad Klosterlausnitz und vom Jahreswechsel finden sich bei Flickr und im Fotoalbum auf der Homepage.

Weihnachten 2009 – Grüße an Freunde und Begleiter

Friedenslicht aus Bethlehem und Krippe aus Jerusalem
Das Friedenslicht aus Bethlehem und die Weihnachtskrippe aus Jerusalem

Allen Besuchern meiner Homepage, Freunden und Begleitern durch das Jahr 2009 wünsche ich ein friedvolles Weihnachtsfest im Kreis der Familie und mit Freunden.

 

Aber auch Zeit um gemeinsam zu singen und über den Ursprung des Weihnachtsfestes nachzudenken: der Geburt Jesus Christi. Für mich ist das Lied „Stille Nacht heilige Nacht“ (hier vom Dresdner Kreuzchor) immer wieder genau das richtige Lied dazu, ob beim Gottesdienst am Heiligen Abend in der Thomaskirche, oder zu Hause.

 

Das zu Ende gehende Jahr hat nicht alle Wünsche und Träume erfüllen können. Ich bin aber glücklich Freunde zu haben, die mich gerade in den letzten Wochen nicht allein gelassen haben und auch nicht allein lassen werden. Danke euch Allen! Auch deshalb gehe ich zuversichtlich in das neue Jahr.

Auf der Homepage und in den ganzen virtuellen Netzwerken wird jetzt für einige Zeit Ruhe einkehren. Nach den Weihanchtsfeiertagen werde ich ab dem 28. Dezember für vier Wochen zu einer Reha-Kur nach Bad-Losterlausnitz fahren und danach mit hoffentlich neuem Tatendrang zurückkehren. Deshalb wünsche ich bereits jetzt schon ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2010. Durch die Weihnachtstage wird mich die Krippe aus Jerusalem zusammen mit dem Friedenslicht aus Bethlehem, welches heute im Erfurter Rathaus angekommen ist, in meinem Wohnzimmer begleiten.

Der 159. Weihnachtsmarkt in Erfurt geht zu Ende

Weihnachtsmarkt (8)
Der Erfurter Dom ist Blickfang des Weihnachtsmarktes

Der 159.  Erfurter Weihnachtsmarkt wird am morgigen 22. Dezember zu Ende gehen – letzte Gelegenheit zu einem Besuch also. Der traditionsreiche Markt, viele Besucher sagen einer der schönsten in Deutschland, zog auch in diesem Jahr wieder Unmengen an Gästen in die Landeshauptstadt. Jahr für Jahr bekommt die Stadtverwaltung die Organisation der Besucherströme besser in den Griff. Selbst die Parkplatzsituation um den Domplatz funktionierte in diesem Jahr. Teilweise bis zu 100 Busse gleichzeitig verteilten sich am Lauentor.

 

Leider hatte ich in diesem Jahr nur wenig vom Erfurter Weihanchtsmarkt, obwohl ich nur 500 m entfernt im Brühl wohne. Die meiste Zeit des Weihnachtsmarktes war ich im Helios-Klinikum. Aber wenn alles klappt, werde ich morgen noch einen Bummel über den Domplatz machen und einen Glühwein zum Abschluß trinken. Im nächsten Jahr kommt dann der 160. Weihnachtsmarkt und auch der wird wieder besonders schön vor der einmaligen Kulisse von Dom und Severikirche unterhalb des Petersberges.

Gemeinsame Wurzeln – Chanukkaball im Kaisersaal

Chanukka 2009 (3)
Chanukka in Erfurt

Beim gestrigen Chanukkaball im Erfurter Kaisersaal verwies Pröbstin Elfriede Begrich in ihrem Grußwort für die evangelische Kirche Mitteldeutschland auf die gemeinsamen religiösen Wurzeln von Juden und Christen. Über diese klaren und richtigen Worte habe ich mich sehr gefreut (was nicht bei allen Grußworten unserer Pröbstin der Fall ist).

Viele Freunde der Jüdischen Landesgemeinde waren gekommen, um das Chanukkafest gemeinsam mit Wolfang Nossen, dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde und den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu feiern.

Für viele, die von außerhalb nach Erfurt kommen wollten, war dies durch die Verkehrssituation leider nicht möglich. 18 Grad Minus und Schnee auf allen Straßen…

Finanzministerin Marion Walsmann für die Landesregierung und Oberbürgermeister Andreas Bausewein für die Stadt Erfurt hatten aber „Heimvorteil“ und hielten Grußworte. Danach wurde die achte Kerze am Chanukkaleuchter angezündet und die Kinder der jüdischen Landesgemeinde gestalteten ein buntes Programm, in dem sie das Wunder von Chanukka in die „Neuzeit übersetzt“ nachspielten.

 

Chanukka 2009 (17)
Der Erfurter Kaisersaal

Beim anschließenden Tanz mit der Boris-Rosental-Band wurde so ausgelassen gefeiert, dass ich gerne noch etwas länger geblieben wäre. Allerdings geht dies zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen noch nicht so wie ich es selbst gerne tun würde. Für mich war dies nun schon das 6. Chanukkafest im Kaisersaal und ich werde gerne auch in den nächsten Jahren dabei sein.

Nazi-Karrieren in der SED

Eine hochinteressante Expertenrunde arbeitet heute und morgen an der Uni die Karrieren von NSDAP-Mitgliedern in der DDR auf. Erste veröffentliche Ergebnisse werfen ein fragwürdiges Licht auf den verordneten Staatsantifaschismus in der DDR. Nach Aussage des Historikers Dietmar Remy hatten allein in Thüringen 36 von 440 SED-Sekretären ein Naziparteibuch. Es darf davon ausgegangen werden, dass die Stasi hiervon nicht nur wußte sondern bewußt die Fäden gesponnen hat.

 

Wie bei den heutigen Stasiskandalen gab es natürlich viele, die ihre Vergangenheit verschwiegen haben, aber wohl auch viele bei denen wohl ein Auge zugedrückt wurde. Ein zusätzliches Argument, konsequent die Stasigeschichte aufzuarbeiten ist dies allemal. Bis jetzt gingen die Vorwürfe der SED und ihrer Nachfolgepartei stets nur an die Adresse des „Westens“ der schlampig mit der NS-Geschichte umgegangen sei. Um so bemerkenswerter ist, dass Gysi, Lafontaine und Ramelow als SED-Erben nun zum Thema schweigen. Ich bin gespannt auf die zusammengefassten Ergebnisse der Tagung in Jena.

Die Naumburger Zeitung berichtet heute bereits zu den ersten Ergebnissen.

Wieder zurück

Mein kleiner Sonnenschein
Mein kleiner Sonnenschein

Fast genau nach drei Wochen kann ich heute Mittag aus dem Helios-Klinikum wieder nach Hause. Der nun noch notwendige weitere Genesungsprozeß wird hoffentlich in den nächsten Tagen weiter in heimischer Umgebung fortschreiten, bevor ich dann kurz nach Weihnachten zu einer Reha-Kur nach Bad Klosterlausnitz fahre.

Auf der HPS 1 im Helios Klinikum habe ich ausgesprochen freundliche und kompetente Pflegerinnen und Schwestern erlebt. Viele Ärztinnen und Ärzte waren stets als Ansprechpartner da. Danke für alles!

 

In den letzten Wochen wurde ich hier sehr gut betreut. In der Notfallaufnahme ebenso, wie auf der Intensivstation. Obwohl ich da jeweils nur wenig mitbekommen habe, hat die professionelle und gute Versorgung mich vor größeren Folgeschäden bewahrt. Die letztliche Diagnose hätte das Schlimmste befürchten lassen.  Andrea, die Mutter meines jüngsten Sohnes Julian, hat glücklicherweise vor drei Wochen richtig reagiert und den Notarzt so schnell verständigt, dass ich noch rechtzeitig hier angekommen bin. In den folgenden Tagen waren Andrea und Christiane (die Mutter meines mittleren Sohnes Jonas) und mein großer Sohn Maximilian pausenlos auf der Intensivstation in Sorge um mich.

 

Und der andere Sonnenschein
Und der andere Sonnenschein

Ich bin sehr froh, dass sie wie meine ganze Familie da waren und sie nun nicht mehr in Sorge sein müssen. Für mich ist dies aber auch ein deutliches Signal einiges in meinem Leben zu ändern. Ich werde mehr für meine drei Söhne da sein. Niemand kann einem die Zeit zurück geben, die man miteinander versäumt.

Für die vielen Karten, Blumen, Grüße, Anrufe und Besuche bin ich sehr dankbar. Es tut gut zu spüren, dass viele Menschen an einen denken – alte Schulfreunde ebenso wie politische Freunde und Mitbewerber.

Die nächsten Wochen werden sicher noch anstrengend werden. Mit eurer und Ihrer Hilfe und Verständnis werde ich es packen!

Dreifacher Grund zum Jubeln

SWE Volley-Team 2009
Das Erfolgsteam 2009/2010

Das SWE Volley-Team hatte am Samstag gleich drei Mal Grund zum Jubeln. Leider konnte ich nur virtuell mitjubeln und mit unseren Damen auch nicht in der Thüringenhalle das Tanzbein schwingen, aber wir werden das nachholen.

 

Nach dem 3:0 Sieg gegen den SV Mauerstetten ging es gleich in großer Abendgarderobe für unsere Spielerinnen in die benachbarte Thüringenhalle. Dort stand die Wahl der Sportler des Jahres auf dem Programm des Stadtsportbundes und der Zeitungsgruppe. Während sich die Wahl der Sportlerin des Jahres, unserer SWE-Beach Europameisterin Julia Großner, schon im Laufe des Tages angedeutet hatte, waren wir alle auf die Platzierung unserer Mannschaft gespannt.

 

Zum dritten Mal bestiegen sie die Tribüne. Beim Erstligaaufstieg (damals noch als TuS Braugold) wurden sie Mannschaft des Jahres und zwei Jahre später als SWE Volley-Team Dritte. In diesem Jahr war es erneut der dritte Platz. Herzlichen Glückwunsch! Wenn die Erfolgskurve weiter so verläuft gibt es nächstes Jahr noch eine Steigerung.

Neuer CDU Vorstand in Erfurt

Beim letzten Kreisparteitag im Helios-Klinikum 2008, Vorsitzende Marion Walsmann und Stellvertreter Michael Panse
Beim letzten Kreisparteitag im Helios-Klinikum 2008, Vorsitzende Marion Walsmann und Stellvertreter Michael Panse

Seit nunmehr 18 Jahren bin ich gewähltes Kreisvorstandsmitglied der Erfurter CDU. Die ersten 14 Jahre als Beisitzer und seit vier Jahren als Stellvertreter. Zum ersten Mal konnte ich heute an einem Kreisparteitag nicht teilnehmen und dies obwohl ich nur 500 Meter entfernt war.

 

Während unser Kreisparteitag nunmehr schon traditionsgemäß in der Mensa des Helios-Klinikums stattfand, liege ich noch (zumindest bis zum Montag) auf der Station im Helios-Klinikum und habe bis jetzt nur zeitweise „Ausgang“. Bereits Mitte der Woche habe ich deshalb ein Grußwort an den Kreisparteitag gesandt und um Verständnis gebeten.

Aber Dank moderner Kommunikationsformen war ich aber per SMS sozusagen minutengenau über die Ergebnisse informiert. Unsere Kreisvorsitzende Finanzministerin Marion Walsmann wurde wiedergewählt. Als ihr Stellvertreter habe ich mich ebenfalls wieder beworben und bin dankbar für das große Vertrauen unserer Mitglieder.

 

Bei den beiden anderen Stellvertretern gab es neue Bewerber und beide wurden auch gewählt. Tabea Gies setzte sich gegen den bisherigen Stellvertreter Andreas Theiß durch und Andreas Horn trat statt des bisherigen Stellvertreters Dietrich Hagemann an.

Auch bei den Beisitzern gibt es viele neue Gesichter, wie eines unserer jüngsten Mitgleider Robin Ohle, aber auch alte CDU-Kämpfer wie Ute Karger, Jürgen Kornmann und Olaf Zucht. Die Junge Union hat sich bereits jetzt kräftig in die inhaltliche Diskusssion eingebracht. Insgesamt eine sehr gute Mischung mit einem sehr breiten Aufagbenfeld für die nächsten Jahre. Ich freu mich auf die Arbeit!

Chanukka in Erfurt und überall

Chanukkaleuchter vor dem Erfurter Rathaus
Chanukkaleuchter vor dem Erfurter Rathaus

Heute wird auch in Erfurt das erste Licht am Chanukka-Leuchter vor dem Erfurter Rathaus angezündet. Dies geschieht überall auf der Welt in diesem Jahr am Vorabend des 12. Dezember (nach Gregorianischem Kalender). Anbei findet sich eine „Anleitung zu Chanukka“.

Ich wäre auch in diesem Jahr sehr gerne dabei, wenn sich vor dem Rathaus unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zusammen mit allen Freundinnen und Freunden treffen um gemeinsam den Auftakt zu den Chanukkatagen zu feiern. Leider bin ich noch im Erfurter Helios-Klinikum und deshalb nur Gedanken vor dem Erfurter Rathaus und vor allem aber auch bei meinen Freundinnen und Freunden in Israel.

 

Anbei eine Schilderung zum Hintergrund von Chanukka, die ich im letzten Jahr schon auf meiner Homepage hatte:

„Chanukka ist das 8-tägige Lichtfest zur Erinnerung an die Wiederweihe des Tempels in Jerusalem des Makkabäers Juda, das am 25. Kislew beginnt.“ So steht es in der Einladung erklärt. Ich habe den nachfolgenden Text, der Chanukka etwas umfangreicher erklärt, über die Xing-Gruppe „Deutsch-israelisches Netzwerk“ 2008 geschickt bekommen.

von Tzvi Freeman (Quelle: Chabadhannover.de)

Geschah Chanukka vor vielen Jahren? Oder geschieht es jetzt? Gab es je eine Zeit, in der es nicht passierte? Die Geschichte von einer kleinen Kerze, welche das Monster einer erschreckenden Dunkelheit vertreibt, lebt ewig in uns allen – und in der Welt um uns herum. Man könnte es das kosmische Mega-Drama nennen. Es passiert jeden Tag bei der Morgendämmerung, bei jeder Wintersonnenwende, mit jedem Atemzug, mit jedem Schrei eines neugeborenen Kindes, mit jedem Grashalm, der von unter der Erde hervorbricht, mit jedem Geistesblitz, jedem Einfall von Schönheit, jedem Beschluss, Gutes angesichts des Bösen zu tun, zu bauen, wo andere zerstören, die Menschheit vorwärts zu bewegen, wenn Andere uns in Richtung Chaos ziehen. All das und noch mehr ist Chanukka.

Man hätte meinen können, dass das jüdische Volk und die antiken Griechen gut miteinander auskommen könnten. Schließlich hatten sie so viel gemeinsam. Beide schätzten Weisheit und Schönheit. Viele griechische Philosophen anerkannten sogar einen einzigen großen Geist hinter dem Kosmos, ähnlich dem jüdischen Monotheismus.

Nun, es hat auch ein bisschen funktioniert – am Anfang. Die Juden tolerierten die griechische Herrschaft von der Zeit Alexander des Grossen an. Viele Juden studierten hellenistische Philosophie und König Ptolemaios ließ die Tora ins Griechische übersetzen. Doch als König Antiochus versuchte, uns Hellenismus pur aufzuzwingen, rebellierten wir.

Antiochus verbot die rituelle Beschneidung. Mütter leisteten Widerstand, indem sie ihre Kinder in aller Offenheit beschneiden ließen. Antiochus verbot das Einhalten des Schabbat. Juden waren gezwungen, Jerusalem zu verlassen, um den Schabbattag heilig halten zu können. Antiochus verbot das Studium der Tora als heiligen Text. Juden fanden Wege, Unterricht für Kinder und Erwachsene im Geheimen abzuhalten. Als die Griechen Götzenbilder in den Zentren und Städten errichteten, und verlangten, dass die Juden sie anbeten würden, brach offener Krieg aus.

Es war das erste Mal in der Geschichte, dass ein Volk nicht für sein Land oder sein Leben kämpfte, sondern für seinen Glauben und das Recht der religiösen Freiheit.

Das Problem war: Die syrisch-griechische Armee gehörte zu den stärksten der Welt. Ihre Soldaten marschierten in einer kompakten Formation von sich überlappenden Schilden, mit langen Speeren, für damalige Verhältnisse beinahe unbesiegbar. Sie hatten fortschrittliche Waffen, waren gut trainiert und sie führten sogar Elefanten in der Schlacht mit. Der jüdische Widerstand hingegen begann mit einer Handvoll Brüdern aus dem Priesterstand, die sich Makkabäer nannten.

Da gab es viele tapfere Taten, doch die Makkabäer glaubten mit Überzeugung, dass ihr Sieg von oben kam. Letztlich erhielten sie ein Zeichen, dass es tatsächlich so war: Als sie Jerusalem und den Tempel zurück eroberten, suchten und fanden sie ein einziges Fläschchen von nicht entweihtem Olivenöl – gerade, was benötigt wurde, um die heilige Menora wieder anzuzünden. Obwohl das Fläschchen nur die Menge für einen Tag enthielt, brannte das Licht der Menora durch ein Wunder acht volle Tage, womit genug Zeit gegeben war, neues Öl herzustellen. Für das jüdische Volk war das wie ein Wink von oben, der besagte: Ja, Er war die ganze Zeit mit uns.

Dank für Grüße und Gedanken

Helios Klinikum Erfurt
Helios Klinikum Erfurt

Liebe Freundinnen, liebe Freunde und Besucher meiner Homepage,

in den letzten drei Wochen waren auf meiner Homepage wenig Neuigkeiten zu lesen. Keine neuen Termine und keine Blogeinträge. Am 21. November hatten wir den ganzen Tag eine Klausurtagung des CDU-Landesverbandes mit der Auswertung des Wahljahres. Am Abend war ich bei der Traumzeit zusammen mit 12.000 Besuchern auf der Erfurter Messe.

Ab da fehlt mir leider ein ganzes Stück Film. Inzwischen habe ich erzählt bekommen, dass ich tief in der Nacht zusammen geklappt bin und mit Verdacht auf Hirnhautentzündung in die Notfallzentrale des Erfurter Helios-Klinikums gebracht wurde. Dort habe ich die nächsten fünf Tage im künstlichen Koma auf der Intensivstation zugebracht und die Situation war wohl sehr ernst. In den folgenden vier Tagen auf der Intensivstation habe ich bereits spüren können, wie viele Menschen an mich gedacht, mir geholfen und für mich gebetet haben. Lieben Dank dafür. Seit letzten Montag bin ich von der Intensivstation runter. Bis zum Donnerstag dieser Woche folgen noch diverse Untersuchungen im Klinikum.

Die Ärzte sagen mir, dass es mit höchster Wahrscheinlichkeit einmalig war und auf eine Virusinfektion zurückzuführen sei. Ich selbst sehe es allerdings auch als eine deutliche Warnung des eigenen Körpers den eigenen Lebenswandel (permanenter Stress, wenig Schlaf, keinen klaren Lebensrhythmus) kritisch zu hinterfragen.

Ich danke sehr herzlich allen Menschen, die mir in den letzten Wochen geholfen haben. An aller erster Stelle den Pflegerinnen, Schwestern und Ärzten des Helios-Klinikums. Ich habe mich jederzeit hervorragend betreut und versorgt gefühlt. Unser Klinikum ist und bleibt ein Krankenhaus der Maximalversorgung. Vor allem danke ich aber auch meiner Familie, die in den schweren Stunden auf der Intensivstation nahezu rund um die Uhr da waren. Und nicht zu letzt danke ich für die lieben Grüße und Gedanken.

Am Donnerstag werde ich wahrscheinlich das Klinikum verlassen können. Anschließend folgt eine Reha-Kur in Bad Klosterlausnitz für drei Wochen. Das bedeutet, pünktlich im neuen Jahr bin ich wieder da und einsatzfähig.

Am kommenden Wochenende findet der CDU-Kreisparteitag mit Neuwahlen des Vorstandes in Erfurt statt. Seit 1991 bin ich gewähltes Kreisvorstandsmitglied. Zum ersten Mal seit 18 Jahren werde ich an einem Kreisparteitag nicht teilnehmen können. Aber ich werde dennoch erneut als stellvertretender Kreisvorsitzender kandidieren und hoffe auf das Vertrauen der Erfurter CDU Mitglieder.

Wir haben eine Menge Aufgaben vor uns und ich möchte und werde weiter mitgestalten!

Israel, die UN und der Goldstone-Bericht

Uni Erfurt - Prof Blum (5)
Prof. Yehuda Blum

An der Erfurter Uni streiken derzeit die Sudenten, ebenso wie an vielen Universitäten, für bessere Studienbedingungen. Gestern Abend waren unter den 60 Teilnehmern bei einem Vortrag von Prof. Yehuda Blumerfreulich  viele Studenten. Prof. Blum besuchte auf Einladung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) und der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen Erfurt und referierte über das Thema „Israel, die UN und der Goldstone-Bericht. Als ehemaliger UN-Botschafter Israels ist Prof. Blum von der Hebrew University Jerusalem Kenner der politischen Mehrheitsverhältnisse in der UN. Nicht erst der Goldstone-Bericht hat ihn aber auch zu einem engagierten Kritiker der UNO gemacht.

 

Seit Gründung der UNO steht das Palästina-Israel Problem auf der Tagesordnung der UN. Israel hat heute aber ein erklärbares Problem mit der UNO. Prof. Blum illustrierte dies an mehreren Beispielen: Die Erfurter Partnertstadt Haifa hat eine Straße im Jahr 1975 von Boulevard der Vereinten Nationen in Boulevard des Zionismus umbenant in Reaktion auf antiisraelische Entscheidungen in der UNO. Die Zusammensetzung der UNO hat sich zwischen 1947 und heute erheblich verändert. Waren es bei Gründung der UNO noch 51 Mitgliedsstaatensind es heute 191, davon allein 52 islamisch geprägte Staaten die generell gegen Isreal stimmen und die Verabschiedung der zahlreichen Resolutionen gegen Israel initieeren. Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen besteht seit 2006, fasste von seinen 30 Beschlüssen allein 18 die Menschenrechtsverletzung in Israel anprangern. Unter den Mitgliedern sind so „bedeutungsvolle Menchenrechtsschützestaaten“ wie China, Saudi Arabien und Cuba. Der in Auftrag gegebene Goldstone-Bericht umfasst mit seinen 586 Seiten eine Wertung des Gazafeldzuges und eine deutliche Anklage gegen Israel. Allerdings verschweigt er zwei wesentlich Punkte. Zum einen das die Angriffe Israels im Gazagebiet zum einen ein legitimer Selbstschutz des Staates Israel für seine Einwohner war, die permantenRaketenangriffen ausgesetzt waren. darüber hinaus liefert er keinerlei Antworten auf eine der entscheidentenFragen des 20 Jahrhunderts, wie heute demokratische Staaten mit der Bekämpfung des Terrorismus umgehen sollen. In Israel werden die weit über 100 Beschwerden geprüft und, da wo Unrecht geschah Sanktionen ergriffen.

 

Uni Erfurt - Prof Blum (9)
Dank für einen interessanten Vortrag!

In der anschließenden Diskussion gab es durchaus auch zahlreiche kritische Stimmen zum Vortrag von Prof. Blum.

Inakzeptabel sind für mich aber Aussagen, die sich mit plumpen Antisemitismus vermischen. Eine der Grundsatzfragen ist zunächst die Frage der Anerkennung des Existenzrechts Israels. Dies muss eine der wichtigsten Vorbedingungen für eine Konfliktlösung sein. Die UNO hat dazu nach Auffassung vieler Diskussionsteilnehmer keine Legimitation mehr. Zu zweifelhaft ist die Zusammensetzung der UNO. Lediglich fünf Staaten tragen die Verantwortung für die Finazierung der UNO zu insgesamt 62 % (USA 23, Japan 20, Deutschland 9, Franmkreichund Großbritannien jeweils 5%). 100 Staatentragen zusammen nur 1% und gar 60 zusammen nur 0,1% des Haushalts. Nur wenige der großen Träger der UNO stimmten letztlich gegen den Goldstone-Bericht. Prof. Blum mahnte eine Reform der UNO an. Ich kann mich seiner Meinung nur anschließen. Und ich habe gestern auch gesagt, dass wir uns in Deutschland mit öffentlichen Vorschlägen zur Konfliktlösung zurück halten sollte. Viele die schlaue Ratschläge geben, waren noch nie in Israel und Palästina dies- und jenseits von Mauer und Zaun.

30 Jahre Schwerter zu Pflugscharen

Andreaskirche Erfurt
Andreaskirche Erfurt

Wenn man derzeit durch die Andreasstraße in Erfurt fährt fällt an der Andreaskirche, gegenüber der ehemaligen Stasizentrale ein großes Transparent am Kirchturm auf. Darauf zu sehen ist das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ und der Hinweis auf 30 Jahre ökumenische Friedensdekade. Vor 30 Jahren trafen sich in der ehemaligen DDR  Vorbereitungsgruppen für die 1. Friedensdekade. Nachdem die DDR 1978 das Schulpflichtfach Wehrerziehung eingeführt hatte, positionierte sich insbesondere die Evangelische Kirche sehr deutlich dagegen und trat für eine Entmilitarisierung ein.

 

1980 fand erstmals das Symbol einer sowjetischen Skulptur mit dem Bibelwort erstmals auf einem Aufnäher Verwendung. Ursprünglich als  Lesezeichen gedacht wurde es in einer Auflage von 120.000 Stück in der Druckerei der Herenhuter Brüdergemeinde auf Vliesstoff gedruckt, da dies als „Textiloberflächenveredlung“ keine staatliche Druckgenehmigung brauchte. 

In den folgenden Wochen und Monaten fand das Motiv, kreisrund herausgeschnitten 7 cm im Durchmesser, als Aufnäher rasche Verbreitung in der gesamten DDR. Jugendliche trugen ihn auf Jacken und Taschen und die DDR-Staatsmacht reagierte verstört. Für mich war dies eine politisch prägende Zeit und zugleich die Zeit der ersten unangenehmen Bekanntschafften mit dem Staatssystem der DDR.

 

Als Mitglied der Jungen Gemeinde war es für mich ein Ausdruck und politisches Bekenntnis diesen Aufnäher auf meiner Jacke zu tragen. In den Schulen wurde dies allerdings nicht geduldet und so stand ich deswegen (damals 8.Klasse der POS 24 in Erfurt) vor der stellvertretenden Schulleiterin.

Der 29 Jahre alte Aufnäher aus Schultagen
Der 29 Jahre alte Aufnäher aus Schultagen

Diese forderte mich auf den Aufnäher sofort zu entfernen. Der einzige damals verhandelbare Kompromiss war, dass ich die Jacke auf dem Schulgelände nicht mehr anzog.

Den Aufnäher habe ich heute 29 Jahre später immer noch. Auch viele Jahre nach der Wende trug ich ihn noch in einer Folie in meinem Terminplaner mit mir und bei meiner ersten Reise nach Amerika war ich damit auch an der Skulptur vor der UNO.

Dass heute an die Friedensdekade erinnert wird, finde ich sehr gut. Viele Impulse gingen von der evangelischen Kirche aus, auch bereits zehn Jahre vor der Wende.

Es geht wieder los – Hellau beim KCA

KCA (3)
Der erste Orden der Session und Live-Ticker zum Volleyball

Am 11.11. wurden die Rathäuser gestürmt in Erfurt ebenso wie in Alach und Marbach. Auch in der neuen Karnevalssession werde ich wieder insbesondere bei den beiden Vereinen, beim KCA und MKC,  in denen ich Mitglied bin häufig zu Gast sein. Gestern Abend startete der KCA in der Schenke in Alach seine 22. Session. Gemeinsam mit unserer Bundestagsabgeordneten Antje Tillmann erhielt ich den ersten Orden der neuen Session.

 

Das Programm in Alach war wieder geprägt von den zahlreichen Tanzgruppen aller Altersklassen. Bei den Thüringer Meisterschaften (der KCA nahm an allen 17 Meisterschaften teil!) erreichten die Mädchen wieder beachtliche Platzierungen und schafften auch den Sprung auf Siegertreppchen. Zu Recht – Glückwunsch!

Mich begeistert natürlich immer wieder das Showballett der Garde. Gestern traten sie noch einmal mit Amadeus auf. Ich freu mich schon auf das neue Programm. Präsident Ronny Junghanß und sein Elferrat haben auch für die nun 22. Session die Vorbereitungen abgeschlossen. Es kann also losgehen…

KCA (12)
Showtanz beim KCA

 

Wie an jedem Samstag habe ich aber auch das Spiel meiner Volleyballdamen verfolgt. Diesmal ging es leider nur virtuell am Live-Ticker über das Internet. Auch im achten Bundesligaspiel der Saison holten sie gestern einen Sieg. 3:0 gegen Biberach lautetet das Ergebnis der makellosen Bilanz. Verfolger Grimma schaffte gerade noch ein 2:3 bei Dresden.

Heute geht es bereits im Pokal in Augsburg weiter. Der Internetzugang über das Handy lässt mich dabei sein.

Schlagkräftiges Team

Wahl OV Petersberg (1)
Ortsvorstand "Am Petersberg"

Am heutigen Abend hat der CDU-Ortsverband „Am Petersberg“ turnusgemäß in der Gaststätte „Andreasturm“ einen neuen Vorstand gewählt.

Dem größten Erfurter Ortsverband gehören mit 192 Mitgliedern rund ein Viertel der Erfurter CDU-Mitglieder, unter andrem auch die Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann und der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Rathaus Thomas Pfistner, an. In den zurückliegenden Jahren hat der Verband kontinuierlich mindestens eine öffenliche Veranstaltung organisiert. Viele Minisiter und auch Alt-Minisiterpräsident Bernhard Vogel und Dieter Althaus waren zu Gast. Auch die heutige Minsiterpräsidentin Christine Lieberknecht war Gesprächspartnerin des Ortsverbandes.

 

Nach elf Jahren als Ortsverbandsvorsitzender wurde ich einstimmig erneut wieder gewählt und werden mit meinem neuen Vorstand den Verband die nächsten beiden Jahre weiter führen. Als meine Stellvertreterin wurde erneut Ute Karger gewählt. Peter Forelle, der Vorsitzende der Jungen Union Erfurt, wurde ebenfalls als stellvertretender Vorsitzender gewählt.

 

Wahl OV Petersberg (24)
Michael Panse und CDU-Kreisvorsitzende Finanzministerin Marion Walsmann

Der Vorstand wird kompletiert von Magda Barczyk, Jana Hofmann, Helmut Panser, Sabine Volquardsen, Peter Busch und Andy Kaiser. Ich freue mich auf die Arbeit mit diesem schlagkräftigen Team. Aus den Wahlkämpfen der letzten Monate sind wir bereits kampferprobt. In genau vier Wochen werden wir als größter Ortsverband nicht nur für unsere Kandidaten beim CDU-Kreisparteitag eintreten sondern auch auf die Weiterentwicklung der Struktur unserer Partei drängen. Wir sind die größte politische Kraft in Erfurt und arbeiten dafür, dass dies auch so bleibt!

Der Tag an dem die Mauer fiel – und die Tage danach…

Seminar der LzPB im Ursulinenkloster
Seminar der LzPB im Ursulinenkloster

Bei einem dreitägigen Seminar der Landeszentrale für politische Bildung war ich heute Gesprächspartner zum Thema, welche Perspektiven sich für die politische Zukunft aus den Erfahrungen der letzten 20 Jahre ergeben.

Lehrer aus Ost- und Westdeutschland trafen sich im Bildungshaus St. Ursula in Erfurt um mit Zeitzeugen über den Fall der Mauer und die Folgen der deutschen Teilung zu diskutieren. Für mich war dies auch eine Gelegenheit, um die Zeit um den 9. November 1989 persönlich zu reflektieren.

 

Nahezu jeder Ostdeutsche kann sich daran erinnern, was er in dieser Nacht gemacht hat. Auch an die beiden Folgetage kann ich mich bis heute sehr gut erinnern. Am Freitag, dem 10. November 1989, dem Tag an dem in der Bernauer Straße in Berlin schon mit dem Abriß der Mauer begonnen wurde, diskutierten wir unter den Arbeitskollegen bei „Autolicht Flügel“ in der Weimarischen Straße was die nächsten Tage bringen werden. Unser Chef Eberhardt Flügel äußerte Verständnis, wenn am Montag einer der Kollegen „fehlen würde, aber bitte nicht alle“. Meine damalige Frau Sabine kümmerte sich zu der Zeit schon beim nächstgelegenen Polizeirevier um die begehrten Visa-Stempel im Personalausweis. Sie hatte Glück, da sie im siebten Monat schwanger war, musste sie nicht stundenlang darauf warten.

Am Nachmittag bestiegen wir unsere Trabi 601, um zu Freunden nach Wilkau-Haßlau zu fahren. Für den lange geplanten Trip nahm ich aber sicherheitshalber zwei Reservekanister mit Benzin mit…

Den ganzen Abend haben wir dann bei der Wochenendplanung rumgestammelt – vorgesehen war eigentlich eine Tour ins Erzgebirge. Nach dem zweiten oder dritten Gin-Tonic (oder war es Grüne Wiese?) reifte der Entschluß, doch lieber in den Westen zu fahren und am ersten Reisewochenende dabei zu sein. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag reihten wir uns brav auf der Autobahn ein in die Schlange gen Westen.

 

Offensichtlich trafen wir diese Entscheidung gemeinsam mit der halben Republik. Am Abend des 11. November erklärte jedenfalls das Innenministerium der DDR, dass bereits „über 4,298 Millionen Visa für Privatreisen in die BRD und andere Länder“ ausgestellt wurden. Genau so voll waren auch die Straßen in Bamberg, wo wir zuerst landeten. Dank der Kanister im Kofferraum „flüchteten“ wir aber gleich weiter bis Nürnberg, um dann auf der Rückreise in dem legendären 40 km Stau zu stehen. Dieses Wochenende werde ich meinen Söhnen immer anschaulich beschrieben können und mit meinem Freund, der heute in Rostock lebt, wird diese Geschichte bei jedem Treffen neu erzählt.

 

Den Lehrern beim heutigen Seminar lag aber auch am Herzen, dass sie ihren Schülern mehr über das DDR-System und die Wende erzählen können. Das gestrige Zitat von Prof. Tiefensee „Dankbarkeit statt Nostalgie“ bei der Martinsfeier wurde von ihnen mit Zustimmung aufgenommen. Auch wenn noch nicht alles erreicht ist, was wir im Wendeherbst erträumt haben, auch wenn nicht alles Wirklichkeit wird – wir haben ein gutes und großes Stück des Weges gemeinsam zurückgelegt!

Martini 2009 auf dem Erfurter Domplatz

Martini 2009 (5)
Der Dom als Kulisse der Martinsfeier

Auch in diesem Jahr zog es zu Martini wieder tausende Erfurter Kinder mit ihren Lampions auf den Domplatz. Gemeinsam mit ihren Eltern feierten sie die ökumenische Martinsfeier.

Diese erinnert an den Reformator Martin Luther, der auch in Erfurt wirkte, und den katholischen Bischof Martin von Tours. Er teilte als Soldat mit dem Schwert seinen Mantel mit einem Bettler am Stadttor von Amiens und wurde später Bischof.

 

In Erfurt wird der ökomenische Gottesdienst auf dem Domplatz in jedem Jahr am Vorabend des Martinstages, dem 11.11. gefeiert. Traditionell gibt es dazu Martinshörnchen für die Kinder und wenn es so kühl wie gestern Abend ist auch Glühwein für die Eltern. Prof. Eberhard Tiefensee hielt gestern die Predigt und erinnerte auch an die Martinsfeier vor genau 20 Jahren, im Wendeherbst 1989. „Statt Nostalgie sollte Dankbarkeit empfunden werden“ sagte er. 

Eines der Lieder, welches auf dem Domplatz gesungen wurde, hat mich an unsere Israel-Reise erinnert. „Vertraut den neuen Wegen“ haben wir auch am ersten Tag unserer Fahrt in der Himmelfahrtskirche in Jerusalem gesungen.

Gedenken an die Opfer der Pogromnacht

9 November
Gedenken auf dem jüdischen Friedhof

Kein Tag steht so sehr wie der 9. November für die Widersprüchlichkeit der deutschen Geschichte. Neben dem Fall der Berliner Mauer, der heute überall gefeiert wurde, ist dieser Tag mit seinem Gedenken an die Pogromnacht von 1938 und an deren Opfer sowie den folgenden Holocaust fortwährende Mahnung. Wie in den vergangenen Jahren auch war ich deshalb am Vormittag beim Gedenken auf dem jüdischen Friedhof dabei. Schüler des Erfurter Ratsgymnasiums erinnerten auch an die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen.

 

9 November (14)
Wiedersehen mit Marianne Spier-Donati an der Denknadel

Dieser Verantwortung will der Arbeitskreis „Erfurter Gedenken“ auch mit seiner Aktion und dem Aufstellen der ersten vier Denknadeln gerecht werden. Diese Denknadeln sollen künftig im Erfurter Stadtbild an verfolgte und ermordete jüdische Mitbürger erinnern. Die erste der Nadeln erinnert an die Eheleute Hilde und Carl Ludwig Spier in der Straße des Friedens 1.

Sie bewohnten dieses Haus bis zu ihrer Verteibung mit ihrer Tochter Marianne Spier, die 1930 in Erfurt geboren wurde. Nach fünf jahren flüchtete die Familie nach dem In-Kraft-Treten der Rassengesetze. 60 Jahre später kehrte Marianne Spier-Donati auf Einladung des damaligen OB Manfred Ruge erstmals in ihre Geburtsstadt zurück. Marianne  Spier-Donati war heute gemeinsam mit ihrer Jugendfreundin Olga Tarcali wieder in Erfurt. Olga Tarcali hat ihrer Lebensgeschichte in einem bewegenden Buch „Rückkehr nach Erfurt“ aufgeschrieben. Ich habe mich über das Wiedersehen mit beiden Frauen sehr gefreut. Bereits vor einigen Jahren konnte ich im Rahmen des Denktag-Projektes der Konrad-Adenauer-Stiftung mit ihnen gemeinsam das Buch bei einer Buchlesung bei Peterknecht vorstellen.

Weitere Denknadeln werden in Erfurt folgen. Für eine der Nadeln haben die Stadträte aller Stadtratsfraktionen Geld gegeben. Ein gutes, ein hoffnungsvolles Zeichen!

 

9 November (15)
Wer die Rose ehrt...

Dieses Signal fand auch Würdigung bei der Abendveranstaltung im Erfurter Rathaus. Dort trugen sich 15 Erfurterinnen und Erfurterin das Goldene Buch der Stadt ein.  Das Rahmenprogramm mit einer Festrede von Probst Falke reflektierte die Zeit der Wende und der ersten Demonstrationen in Erfurt. Das Lied von Renft „Wer die Rose ehrt, der ehrt heutzutage auch den Menschen“ passte wunderbar dazu.

Ein Tag der viel Anlass zum Nachdenken gibt!

Hart erkämpfter Sieg des SWE Volley-Teams

So sehen Sieger aus
So sehen Sieger aus

Die Papierform war eindeutig: Der bisher noch ungeschlagene Tabellenführer, das SWE Volley-Team, gegen den Tabellenletzten Dresdner SSV, der erst einen Sieg zu verbuchen hat. Unser Trainer Heiko Herzberg hatte aber vor dem Spiel zu Recht vor den Damen aus Dresden gewarnt. In der letzten Saison lieferten sie uns zwei packende Spiele.

 

Belohnung für die Sieger-Damen
Belohnung für die Sieger-Damen

Auch heute war das in der Halle am Sportgymnasium nicht anders. Der erste Satz ging noch deutlich an unsere Mädels, aber im zweiten Satz liefen sie von Anbeginn einem Acht-Punkte- Rückstand hinterher und verloren den Satz deutlich. Im dritten und vierten Satz kämpften die Erfurterinnen wieder wie gewohnt. Zusätzlich beflügelt vom Ergebnis aus Grimma – unsere direkten Verfolger verloren gegen Vilsbiburg II mit 1:3 – sollte die Tabellenführung ausgebaut werden. Mit den Erfurter Fans im Rücken gelang dies schließlich und als Belohnung gab es nach dem Spiel für die Mannschaft Plätzchen in Form der Dresdner Frauenkirche, gebacken von der Mama von Fritzi Halwas.

 

Unsere Regionalligamannschaft SWE Volley-Team II übernahm heute ebenfalls die Tabellenführung mit einem Sieg beim bisherigen Spitzenreiter SV Lok Engelsdorf. Also viele Gründe zur Freude für mich als Vereinspräsident. Glückwunsch an alle SWE-Damen! Weiter so!

Das freut den Vereinspräsidenten
Volleyball erfreut den Vereinspräsidenten

Ansonsten war der Sportsamstag aber sehr durchwachsen. RWE verliert in Dortmund 1:0, Jena verliert zu Hause gegen Dresden das Derby mit 0:4 und Suhl verliert zu Hause in der 1. Volleyballbundesliga gegen Stuttgart mit 1:3. Da bin ich ja schon froh, dass ich bei meiner persönlichen Sporteinheit heute im Sportpark am Johannesplatz nur mit meinem eigenen inneren Schweinehund kämpfen musste – aber den habe ich besiegt und was für die eigene Fitness getan!